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ARD und ZDF : Eine Premiere beim EM-Finale

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Gerd Gottlob darf erstmals das Endspiel eines großen Fußballturniers kommentieren. Bild: Picture-Alliance

ARD und ZDF geben ihre Aufstellung für die Fußball-EM bekannt. Gerd Gottlob darf das Endspiel kommentieren. Bei den Moderatoren setzen die Sender auf bekannte Journalisten – und ehemalige Bayern-Spieler.

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          Die Terroranschläge von Paris haben auch ARD und ZDF zum Umdenken gezwungen. Bei der Berichterstattung von der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich stehen nicht nur der Spaß am Spiel und die Quoten im Vordergrund, sondern auch die Sicherheit. ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte am Montag bei der Vorstellung des TV-Programms bei der EM: „Wir reden intensiv über das ’Was wäre wenn?’“

          ARD-Reporter Matthias Opdenhövel war bei dem Spiel der deutschen Nationalmannschaft am 13. November in Paris dabei und kehrt bei der EM mit einem etwas mulmigen Gefühl zurück. „Der Tag selber war ein ganz schwarzer, den man ausradieren will“, berichtete der Moderator, der im Ersten mit Mehmet Scholl ein Duo bildet: „Dass wir zu Krisenreportern werden, war nicht geplant und nicht schön.“ Dennoch habe er „sofort ja gesagt“, als er nach der EM-Teilnahme gefragt wurde. Opdenhövels Motto lautet: „Die Vorfreude schlägt die Angst.“ ZDF-Moderator Oliver Welke will die Gedanken an den Terror „soweit wie möglich ausblenden“.

          Frey forderte: „Wir sollten nicht die Angst übernehmen. Es sollte keine EM in Moll sein. Es soll ein Fußballfest bleiben, sonst hätten die Terroristen schon gewonnen.“ Der ZDF-Chefredakteur weiß aber auch: „Es ist klar, dass die EM unter bestimmten Umständen stattfindet. Wir haben uns intern verständigt, wie man damit umgeht, wenn etwas passiert.“ Es gehe „auch um die Frage der Sendesicherheit. Wer übernimmt zum Beispiel, wenn ein Stadion geräumt werden muss. Trotzdem muss man weitersenden.“ Die Vorstellung, dass Spiele in „leeren Stadien stattfinden, ist schrecklich“. Über noch schlimmerer Szenarien mochte kaum einer reden.

          Die Sender haben „ein sehr dezidiertes Sicherheitskonzept“, erklärte ARD-Programmdirektor Volker Herres: „Wir haben alle Mitarbeiter in unserem Team darauf vorbereitet und geschult“. Es gebe eigene Sicherheits-Beauftragte. Jörg Schönenborn, EM-Teamchef der ARD, berichtete über „gemeinsame Drähte zu den Sicherheitsbehörden“.

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          Spielplan der Fußball-EM 2016 in Frankreich im Überblick

           

          ZDF-Kommentator Béla Réthy sagte, er werde die Terror-Attacke vom November nicht ständig im Kopf haben: „Diesen Triumph sollte man den Attentäter nicht gönnen.“ Bei der Berichterstattung von der Auslosung in Paris habe er „relativ schnell verdrängen können, was vorher passiert ist“. Réthy kommentiert für das Zweite das Eröffnungsspiel, Gerd Gottlob für die ARD das Endspiel. Für ihn ist es eine Final-Premiere.

          Bei der bisher größten Fußball-Europameisterschaft bieten ARD und ZDF ein Rekord-Programm. Die Aufstockung der Teams führt zu 51 Live-Übertragungen, davon 45 bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Die übrigen sechs EM-Spiele werden live bei Sat.1 zu sehen sein. Bei teilweise drei Partien pro Tag dauern die Fußball-Sendungen bei ARD und ZDF bis zu zehn Stunden. „Das wird eine große Geschichte“, kündigte Herres an. Der ARD-Programmdirektor hofft, dass sein Sender eine zusätzliche Übertragung machen darf. Er möchte am liebsten am Tag nach der EM „live aus Berlin eine erfolgreiche deutsche Mannschaft präsentieren“.

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