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1:0 gegen Kroatien : Sterling ist für England Gold wert

  • -Aktualisiert am

Raheem Sterling erzielte den englischen Treffer zum 1:0 gegen Kroatien. Bild: AFP

Diesmal läuft es besser als im WM-Halbfinale vor drei Jahren: England startet mit einem Sieg über Kroatien in die EM. Raheem Sterling nutzt eine der Chancen seines Teams im Wembleystadion.

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          Was den Engländern bei einer EM-Endrunde noch nie gelang, glückte am Sonntagnachmittag daheim im Wembley-Stadion: ein Sieg zum Turnierauftakt. Der 1:0-Erfolg über Kroatien im ersten Duell zweier großer Fußballländer zum Beginn der Spiele in der Gruppe D durch einen Treffer von Raheem Sterling (57. Minute) mutete aber eher wie eine Pflichtübung an.

          Fußball-EM

          Sie war aber auch eine Revanche für die 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen die Kroaten im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2018. Bis zur Kür ist im Verlauf der kommenden Wochen noch genügend Spielraum. Immerhin ließ das Team von Trainer Gareth Southgate dem Rivalen so gut wie nie den Raum, offensiv gefährlich werden zu können, vergaß darüber aber auch allzu oft die Lust aufs eigene Spiel. Deshalb wohnte dem vermeintlich ersten sportlichen Highlight bei der nachgeholten Euro 2020 bestenfalls Mattglanz inne.

          Überfallartig stürzten sich die Engländer in „ihre“ EM, winken ihnen doch inklusive Finale günstigenfalls sechs Spiele im heiligen Gral Wembley. Um mal gleich zu zeigen, wer hier in jeder Hinsicht das Heimrecht beansprucht, schlenzte Phil Foden, einer der Jungstars vom Meister Manchester City, den Ball gegen den Pfosten (6.).

          Kroaten wirken merklich gealtert

          Das hätte das 1:0 sein können, dachte sich auch der Dortmunder Jungstar Jadon Sancho, den Southgate nicht einmal in den Spieltagskader berief. Auch Phillips’ Flachschuss (9.), den Torhüter Dominik Livakovic parierte, mutete bedrohlich an. Dann aber war die Drangperiode der Engländer bis zur Halbzeit beendet. Kroatien gestaltete die qualitativ minütlich nachlassende Begegnung bis zur 45. Minute ausgeglichen, ohne selbst gefährlich anzumuten.

          Ob die Spieler, darunter der in der ersten Hälfte besonders unscheinbare Torschützenkönig Harry Kane, nach einer anstrengenden Ligasaison schon unter Temperaturen von 27 Grad im Schatten litten? Die Kroaten jedenfalls, 2018 Weltmeisterschaftszweite, wirkten gegenüber ihrem bisher besten Auftritt bei einem großen Turnier merklich gealtert, nicht nur, weil Spielmacher Luka Modric inzwischen 35 Jahre alt ist.

          Fußball-EM

          Da auf der anderen Seite die Engländer, Vierte beim Turnier in Russland, ihr Talent über weite Strecken nur andeuteten, warteten 22.500 Zuschauer in der Arena geduldig auf den ersten zündenden Moment. Der kam, nachdem die Kroaten gerade erste offensive Akzente gesetzt hatten und der Vorkämpfer Kalvin Phillips den bei Manchester City zuletzt nicht mehr allzu auffälligen Sterling freispielte, der den Ball an Livakovic vorbei zum 1:0 ins Netz setzte.

          Ein Fanal auch für das Publikum, das sogleich den Britpop-Klassiker „Football’s Coming Home“ anstimmte. Die englischen Fußballstars von heute hielten sich zunächst daran und drängten auf den zweiten Treffer, den Kane (61.) und Mason Mount bei seinem gefühlvollen Freistoß (67.) knapp verfehlten.

          Wenig später begann die Zeit der Auswechslungen, bei denen Southgate sogleich seinen besten Joker aus der Angriffszone zog: Marcus Rashford, den Stürmerstar von Manchester United, der Foden, den Kollegen vom Ortsrivalen City, ersetzte. Sommerlichen Glanz aber bot diese meist zähe Auseinandersetzung noch immer nicht. Beide Teams müssen sich wohl erst einmal in das Turnier hineinarbeiten. Die kroatische Schlussoffensive mit dem Ziel, wenigstens mit einem Remis davonzukommen, verlief sich im Ungefähren, während die Engländer immerhin einmal konkret werden konnten.

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          Zuschauer stürzt von Tribüne im Wembley-Stadion

          Beim EM-Spiel zwischen England und Kroatien (1:0) im Londoner Wembley-Stadion ist ein Zuschauer am Sonntag schwer verletzt worden. Wie ein Sprecher nach der Partie auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, stürzte die Person kurz nach dem Anpfiff von einer Tribüne. Nach medizinischer Erstbehandlung vor Ort sei die Person in „kritischem Zustand“ in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach Informationen der Zeitung „Evening Standard“ handelte es sich um einen Mann, der von einem Rang gestürzt und auf die Sitze und den Steinboden in der Etage darunter gefallen war. Man werde den Vorfall gemeinsam mit der UEFA untersuchen, kündigte der Wembley-Sprecher an. (dpa)

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