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Forderungen für Fußball-EM : „Form der Erpressung“

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Karl Lauterbach: „Die Uefa macht es zur Bedingung, dass an den jeweiligen Spielorten Zuschauer zugelassen werden, das ist aus meiner Sicht eine Form der Erpressung.“ Bild: EPA

Der Spielort München bangt um die Austragung seiner Partien bei der EM: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach kritisiert die Forderung der Uefa nach Zuschauergarantien.

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          Vor der Entscheidung des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (Uefa) an diesem Montag über die drei noch offenen Spielorte bei der Europameisterschaft in diesem Sommer (11. Juni bis 11. Juli) hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dem europäischen Verband versuchte Erpressung vorgeworfen. „Die Uefa macht es zur Bedingung, dass an den jeweiligen Spielorten Zuschauer zugelassen werden, das ist aus meiner Sicht eine Form der Erpressung“, sagte Lauterbach der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Fußball-EM

          Zu den drei der insgesamt zwölf Spielorte, die der Uefa bisher keine Garantie ausgestellt haben, gehört neben Bilbao und Dublin auch München. Ob die drei Städte nach der Ankündigung von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin, wonach „die Option, dass irgendein Spiel der EM ohne Fans ausgetragen wird, (...) definitiv vom Tisch“ sei, Teil der EM bleiben, ist ungewiss. „Damit werden die jeweiligen Städte unter Druck gesetzt, die ihre Bevölkerung gefährden müssen, um Teil der EM sein zu dürfen. Ich habe mit dem Stil der Uefa Probleme, aber auch mit dem Inhalt ihrer Forderung“, sagte Lauterbach.

          München hatte nach Aufforderung der Uefa bis zum 7. April ein Szenario für die Ausrichtung der drei deutschen Vorrundenspiele sowie eines Viertelfinals in drei Varianten vorgelegt: ohne Fans sowie mit Auslastungen von 20 und 40 Prozent. Die Bayerische Staatsregierung will die Zulassung von Zuschauern bisher aber nicht garantieren. Auf Anfrage teilte sie mit, dass das „derzeit weder garantiert noch verlässlich oder seriös prognostiziert“ werden könne. Zudem sei die Entwicklung auf Bundesebene zu beachten, weil „die geplanten Änderungen des Bundesinfektionsschutzgesetzes nach aktuellem Sachstand inzidenzwertbasiert auch Auswirkungen auf die Zulässigkeit von Sportveranstaltungen mit Zuschauern“ hätten.

          Lauterbach zeigt sich mit Blick auf die EM beunruhigt, dass die Uefa von Budapest die Garantie bekam, bei den insgesamt vier EM-Spielen die dortige Kapazitätsgrenze von 65.000 Zuschauern ausschöpfen zu dürfen. Zuschauer aus dem Ausland sind in Ungarn willkommen. Die Inzidenz lag dort am Freitag bei 394. „Der kommerzielle Aspekt des Fußballs scheint zu dominieren. Dabei wird im Sommer die Frage beantwortet, ob wir den Impferfolg in Europa sichern können oder ob es zu Mutationswellen des Virus kommt, so dass wir im Herbst wieder vor großen Problemen stehen“, sagte Lauterbach. „Ich frage mich, ob es das wirklich wert ist.“

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