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Petr Cech : Der Riese mit dem Helm

Der Letzte ist der Größte - und für viele auch der Beste: Petr Cech Bild: AFP

Petr Cech überragt viele - nicht nur wegen seiner Körpergröße. Im Finale von München ärgert er die Bayern. Die Karriere des Tschechen mit dem markanten Kopfschutz hätte fast in Deutschland begonnen. Teil 4 des FAZ.NET-EM-Countdowns.

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          Der Letzte ist der Beste. Wird ein Torhüter zum siebten Mal Fußballer des Jahres, gibt es zwei Erklärungsansätze. Entweder hält er überragend oder unter den Landsleuten finden sich keine herausstechenden Individualisten, die bei solchen Ehrungen gerne gewählt werden.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          In Tschechien lassen sich für beide Argumentationen Indizien finden. Die Zeit der Offensivkünstler Pavel Nedved, Karel Poborsky oder Jan Koller ist vorbei. Nur einer ragt seit Jahren heraus, und das nicht nur wegen seiner zwei Meter Länge von der Stollenspitze bis zum Helm. Petr Cech bekam die Auszeichnung von Sportjournalisten vor zwei Wochen nach 2005, 2006, 2007, 2008, 2010, 2011 auch im Jahr 2012.

          Cechs imposante Siegesserie und die Namen auf den Plätzen hinter ihm beweisen, dass die Tschechen derzeit keinen außergewöhnlichen Feldspieler haben. Der frühere Dortmunder Tomas Rosicky, zuletzt bei Arsenal immerhin verletzungsfrei und Kapitän der Nationalelf, wurde Zweiter, dahinter folgte Petr Jiracek, der seit Januar Wolfsburger ist, in der Bundesliga aber noch nicht durch überdurchschnittliche Leistungen auffiel.

          Cech, da waren sich nicht nur die tschechischen Stimmberechtigten einig, ist derzeit der einzige Weltklassespieler – und das nicht erst seit dem Champions-League-Finale in München.

          Ein wertvolles Geburtstagsgeschenk: Petr Cech mit dem Pokal der Champions League

          Es war selbst für Profifußballer kein normales Geschenk, das sich Cech am Vorabend seines 30. Geburtstags am Sonntag machte.

          Echtes 925er-Sterling-Silber, 7,5 Kilogramm schwer, 62 Zentimeter groß, vielmehr zählten bei der Chelsea-Party nach dem Endspiel gegen den FC Bayern aber die inneren Werte der Trophäe – und damit waren nicht die Getränke gemeint, mit denen der Pokal mit den praktischen Griffen gefüllt wurde.

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          Cech, von den Mitspielern „Mr. Google“ genannt, weil er im Internet alles über Fußball lesen will, hatte vor seinem Ehrentag alle Hände voll zu tun, wehrte Elfmeter von Arjen Robben, Ivica Olic und Bastian Schweinsteiger ab und konnte im Moment des bisher größten Triumphs seiner Karriere verschmerzen, dass die Gratulanten ihn schon eine halbe Stunde vor Mitternacht unter sich begruben. Etwas gedrückt war die Stimmung dennoch: Zehntausende Münchner wollten an diesem Abend eigentlich eine ganz andere Party feiern.

          Cech ist der Prototyp eines Torwarts, wie ihn Trainer mögen: keine Fehler, keine Show, kein Risiko. „Ich bin da, um Bälle zu halten, und nicht, um durch die Gegend zu fliegen“, sagte er schon 2006. Das Erfolgsrezept wirkte. In seiner ersten Saison beim FC Chelsea kassierte Cech in 35 Spielen nur 15 Gegentore. Dabei sei ihm das gar nicht so wichtig, erzählte er damals der Neuen Zürcher Zeitung: „Lieber gewinne ich 5:4, als dass ich 0:0 spiele.“

          Am 14. Oktober 2006 erliett Cech im Spiel beim FC Reading einen Schädelbruch

          Hätten die Verantwortlichen von Werder Bremen im Frühjahr 2001 ein paar Geldscheine mehr oder ein paar Zweifel weniger gehabt, womöglich würde der Bundesligaklub als Ursprung einer Weltkarriere genannt. Der damals 18 Jahre junge Hüne absolvierte ein Probetraining an der Weser.

          Eine Million Mark Ablösesumme forderte Cechs Klub Chmel Blsany – zu viel für den Geschmack der Bremer, zumal Cech durch eine Magen-Darm-Grippe geschwächt nicht den allerbesten Eindruck hinterließ. Der Torwart wechselte für die gleiche Summe zu Sparta Prag, von dort 2002 für fünf Millionen – Euro wohlgemerkt – zu Stade Rennes in Frankreich und schließlich für dreizehn Millionen Euro zu Chelsea.

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