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Fußball-EM 2016 : DFB-Team startet gegen Ukraine

  • -Aktualisiert am

Der Weg ist das vorgegeben, das Ziel auch: 24 Teams spielen um diesen Pokal bei der Fußball-EM 2016. Bild: dpa

Deutschland erwischt bei der Auslosung für die Fußball-EM 2016 eine machbare Gruppe. Los geht es am 12. Juni gegen die Ukraine. Schwieriger wird es für den deutschen Angstgegner Italien.

          Die wichtigste Nachricht am Abend der Auslosung zur Endrunde der Fußball-Europameisterschaft 2016 war nicht, wer bei diesem Mammut-Turnier mit 51 Spielen letztlich wann gegen wen und in welchem Stadion spielen wird: Sondern, dass nichts passiert ist. „Nichts“ zumindest aus Sicht der Sicherheitskräfte, deren größte Befürchtung abermaligem Terror gegolten hatte.

          Ob Platinis Scheitern vor dem internationalen Sportgerichtshof am Freitag oder Benzemas Ausschluss aus der Nationalmannschaft – ereignet hatte sich in der letzten Woche des UN-Klimagipfels, deren Schlusspunkt die Gala-Lotterie im streng bewachten Palais des Congrès de Paris bildete, ansonsten genug. Davon, dass die Anwesenheit der europäischen Fußball-Prominenz und hoher internationaler Verbandsvertreter bei den Veranstaltern für gesteigerte Nervosität gesorgt hatte, war im großen Kongresssaal im Westen der Stadt jedoch nichts spürbar gewesen.

          Die Ziehung der sechs Vorrundengruppen des erstmals um acht Mannschaften aufgestockten Großturniers mit 24 Teilnehmern verlief in elegant-entspannter Atmosphäre. Auch außerhalb hatte der Alltag den Ausnahmezustand längst wieder geschluckt. Für die deutsche EM-Delegation um Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff war die Rückkehr in die französische Hauptstadt nach der Terrornacht im Stade de France dennoch nicht unbeschwert gewesen.

          Löw hatte mehrmals betont, mit seinem Besuch bei der Auslosung demonstrieren zu wollen, dass „wir uns unsere Werte nicht nehmen lassen werden“. Bierhoff, auf der Bühne als Los-Assistent zugegen, freute sich bereits während der Verteilung der 23 Teams auf die Töpfe A bis F über die deutschen Gegner.

          Spielplan der Fußball-EM 2016 mit allen Gruppen und Terminen

          Der famose Deutschland-Dusel hatte dem in Gruppe C auf Eins gesetzten dreimaligen Europameister mit Nordirland, Polen und der Ukraine letztlich sehr machbare Aufgaben beschert. „Wir sind Favorit in der Gruppe und wollen sie gewinnen“, sagte Löw. Den nordirischen Gruppensieger, der in insgesamt 14 Begegnungen nur zweimal gegen die DFB-Elf gewinnen konnte, nannte Bierhoff „gute Freunde“, die kampf- und zuletzt auch spielstarken Polen um Bayern-Stürmer Robert Lewandowski „alte Bekannte, gegen die wir gewinnen können“.

          Und selbst die unangenehm zu spielenden Ukrainer entlockten dem Siegtorschützen des EM-Finales von 1996 vor allem ein erleichtertes Schnaufen, war Deutschland damit doch erfreulicherweise Italien entgangen. Die Squadra Azzurra war, da Gastgeber Frankreich als Kopf der Gruppe A feststand, trotz des vergleichsweise besseren Uefa-Koeffizienten als potentieller Angstgegner vieler großer Fußball-Nationen nur in Topf zwei gerutscht. Es traf schließlich die Gruppe E, die mit dem Weltranglistenersten und Mitfavoriten aus Belgien, den Schweden um ihren in Paris spielenden Star Zlatan Ibrahimovic und den Iren sicherlich die schwerste der kommenden Vorrunde ist.

          Die Franzosen, die das Turnier am 10. Juni 2016 in Paris gegen Rumänien eröffnen werden, treffen auf Turnierneuling Albanien und die Schweiz. Drei „nicht ganz einfache Gegner“ konstatierte Trainer Didier Deschamps, hatte sich seine Mannschaft doch schon vor einiger Zeit in einem Freundschaftsspiel gegen Albanien blamiert und auch Rumänien, das in der Qualifikation die wenigsten Gegentore kassierte, schätzte der Baske stark ein.

          Bundestrainer Joachim Löw (rechts) mit den drei Kollegen aus der Gruppe C.

          Zumal er im Sommer vermutlich auf Karim Benzema verzichten muss. Der Nationalstürmer wird nach einer eigenmächtigen, über den Kopf von Deschamps hinweg getroffenen Entscheidung von Verbandspräsident Noël Le Graët nicht mehr im Nationalteam auflaufen, solange das Gerichtsverfahren wegen seiner möglichen Beteiligung an der versuchten Erpressung seines Teamkollegen Mathieu Valbuena läuft. Damit eines ihrer erfahrensten Spieler beraubt, muss das junge Team um den Mittelfeldstrategen Paul Pogba allein mit den nicht ganz einfachen Gegnern klarkommen.

          „Nicht mehr tolerierbar““ lautete dennoch das Verdikt des Verbandes über Benzema, das so auch für den am Samstag wegen seiner 90-tägigen Suspendierung abwesenden Michel Platini gelten dürfte. Die Vorstellung, dass auch die EM ohne den Uefa-Präsidenten stattfinden könnte, nannte Organisationschef Jacques Lambert „herzzerreißend“.

          Viel entscheidender für das Gelingen des Turniers, bei dem zwischen dem 10. Juni und dem 10. Juli 51 Spiele in zehn Stadien ausgetragen werden, aber wird eindeutig die Sicherheitsfrage sein. Schon in ihrer EM-Bewerbung hatten die Franzosen die Sicherheitslage als eines der größten Risiken benannt.

          Seit am 13. November der Terror in der Eröffnungs- und Endspielarena von Saint-Denis von einer theoretischen zur realen Gefahr wurde, ist dies mehr denn je der Fall. Die Ausrichterstädte Toulouse und Saint-Etienne haben bereits die Einrichtung von Fan-Meilen in Frage gestellt. „Wir werden alles tun“, versprach Lambert nach der Auslosung, damit „der Fußball nicht abermals zur Nebensache“ wird.

          Der Fahrplan der Weltmeister zur Fußball-EM in Frankreich

          Nach der Auslosung der EM-Gruppen beginnen Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff ihre konkreten Planungen für das Turnier im kommenden Sommer in Frankreich. Gesucht werden noch zwei Testgegner für die Zeit der Vorbereitung. Offen ist auch noch, wann Bastian Schweinsteiger und Co. in das EM-Quartier in Evian-les-Bains am Genfer See einziehen.

          26. März: Testspiel gegen England in Berlin
          29. März: Testspiel gegen Italien in München
          Mai: Benennung vorläufiger EM-Kader
          14. Mai: Letzter Bundesliga-Spieltag
          21. Mai: DFB-Pokal-Finale in Berlin
          23. oder 24. Mai: Beginn Trainingslager in Ascona/Schweiz
          28. Mai: Champions-League-Finale in Mailand
          31. Mai: Ende Nominierungsfrist der 23 EM-Spieler
          Ende Mai/Anfang Juni: zwei Testspiele
          voraussichtlich 6. Juni: Einzug ins EM-Quartier in Evian-les-Bains
          12. Juni: EM-Gruppenspiel in Lille gegen die Ukraine
          16. Juni: EM-Gruppenspiel in St. Denis/Paris gegen Polen
          21. Juni: EM-Gruppenspiel in Paris gegen Nordirland
          10. Juli: EM-Finale in St. Denis/Paris

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