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4:1 gegen Tschechien : Russland beeindruckt

  • -Aktualisiert am

Russland setzt ein großes Ausrufezeichen zum Beginn der Europameisterschaft Bild: REUTERS

Für Russland hätte die EM nicht besser beginnen können. Die Sbornaja lässt es beim 4:1 gegen Tschechien nur am Anfang ruhig angehen. Dann überfordert sie den Gegner in einem mitreißenden Spiel mit temporeichen Vorstößen.

          Die Erfolgsserie fortgesetzt und, was noch wichtiger ist, die Favoritenrolle in der Gruppe A übernommen – für Russland hätte die EM am Freitag in Breslau nicht besser beginnen können. 4:1 bezwang die Sbornaja im zweiten Spiel des Turniers Tschechien und blieb damit zum fünfzehnten Mal nacheinander ungeschlagen.

          Nur die erste Viertelstunde hatte es die Mannschaft von Trainer Dick Advocaat ruhig angehen lassen. Tschechien durfte mitspielen und verschanzte sich keineswegs in der eigenen Hälfte. Aber die Vorstöße der Kreativabteilung um den ehemaligen Dortmunder Tomas Rosicky waren weder strukturiert noch konsequent genug.

          Dann legten die Russen einen Zwischenspurt ein. Sie erinnerten dabei wieder an jene Mannschaft, die bei der EM vor vier Jahren mit Blitzfußball für Furore gesorgt hatte und überraschend ins Halbfinale eingezogen war. Ebenso überraschend scheiterte sie dann in der Qualifikation für die WM, aber nun soll fortgesetzt werden, was 2008 in Österreich und der Schweiz so hoffnungsvoll begonnen hatte.

          Russische Spielfreude: Viermal schlägt der Ball im tschechischen Netz ein Bilderstrecke

          Andrej Arschawin hatte sich im Winter eigens vom, FC Arsenal an seinen Heimatverein Zenit St. Petersburg ausleihen lassen. Der eigenwillige Fußballkünstler war bei Arsene Wenger zuletzt nicht mehr zum Zug gekommen und hatte deshalb Sorge, die EM zu verpassen.

          Allerdings wäre es in dieser Partie zunächst überhaupt nicht aufgefallen, wäre Arschawin nicht auf dem Platz gewesen. Er bewegte sich lange sehr zurückhaltend auf der rechten Seite. Der agile Alan Dsagojew auf der linken Seite dagegen war von Michal Kadlec kaum zu stoppen.

          Schirokow hebt den Ball über Cech ins Tor

          Zum ersten Mal entwischte der Außenstürmer von ZSKA Moskau dem Leverkusener Profi in der 15. Minute. Der Ball landete nach einem Pfostentreffer von Alexander Kerschakow bei Dsagojew, und der nutzte die Chance zum 1:0. Nun schienen die Russen ins Spiel gefunden zu haben, sie erfreuten ihre Fans mit temporeichen Vorstößen, die Tschechien überforderten.

          Nur zwei Minuten nach der Führung hätte Dsagojew die Möglichkeiten gehabt, auf 2:0 zu erhöhen, aber er schoss den Ball weit über das Tor. In der 24. Minute beteiligte sich dann Arschawin doch einmal am Angriffsspiel. Er spielte den Ball in den Lauf von Roman Schirokow, seinem Teamkollegen bei St. Petersburg, und der hob den Ball über Tschechiens Torhüter Peter Cech zum 2:0 ins Tor.

          „Das gibt uns keine Garantie für die zweite Partie“

          Danach verpasste es Russland nachzusetzen, ging allzu nachlässig mit den Chancen um. Die Angriffe der Tschechen wirkten im Vergleich zu denen des Gegners zwar zunächst behäbig und umständlich, die russische Abwehr stand gewohnt sicher – doch nur bis zur 52. Minute. Da ließ Arjukow in seinem Rücken Vaclav Pilar entwischen, der den feinen Pass von Jaroslaw Plasil aufnahm, Torhüter Malafeew umkurvte und zum 1:2 einschoss.

          Es entwickelte sich nun ein mitreißendes Spiel, in dem Russland überlegen war, aber viele Chancen brauchte, um endlich alles klar zu machen: Dsagojew traf zum 3:1 (79.) und der kurz zuvor eingewechselte Pawljutschenko zum 4:1 (82.). „Das erste Turnierspiel zu gewinnen ist ganz wichtig. Das gibt uns aber keine Garantie für die zweite Partie“, sagte der russische Trainer Dick Advocaat mit Blick auf das nächste Duell mit Polen am kommenden Dienstag.

          Russland - Tschechien 4:1 (2:0)

          Russland: Malafejew - Anjukow, Beresuzki, Ignaschewitsch, Schirkow - Schirokow, Denissow, Sirjanow - Dsagojew (85. Kokorin), Kerschakow (73. Pawljutschenko), Arschawin
          Tschechien: Cech - Gebre Selassie, Hubnik, Sivok, Kadlec - Plasil, Jiracek (76. Petrzela) - Pilar, Rosicky, Rezek (46. Hübschman) - Baros (85. Lafata)
          Schiedsrichter: Webb (England)
          Zuschauer: 40.803
          Tore: 1:0 Dsagojew (15.), 2:0 Schirokow (24.), 2:1 Pilar (52.), 3:1 Dsagojew (79.), 4:1 Pawljutschenko (82.)
          Gelbe Karten: - / -

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