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2:1 gegen Holland : Gomez gewinnt für Deutschland

Der passt genau: Müller verdeckt den Torschützen Gomez und dreht jubelnd ab Bild: REUTERS

Das deutsche Nationalteam startet brillant, wird aber von den Niederländern noch in Bedrängnis gebracht und ist trotz des 2:1-Erfolgs noch nicht sicher im Viertelfinale. Gomez schießt beide Tore zum Sieg.

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft einen Traumstart hingelegt. In dem ewig jungen Klassiker gegen den Erzrivalen aus den Niederlanden konnte sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw 2:1 durchsetzen. Eine vor allem in der ersten Halbzeit starke Leistung mit zwei Treffern des überragenden Angreifers Mario Gomez (24. und 38. Minute) sicherte den zweiten Erfolg in der Gruppe B.

          Über weite Strecken zeigte sich das Team aggressiver, laufstärker und kombinationssicherer. Am Ende musste in der Hitze von Charkiw aber noch gezittert werden. Denn: Robin van Persie erzielte in der 73. Minute noch den Anschlusstreffer – mehr glückte dem Gegner aber nicht mehr.

          Obwohl die Deutschen nun mit sechs Punkten unangefochten in Front ihrer Gruppe liegen, sind sie noch nicht fürs Viertelfinale qualifiziert. Der Einzug hängt auch von ihrer Partie an diesem Sonntag gegen Dänemark und einem möglichen Tordifferenzvergleich ab. Sogar die Niederländer mit null Punkten können theoretisch noch eine Runde weiterkommen.

          Der Bundestrainer setzte auf die elf Spieler, die schon gegen Portugal beim 1:0-Auftakt begannen hatten. Auch Torschütze Gomez erhielt im Angriff wieder den Vorzug vor Miroslav Klose – wie sich später herausstellte: Völlig zu Recht. Auch Löws holländischer Kollege Bert van Marvijk beließ sein Team fast exakt so wie bei der Niederlage gegen Dänemark. Aber das überraschte, weil seine Leute anders als die Deutschen mit Problemen beladen in diese Partie gegangen waren und doch eigentlich etwas anders machen mussten.

          Stiller Genießer: Mario Gomez Bilderstrecke

          Um den Mannschaftsgeist bei Oranje steht es bei so vielen Egos nicht gut, der Flop zum Turnierdebüt und sogleich meldeten sich in der Heimat erste Fachkritiker zu Wort, die Marwijks Personalauswahl bemängelten: Huub Stevens wünschte sich angesichts der prekären Lage die beiden Torschützenkönige aus England und Deutschland, Robin van Persie (Arensal) sowie den Schalker Klaas-Jan Huntelaar Seite an Seite im Angriff. Aber nichts da – der eigenwillige Bondscoach brachte nur in der Abwehr den Hamburger Joris Mathijesen neu ins Spiel, Huntelaar schmorte weiter auf der Bank.

          „Natürlich ist der Druck groß“, bekannte van Marwijk vor der Partie. Er konnte in der ersten Viertelstunde der Partie sogar Hoffnung schöpfen. Lebendig kombinierten sich die holländischen Stars mit Wesley Sneijder, Arjen Robben und van Persie in der Offensive vor das deutsche Tor. Und sie hätten dabei sogar das erste Tor erzielen können, wenn van Persie nach sieben Minuten freistehend nicht Torwart Manuel Neuer nur in die Arme geschossen hätte. Eine Fehleinschätzung der deutschen Innenverteidigung mit Holger Badstuber und Mats Hummels war vorausgegangen. Kurz danach bediente Robben (11.), der es auf der rechten Seite mit dem deutschen Kapitän und Teamkollegen vom FC Bayern, Philipp Lahm, zu tun bekam, wieder van Persie in der Mitte. Der Ball ging jedoch am Ziel vorbei.

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