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1:2 im EM-Halbfinale : Wieder einmal Italien

Muskelspiele in Warschau: Balotelli und Italien sind stärker als Deutschland Bild: dpa

Die Geschichte wiederholt sich: Italien bleibt im EM-Halbfinale der deutsche Angstgegner. Löws Personalrotation funktioniert nicht. Balotelli schießt die Italiener ins Finale. Özils Elfmetertor kommt zu spät.

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          Der Traum der deutschen Nationalelf, nach 16 Jahren mal wieder einen großen internationalen Titel zu gewinnen, ist geplatzt. Deutlicher, als es das Ergebnis aussagt, unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw dem ewigen Angstgegner Italien 1:2 im EM-Halbfinale von Warschau, nachdem sie sich angesichts der starken Leistungen der vergangenen Wochen so große Hoffnungen auf den Einzug ins Endspiel von Kiew an diesem Sonntag gegen den Welt- und Europameister Spanien (20.45 Uhr / Live im F.A.Z.-Ticker) gemacht hatte.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch die disziplinierten, offensiv höchst effektiven als auch spielerisch überzeugenden Italiener entpuppten sich vor 57.000 Zuschauern im Warschauer Stadion mal wieder als uneinnehmbare Fußball-Festung. Beide Treffer für den Finalteilnehmer beim letzten Auftritt Polens als Co-Gastgeber dieser Europameisterschaft erzielte der überragende Angreifer Mario Balotelli (20. und 36. Minute).

          Mesut Özil verwandelte einen Handelfmeter zum Anschlusstreffer in der Nachspielzeit – zu spät für eine Wende. Am Ende sah es so aus, als hätten auch die taktischen und personellen Veränderungen von Löw dem Spiel der Deutschen nicht gut getan. Die Korrektur nach der Pause half jedenfalls nichts mehr.

          Nach der Mannschaftsumstellung im Viertelfinale gegen Griechenland suchte der Bundestrainer gegen die Italiener eine andere neue Lösung auf die taktische Vorgehensweise des Gegners. Es war schon wieder ein Griff in die Überraschungskiste: Diesmal brachte er Lukas Podolski für André Schürrle auf die linke Mittelfeldseite und den dreimaligen EM-Torschützen Mario Gomez für Miroslav Klose herein.

          Dazu spielte der Münchner Mittelfeldspieler Toni Kroos erstmals von Beginn an – über rechts: eigentlich waren dort Marco Reus oder Thomas Müller erwartet worden. Hinter der Aufstellung lag bei Löw wohl die Annahme, dass die italienische Mannschaft durch ihr 4-3-2-1-System mit einer sogenannten Mittelfeldraute sehr auf das Zentrum ausgerichtet sein könnte und damit die Herrschaft über die Außenpositionen besser zu erreichen wäre.

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          Doch es kam alles anders. Es zeigte sich sehr schnell, dass Kroos eigentlich zur Mitbewachung des italienischen Spielmachers Andrea Pirlo abgestellt wurde und sich somit vor allem in der Mitte aufhielt. Aber erst einmal kam das deutsche Team gut in Schwung. Das verbreitete Hoffnung.

          Hätte Mats Hummels gleich nach fünf Minuten nach einer Ecke von Kroos den Ball besser getroffen, er hätte den italienischen Torwart-Oldie Gianluigi Buffon wohl aus fünf Metern überwunden. So konnte Pirlo noch auf der Torlinie mit dem Oberschenkel klären. Dann hätte der Abwehrmann Andrea Barzagli (12. Minute) fast eine Hereingabe von Jérôme Boateng ins eigene Tor abgefälscht.

          Taktische Umstellungen erweisen sich als Schwächen

          Ein erster Warnschuss des stark aufspielenden Riccardo Montolivo, dessen Mutter aus Plön in Schleswig-Holstein stammt, zeigte, dass die Italiener nach einigen Verunsicherungen besser ins Spiel fanden. Noch hielt Torwart Manuel Neuer.

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