https://www.faz.net/-gtl-8i4i3

Gewalt bei der EM : Uefa droht England und Russland mit Ausschluss

  • Aktualisiert am

Nicht nur Krawall, sondern auch Pyrotechnik und Beleidigungen gab es am Samstag beim Spiel England gegen Russland. Bild: dpa

Nach den Krawallen verwarnt die Uefa England und Russland. Sogar ein EM-Ausschluss ist möglich. Schon am Montag sollen erste Verfahren gegen Festgenommene beginnen, unter denen auch ein Deutscher ist.

          4 Min.

          Bei den Ausschreitungen zwischen englischen und russischen Fangruppen in Marseille ist auch ein Deutscher festgenommen worden. Unter den zehn Personen, die die Polizei festgesetzt hat, sind demnach neben Engländern und Russen auch Franzosen sowie ein Österreicher und der Deutsche. Dies sagte der Sprecher des Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, am Sonntag der französischen Agentur AFP. Einige der Festgenommenen sollen im Rahmen von Schnellverfahren bereits am Montag vor Gericht kommen, berichtete der Sender France Info unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft.

          Nach den Ausschreitungen beim EM-Spiel England gegen Russland eröffnete die Europäische Fußball-Union (Uefa) ein Verfahren gegen den russischen Verband. Wenig später sprach die Uefa eine Verwarnung gegen England und Russland aus. Im Wiederholungsfall sei auch ein Turnierausschluss möglich, teilte die Europäische Fußball-Union am Sonntag mit. Bei der Partie in Marseille am Samstagabend waren russische Zuschauer auf in benachbarten Blöcken sitzende englische Fans losgestürmt und hatten diese attackiert. Einige Anhänger mussten sich wegen der Angriffe sogar im Innenraum des Stadions in Sicherheit bringen.

          Ermittelt wird gegen Russland auch wegen angeblich rassistischen Verhaltens und des Zündens von Feuerwerkskörpern. Gegen den englischen Verband ergriff die Uefa vorerst keine Maßnahmen. Die Uefa-Regularien sehen Maßnahmen von einer Ermahnung bis zum Turnierausschluss der Teams vor, deren Fans an den Ausschreitungen beteiligt waren. In früheren Fällen hatte die Uefa Geldstrafen für Ernstfälle verhängt. Russische Fans waren bereits bei der EM 2012 in Polen mehrfach negativ aufgefallen.  „Alles ist richtig. Es gab Feuerwerkskörper und Krawalle auf der Tribüne, das muss man klären“, sagte Sportminister Witali Mutko am Sonntag.

          Die Uefa will zudem die Sicherheitsmaßnahmen in den Stadien verstärken. Die Europäische Fußball-Union räumte ein, es habe bei der Partie in Marseille Probleme bei der Trennung der Fans beider Mannschaften gegeben. Daher solle nun in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden der Einsatz von Sicherheitskräften in den Arenen erhöht werden, teilte die Uefa am Sonntag mit. Schon an diesem Sonntag steht mit dem Duell zwischen der Türkei und Kroatien (15.00 Uhr / Live in der ARD und im EM-Ticker bei FAZ.NET) im Pariser Prinzenpark das nächste hochbrisante Spiel an. Zusätzliche Ordner sollen nun bei allen Spielen in den Arenen sein, hieß es von der Uefa.

          Am Sonntag traf sich das Exekutivkomitee des Dachverbands wegen der Ausschreitungen im Stadion und auf den Straßen von Marseille zu einer Sondersitzung. Die Uefa sei angewidert von den gewaltsamen Zusammenstößen in der Innenstadt von Marseille und sehr besorgt wegen der Vorfälle im Stadion, erklärte der Verband. Das französische Innenministerium wies derweil nach den Fan-Zusammenstößen in Marseille auch außerhalb des Stadions den Vorwurf mangelnder Vorbereitung zurück. Die Behörden hätten zahlreiche vorbeugende Maßnahmen ergriffen, sagte Sprecher Henry-Pierre Brandet am Sonntag. So habe die britische Regierung vor der EM 3000 Hooligans ihre Pässe abgenommen, Frankreich habe Einreiseverbote gegen 3000 Menschen verhängt.

          Weitere Themen

          Bleibt Sancho beim BVB? Video-Seite öffnen

          Manchester United ruft : Bleibt Sancho beim BVB?

          Es ist mehr als nur eine Sommerloch-Frage, zumindest hier bei Borussia Dortmund: Bleibt der englische Jung-Star Jadon Sancho, oder wechselt er demnächst zu Manchester United? Laut Medienberichten will der englische Klub die Dortmunder von einer Art Ratenzahlung überzeugen, um die 120 Millionen Euro zu bezahlen.

          Topmeldungen

          Unter Korruptionsverdacht : Früherer König Juan Carlos verlässt Spanien

          In einem Brief teilt der ehemalige spanische Monarch seinem Sohn mit, dass er das Land verlassen will. Juan Carlos ist in einen Finanzskandal verstrickt. Mit dem Schritt erspart er Felipe VI. eine schwere Entscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.