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Fußball-EM 2016 : Das niederländische Desaster schmerzt nochmal

  • Aktualisiert am

„Es schmerzt“: Arjen Robben und seine Landsleute sehen die EM 2016 nur im TV. Bild: Picture-Alliance

In der Qualifikation zur Fußball-EM scheiterten die Niederländer auf peinliche Art. Kurz vor dem Turnier reißt die Wunde wieder auf. Denn in den Urlaub dürfen die Nationalspieler noch nicht.

          Es wirkt genauso wie 2014 vor der WM in Brasilien. Die niederländische Fußball-Nationalmannschaft ist in den Süden Portugals geflogen, um sich in Ruhe vorzubereiten. Und doch ist in diesen Tagen im Trainingscamp von Lagos alles anders. Denn die ganz große Anspannung fehlt, schließlich hat es das Oranje-Team tatsächlich geschafft, die Europameisterschaft in Frankreich trotz der Aufstockung auf 24 Teams zu verpassen. Wenn vom 10. Juni an halb Europa um den Titel bei der Fußball-EM 2016 kämpft, sitzen die Niederländer daheim vor dem Fernseher. Ein Desaster für die stolze Fußball-Nation.

          „Es schmerzt“, gestand Bayern-Star Arjen Robben am vergangenen Samstag noch beim DFB-Pokal-Finale in Berlin. Und damit meinte der Flügelflitzer nicht seine Adduktorenprobleme, die ihn schon wieder seit einigen Wochen außer Gefecht setzen. Robben klagte über den tristen Sommer ohne Großevent für ihn und die Elftal.

          Auch sein langjähriger Teamkollege Wesley Sneijder leidet daran, das Kräftemessen von Europas Fußball-Größen in den kommenden Wochen nur als Zuschauer zu erleben. „Es bringt mich immer noch um den Schlaf, dass wir nicht dabei sind, auch weil man als Fußballer nicht das ewige Leben hat“, sagte der Mittelfeldregisseur. „Ich hatte fantastische Zeiten bei Oranje, aber das wird immer eine Narbe bleiben.“

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          Spielplan der Fußball-EM 2016 in Frankreich

          In der Qualifikation landete das Team von Bondscoach Danny Blind hinter Island, Tschechien und der Türkei nur auf Platz vier und erntete dafür viel Hohn und Spott. Blind, der nach Platz drei bei der WM in Brasilien die Nachfolge von Louis van Gaal angetreten hatte, stand nach dem peinlichen Scheitern heftig in der Kritik. Doch die Bosse beim Verband hielten am Ex-Profi fest. Nun soll er die Niederlande zur Weltmeisterschaft in Russland 2018 führen.

          Blind nimmt die Tage an der Algarveküste deshalb sehr ernst. „Alles steht im Zeichen der Qualifikation für die WM in Russland“, sagte der 54-Jährige. „Das ist nun unser Ziel. Wir müssen den Fokus bereits auf den Beginn der Qualifikation im September legen.“ Deshalb lässt er zum Beispiel auch Sneijder nach dem türkischen Pokalfinale am Donnerstag noch einfliegen.

          An seiner Seite hat der Bondscoach in Portugal einen alten Haudegen. Dick Advocaat soll Blind mit seiner Erfahrung als Assistent helfen. Der inzwischen 68-Jährige kennt sich damit aus, wie man ein Team nach einem sportlichen Tiefpunkt wieder aufpäppelt. Advocaat übernahm die Elftal 2002 von van Gaal, nach dem dieser die Qualifikation für die WM in Japan und Südkorea verpasst hatte. Zwei Jahre später waren die Niederlande in Portugal bei dem EM wieder beim nächsten Großereignis dabei.

          Das ist nun wieder das Ziel. Doch erst einmal muss dich das Oranje-Team mit einer anderen Rolle begnügen. In drei Testspielen in Irland (Freitag), Polen (1. Juni) und Österreich (4. Juni) dienen die Niederländer lediglich als Sparringpartner, danach dann die bittere Rolle als Zuschauer. „Das wird nicht einfach“, sagte Robben mit Blick auf den ungewohnten und schmerzhaften Sommer.

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