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Tipps vom Fußball-Experten : „Wir stehen unter Druck“

  • -Aktualisiert am

Ohne Mut: Michael Ballack nach dem Ausscheiden bei der WM 2006 Bild: Imago

Was nervt Spieler am meisten vor Turnieren? Überzogene Erwartungen und wenn jeder seine Einschätzung zum Besten gibt. Nun erinnert der unerschütterliche Klinsmann die DFB-Elf an die Griechen von 2004.

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          Was nervt alle Fußballtrainer und alle Spieler am meisten vor großen Turnieren? Wenn sie mit überzogenen Erwartungen konfrontiert werden und vor allem wenn jeder, der sich dazu berufen fühlt, seine persönliche Einschätzung zum Besten gibt. Und was machen dann alle Fußballtrainer und alle Spieler nach ihrer Karriere? Genau das, natürlich.

          Legendär, wie könnte es anders sein, ist ein Ausspruch von Franz Beckenbauer geworden. Nach dem WM-Sieg 1990 lud er seinem Nachfolger Berti Vogts gleich mal einen schweren Rucksack auf: „Wenn jetzt noch die Spieler aus der DDR dazu- kommen, sind wir auf Jahre unschlagbar.“ Nun, das klappte bekanntlich nicht ganz.

          Für die aktuelle deutsche Mannschaft müssen andere Vergleiche her, aber wer lange sucht, der findet auch was Passendes. Jürgen Klinsmann, der Vorgänger von Joachim Löw, erinnert vor dem Turnierstart, natürlich gewohnt optimistisch, an die griechischen Sensationssieger von 2004.

          „Die waren von der Favoritenrolle viel weiter weg als wir“, sagt er, was schon deshalb völlig richtig ist, weil noch nie ein späterer Europameister so sehr Außenseiter gewesen war wie damals die Griechen. Denen hatte Otto Rehhagel eine Taktik verpasst, die allen Gegnern irgendwann Lust und Laune nahm. „Wir müssen den Titel als Ziel haben“, sagt Klinsmann, der Unerschütterliche.

          Nur Mut also – und geht es nach Michael Ballack, kein erwiesener Löw-Freund, wird die deutsche Mannschaft den allerdings auch brauchen: „Wir stehen nach dem blamablen Vorrunden-Aus bei der WM unter Druck. Die Reputation steht auf dem Spiel“, sagt der 2010 im Unfrieden geschiedene Spielmacher. Und skeptisch sind natürlich auch die Fans: Nur 11 Prozent glauben an den Finaleinzug, und ganze 6,8 Prozent tippen auf einen EM-Sieg der eigenen Mannschaft. Vermutlich aber immer noch mehr als damals in Griechenland.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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