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Pressestimmen zum EM-Finale : „Deutschland fühlt sich benachteiligt – wie 1966!“

  • Aktualisiert am

Niederlage in der Verlängerung: Deutschland um Sydney Lohmann verliert das EM-Finale im Wembley. Bild: Reuters

„Football’s Coming Home“: England gewinnt die Fußball-EM in einem packenden Endspiel gegen die deutsche Mannschaft. Die internationalen Medien berichten nach dem Finale von Wembley entsprechend.

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          Die deutschen Fußballspielerinnen haben ihren neunten Triumph bei einer Europameisterschaft verpasst. Das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg verlor am Sonntag das Endspiel gegen England im Londoner Wembley-Stadion ohne die verletzt fehlende Kapitänin Alexandra Popp mit 1:2 (1:1, 0:0) nach Verlängerung. Dazu schreibt die internationale Presse:

          Großbritannien:

          „Daily Mail“: „Das wilde EM-Finale hat gezeigt, dass der Fußball der Frauen keine zahmere und sanftere Version des Spiels ist. So viel harte Arbeit und Aufopferung haben sich in zwei glorreichen (und knochenharten) Stunden ausgezahlt.“

          „Daily Mirror“: „Champions!!! England gewinnt die EM 2022 dank eines späten Kelly-Treffers in der Verlängerung in eindrücklichem Wembley-Finale gegen Deutschland“

          „The Sun“: „It's come home! (Er ist nach Hause gekommen!) Englands Löwinnen brüllen voller Stolz, während sie ihren geschichtsträchtigen Triumph bei der EM 2022 feiern.“

          „The Telegraph“: „Der tiefste Schmerz in Englands Sportseele ist getilgt. Und es ist eine Befreiung, die von Frauen vollbracht wurde – inmitten von Szenen reinsten Freudentaumels. (...) Dies ist ein Sport, der Frauen in England ein halbes Jahrhundert lang offiziell untersagt war. Noch in den 90er-Jahren wurde der Fußball der Frauen in der Fleet Street als „ein Spiel, das nur einvernehmlich von Erwachsenen im privaten Rahmen gespielt werden sollte“ verhöhnt. (...) Doch heute hat sich Optimismus über Kurzsichtigkeit und Verachtung hinweggesetzt. Es ist eine Lektion (...): Stelle Frauen in den Vordergrund und sieh zu, wie sie in die Höhe schnellen.“

          „The Guardian“: „England zum Champion der EM 2022 gekrönt, nachdem Kelly Deutschland in der Verlängerung versenkt hat.“

          „The Times“: „Die Fans sangen vom „Fußball, der nach Hause kommt“, und England musste eine Mannschaft besiegen, die für ihre Widerstandsfähigkeit bekannt ist und deren Vertreter sich ihnen in der Vergangenheit so oft in den Weg gestellt haben. Aber England hat die unaufhörliche Bewährungsprobe durch Deutschland bewältigt. Sie wurden ihren Erwartungen gerecht. Sie gingen in Führung, verloren sie und bewiesen dann ihren Charakter, indem sie sie zurückgewannen. Das machte ihre Leistung noch bedeutender, weil es Deutschland war.“

          „The Independent“: „Kellys Treffer hat nicht nur den Sieg bei dieser EM der Frauen und den Löwinnen den ersten Turniererfolg ihrer Geschichte beschert. Man kann davon ausgehen, dass er noch viel mehr bewirken wird. (...) Zugegeben, ob Sieg oder Niederlage, Sarina Wiegman und ihre Spielerinnen hatten das womöglich schon erreicht. Aber jetzt haben sie eine Trophäe, an der sie alles aufhängen können.“

          „Daily Express“: „Die Löwinnen haben es geschafft, was für ein Moment für uns alle. Unser Land war in der Flaute; die Pandemie hat uns niedergeschlagen; wir haben eine anhaltende Lebenshaltungskostenkrise. Aber gestern lieferte die englische Fußball-Mannschaft die perfekte Stärkung. (...) Die Löwinnen haben im Wembley-Stadion die Geschichte des englischen Fußballs neu geschrieben. All die Jahre des Schmerzes sind vorbei. Fußball ist endlich nach Hause gekommen. Und wer weiß, vielleicht inspiriert der Triumph der Löwinnen sogar die englische Mannschaft von Southgate bei der Weltmeisterschaft in Qatar im November.“

          „Daily Star“: „Es ist alles vorbei...WOW! Und begeisterte Fans im ganzen Land versenkten 10 Millionen Pints, als sie auf den Triumph anstießen – was der Wirtschaft innerhalb von nur 24 Stunden einen dringend benötigten 40-Millionen-Pfund-Schub verlieh.“

          Frankreich:

          „L'Equipe“: „England beendet seinen Fluch mit Gewinn der Frauen-EM“

          „Le Figaro“: „Sarina Wiegman wurde nicht umsonst zur besten FIFA-Trainerin des Jahres 2017 und 2020 gewählt. Fünf Jahre nach dem Gewinn der Europameisterschaft am Steuer der Niederlande behielt die Niederländerin ihre Krone, diesmal aber mit England.“

          „Libération“: „Die Engländerinnen beherrschen den Alten Kontinent“

          „Ouest France“: „Und am Ende gewinnen die Engländerinnen! Nach einem taktisch geführten Finale haben die Engländerinnen ihre erste Trophäe im Fußball gewonnen. Und das war der Höhepunkt in einem spektakulären Wettbewerb, der in den letzten Jahren seine Fortschritte bewiesen hat.“

          „Le Parisien“: „Die Engländerinnen schreiben Geschichte und kehren nach 56 Jahren des Herumstocherns ins internationale Rampenlicht zurück. Im Tempel von Wembley haben die Löwinnen ihre Chance gegen die deutschen Nimmersatten genutzt. Die Spielerinnen von Sarina Wiegman haben das Dach Europas erklommen, und das durchaus zu Recht.“

          „Le Courrier de l'Ouest“: „Das Endspiel hat alle Versprechen gehalten. Rhythmus, Engagement, Spannung, harte Zweikämpfe. Nach 56 Jahren wurde ein englischer Traum zur Wirklichkeit. Und 87.192 Zuschauer bei einem EM-Finale bedeuten einen Rekord für diesen Wettbewerb – Frauen und Männer gemischt. Dieses Finale hat alle Erwartungen erfüllt, auch wenn die Tornetze erst nach der Halbzeit wackelten.“

          Nach dem Treffer von Chloe Kelly gab es bei den Engländerinnen kein Halten mehr. Bilderstrecke
          Bilder zum EM-Finale : Das englische Märchen wird wahr

          Spanien:

          „Marca“: „Es war ihre Europameisterschaft und sie durften nicht scheitern. England wollte debütieren und tat es im großen Stil, mit einem brechend vollen Wembley und gegen ein Deutschland, das nicht wusste, wie es ist, ein Finale zu verlieren.“

          „La Vanguardia“: „England hat sein Traumziel erreicht. Nicht einmal die besten Drehbuchautoren hätten so eine perfekte Geschichte schreiben können.“

          „AS“: „England hat eine neue Königin. Chloe Kelly entscheidet das beste Frauen-EM-Finale aller Zeiten. Die Fußball-Party hatte das glücklichere Ende für den Gastgeber. Wenn Deutschland gewonnen hätte, hätte sich auch keiner beschweren können.“

          „Sport“: „Schon wieder Wembley. Schon wieder eine Verlängerung. Die Tränen waren allerdings in diesem Fall süß. England holt zum ersten Mal den EM-Titel in einem Spiel, bei dem es hin-und herging. Es stimmt, jetzt ja, der Fußball „it's coming home“.

          „El Mundo Deportivo“: „Deutschland zeigte Charakter und Mentalität, doch diesmal fehlte auch ein Quentchen Glück.“

          Italien:

          „Gazzetta dello Sport“: „Königinnen Europas: Englands Frauen schreiben Geschichte. Der zweite Platz Deutschlands, das zu Beginn des Turniers nicht als Favorit galt, ist ein Platz von Gewicht, weil er einer sehr jungen Mannschaft zu verdanken ist, die bereits bei der WM im kommenden Jahr siegen könnte. Die Engländerinnen haben die einzige defensive Lücke Deutschlands in der ganzen EM für ihren Sieg ausgenutzt.“

          „Corriere dello Sport“: „Tore und Show: Europa verneigt sich vor Kelly. Das Rennen der Löwin begeistert England. Die Engländerinnen und die Deutschen kümmern sich um nichts, sie denken nur daran, Fußball zu spielen und ihr Match begeistert die fast 90.000 Zuschauer. Wunderbares Fest in Trafalgar Square, während Deutschland für einen nicht gewährten Elfmeter protestiert.“

          „Tuttosport“: „Wembleys Löwinnen bescheren England die Krone, die sie bei der Männer-EM im vergangenen Jahr verfehlt hatten. Deutschland leidet sehr in der ersten Halbzeit. Die Trainerin korrigiert die Formation und in der zweiten Halbzeit ist Deutschland wirklich gefährlich.“

          „Corriere della Sera“: „Ein Jahr nach dem Sieg Italiens gegen England, rücken die englischen Löwinnen um Chloe Kelly zu den neuen Königinnen Europas auf. England-Deutschland ist auch im Fußball der Frauen ein Klassiker, der sich zu Beginn der Verlängerung entscheidet. Bis dahin herrscht große Ausgewogenheit zwischen den beiden Teams, doch England glänzt mit einer Reihe von Spielerinnen, die den Weg zu Tor finden und aus England die stärkste Mannschaft Europas machen.“

          „La Repubblica“: „Löwinnen auf dem Thron: Sie bescheren England, das sich nach Erfolgen sehnt, eine Trophäe, auf die das Land seit 56 Jahren gewartet hatte. England siegt mit Fußball, Liebe und Fantasie, alles was echter Sport bedeutet.“

          Österreich:

          „Kronen Zeitung“: „Europameister! England feiert heißes Sommermärchen“

          „Kurier“: „England erfüllt sich den großen EM-Traum“

          Schweiz:

          „Blick“: „England ist Europameister! Joker Chloe Kelly entscheidet vor der Rekordkulisse von 87.192 Fans in der Verlängerung das Final-Spektakel im Londoner Wembley. Deutschland fühlt sich benachteiligt – wie 1966!“

          Dänemark:

          „Politiken“: „Endlich hat es geklappt: Der Fußball kommt nach Hause. Ein mitreißendes und dramatisches Finale vor den Augen des größten Publikums eines EM-Spiels jemals endete mit einem Sieg für die Heimmannschaft. Ein internationaler Fußballklassiker setzte den wirksamen Schlusspunkt der Frauen-EM – und Deutschland gewann am Ende ausnahmsweise nicht.“

          Norwegen:

          „Verdens Gang“: „Wembley war voller englischer Siegestränen, aber es waren Alexandra Popps verzweifelte, leere Augen, die den stärksten Eindruck hinterließen. Dies war schließlich ihre EM. Sie war auf dem Weg, die Königin der Meisterschaft zu werden, als der größte Fußballtag ihres Lebens vorbei war, bevor er richtig begonnen hatte. Stattdessen wurde es Englands EM. Der Fußball ist nach Hause gekommen.“

          Schweden:

          „Aftonbladet“: „Fußball ist ein einfacher Sport. 22 Spielerinnen versuchen, in 90 oder 120 Minuten die meisten Bälle ins jeweilige Tor zu schießen. Am Ende gewinnt die Mannschaft, die währenddessen die wenigsten Probleme, die besten Spielerinnen auf der Bank und die beste Trainerin an der Seitenlinie hat. Nach vielem Wenn und Aber ist das England.“

          Niederlande:

          „NRC“: „Die Fußball-EM war schön, aber es gibt noch einen langen Weg zurückzulegen. Das ändert nichts daran, dass das Turnier auf englischem Boden in sportlicher, kommerzieller und werbewirksamer Hinsicht ein Erfolg war. Diese Sportart wird sich in Europa in einem hohen Tempo weiterentwickeln, vielen geht es noch nicht schnell genug.“

          „Trouw“: „Mit dem Sieg im EM-Finale macht sich Sarina Wiegman in England unsterblich.“

          „De Volkskrant“: „Sarina Wiegman macht es: Auch mit England wird sie Europameisterin. Für nichts Geringeres wurde sie angestellt. Ihr Transfer von den Niederlanden nach England spiegelt die veränderten Machtverhältnisse im Frauenfußball wider.“

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