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„Diese Option ist vom Tisch“ : Ist der EM-Spielort München in Gefahr?

So ähnlich soll es auch im Sommer 2021 sein: Fans bei einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft in München (hier 2016) Bild: Picture-Alliance

Der Uefa-Präsident setzt die für die EM 2021 vorgesehenen Ausrichterstädte unter Druck: Sie sollen garantieren, dass beim Fußballturnier Zuschauer in die Stadien dürfen. Das könnte weitreichende Folgen haben.

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          Wo findet die Fußball-Europameisterschaft im Sommer statt? Wenn man Aleksander Čeferin, dem Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (Uefa), glaubt, nur in Städten, die Zuschauer ins Stadion lassen. „Jeder Ausrichter muss garantieren, dass Fans zu den Spielen dürfen“, sagte Čeferin schon am Dienstag dem englischen Sender „Sky Sports“. „Die Option, dass irgendein Spiel der EM ohne Fans ausgetragen wird, ist definitiv vom Tisch.“ Diese Aussagen setzen nun die zwölf Städte unter Druck, die das Turnier mit einem Jahr Verspätung vom 11. Juni an ausrichten sollen. Darunter ist auch eine deutsche Stadt: München.

          Christopher Meltzer
          (cfm.), Sport

          An diesem Mittwochvormittag haben die EM-Organisatoren in München aufgrund des Vorstoßes des Uefa-Präsidenten eine Sitzung abgehalten. Im Anschluss verschickte das Referat für Bildung und Sport der Stadt eine Pressemitteilung, in der steht: „Ein Rückzug Münchens war und ist kein Thema.“ In München sollen die drei Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie eine Viertelfinalpartie ausgetragen werden. Mit Zuschauern? Damit beschäftige man sich zusammen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) weiterhin.

          „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob es das Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie zulässt, im Juni Zuschauer zuzulassen oder nicht“, wird der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in der Pressemitteilung zitiert. Eines sei für Reiter aber auch klar: „Dass Veranstaltungen dieser Art mit Zuschauern nach den aktuellen Vorschriften nicht erlaubt sind.“

          Deutlicher Vorstoß zur EM 2021: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (links), hier 2018 neben Philipp Lahm (links) und Reinhard Grindel
          Deutlicher Vorstoß zur EM 2021: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (links), hier 2018 neben Philipp Lahm (links) und Reinhard Grindel : Bild: Picture-Alliance

          Auf Anfrage der F.A.Z. teilte die Uefa an diesem Mittwoch mit, dass die zwölf Städte (München, Amsterdam, Baku, Bilbao, Budapest, Bukarest, Dublin, Glasgow, Kopenhagen, Rom, St. Petersburg und London) bis zum 7. April ein Szenario für die Ausrichtung der EM-Spiele einreichen müssen. In seiner Stellungnahme schreibt der Verband dazu: Keine Stadt würde automatisch ausgeschlossen, wenn sie ein Szenario ohne Fans hätte.

          Das scheint zunächst den Aussagen Čeferins zu widersprechen. In seiner Stellungnahme schreibt der Verband aber auch, dass man sich in diesem Fall überlegen müsse, ob es nicht sinnvoll wäre, die Spiele an andere Orte zu verlegen. Das wiederum deckt sich eher mit dem, was Čeferin am Sonntag der kroatischen Zeitung „Sportske novosti“ gesagt hat: „Die ideale Variante ist, in allen zwölf Ländern zu spielen. Aber es ist möglich, dass das Turnier in zehn oder elf Ländern gespielt wird, wenn einige Länder die Bedingungen nicht erfüllen.“ Laut Uefa sollen solche Entscheidungen, falls nötig, im April getroffen werden. Am 20. April findet der Uefa-Kongress in Montreux in der Schweiz statt.

          Und was passiert, falls München und andere Städte – egal, ob freiwillig oder nicht – ihre EM-Spiele abgeben würden? „Wir wären froh, zu helfen“, sagte Mark Bullingham, Geschäftsführer des englischen Verbands, der BBC. Auch Russland hat schon früher angeboten, mehr Spiele auszutragen.

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