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Neuer Adidas-Vertrag : Investitionsschub für den DFB

Die deutsche Fußball-Nationalelf wird mindestens bis 2022 Adidas-Ausrüstung tragen. Bild: dpa

Der DFB verlängert den Ausrüstervertrag mit Adidas bis 2022 und erhält 50 Millionen Euro pro Jahr. Für den DFB bedeutet der Deal in jedem Fall den Vorstoß in eine neue Dimension.

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          Was bislang zusammengehörte, bleibt auch weiter zusammen. Aber es ist keine Selbstverständlichkeit mehr – und für die Zukunft schon gar kein Selbstläufer. Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), betonte am Montag in Paris, dass dem Abschluss des neuen Ausrüstervertrages mit Adidas über weitere vier Jahre bis 2022 „lange und nicht immer einfache Verhandlungen“ vorausgegangen seien. Das Ergebnis fiel nach Worten Grindels ganz im Sinne des DFB aus. Als gemeinnützige Organisation sei der Verband im Interesse seiner Mitglieder verpflichtet gewesen, „einen Preis zu erzielen, der dem Marktwert entspricht“.

          Das sei mit den 50 Millionen Euro, die Adidas dann pro Jahr zahlt, gelungen. Grindel sprach von den „erfolgreichsten Verhandlungen in der Geschichte des Verbandes“ und einem „sehr guten Abschluss“. Marktbeobachter halten das für ein Resultat am unteren Ende der Möglichkeiten, aber unter Umständen könnte die Summe sich beispielsweise durch Prämienregelungen bei sportlichen Erfolgen noch erhöhen. Grindel wollte das nicht bestätigen, sagte aber, dass das in der Vergangenheit so gewesen sei.

          Ein wichtiges Detail für die Zukunft besteht darin, dass kein „matching offer right“ für die nächstfolgenden Verhandlungen für die Zeit nach 2022 festgeschrieben wurde, also die Möglichkeit, ein höheres Angebot eines Konkurrenten auszustechen. Adidas, Partner seit 60 Jahren, hatte das gewollt. Der Nachfolger von Herbert Hainer, der im September seinen Posten als Vorstandschef verlässt, wird dann also womöglich in einem ungleich härteren Wettbewerb um die Gunst einer der attraktivsten deutschen Sportmarken buhlen müssen. Hainer äußerte auch sein Bedauern, dass der DFB nicht zu einem längerfristigen Abschluss als bis 2022 bereit gewesen sei.

          Für den DFB bedeutet der Deal in jedem Fall den Vorstoß in eine neue Dimension. Bislang hatte Adidas 25 Millionen bezahlt. „Wir werden die Einnahmen nutzen, um den Fußball nicht nur an der Spitze, sondern auch und gerade an der Basis besser zu machen“, sagte Grindel. Er erwähnte dabei als „Zukunftsprojekte“ das Amateur-Fußballportal „fussball.de“ sowie das derzeit größte Vorhaben des DFB, den Bau der Akademie samt Verbandszentrale in Frankfurt-Niederrad – ein 100-Millionen-Projekt. Der Abschluss versetze den Verband „endgültig in die Lage, den Neubau seriös zu finanzieren“, sagte er. Durch die erwirtschafteten Einnahmen seien Bedenken, das Projekt könne aus gemeinnützigkeitsrechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden, „hinfällig geworden“.


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          Adidas-Chef Hainer sprach von einem „guten Tag für Adidas, den DFB und auch für Deutschland“. Er kündigte an, dass das Trikot der Nationalmannschaft „in absehbarer Zeit“ wieder in Deutschland produziert werde. Über die Nähe zu einem wichtigen Absatzmarkt hinaus solle davon auch ein Zeichen für das Qualitätssiegel „Made in Germany“ ausgehen sowie Arbeitsplätze entstehen. Im Fall weiterer Titelgewinne der Nationalmannschaft würde die heimische Produktion zudem bedeuten, dass es nicht wie 2014 zu Lieferengpässen kommen würde.

          Hainer wurde auch auf das Malheur eines Konkurrenten angesprochen. Am Vorabend hatten gleich sieben der von Puma produzierten Trikots der Schweiz im Spiel gegen Frankreich teils erhebliche Risse davongetragen. Hainer blieb ganz sportlich. „Wir haben auch gesehen, dass einmal unserem Ball die Luft ausgegangen ist“, sagte er zuerst. Und fügte dann mit Blick auf den Konkurrenten hinzu: „So was kann immer passieren. Ich bin überzeugt, dass die Kollegen von Puma die Sache schnell reparieren werden.“

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