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FAZ.NET-Übersteiger : Wir wollen euren Zoo nicht!

The Godfather of Tierorakel: Krake Paul tippt Deutschland - Argentinien bei der WM 2010 Bild: dpa

Mag sein, dass Tierorakel mal lustig waren. Krake Paul wurde immerhin einen WM-Sommer lang zur Berühmtheit. Schade, dass mit dem längst toten Kopffüßer nicht auch die tierische Wahrsagerbranche beerdigt wurde.

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          Kennen Sie schon Yvonne? Funtik und Traudl? Mörmel und Ferret? Tik und Citta? Kasimir und Lorenzo? Oder Speedy und Schneewittchen? Nein? Besser so!

          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          In den Tagen vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft schieben einige, die das für besonders kreativ halten, einen halben Zoo in die Manege, um die Tiere in albernen Spielchen einzelne Ergebnisse oder am besten schon den kommenden Titelgewinner vorauszusagen zu lassen.

          Der Oktopus Paul setzte vor zwei Jahren während der WM einen Trend, der nun anscheinend nicht mehr aufzuhalten ist. Damals tauchte er vor den Spielen der deutschen Elf zur Futterbox mit der Fahne des späteren Siegers und sagte auch unter Wasser zielsicher korrekt voraus, dass die Spanier das Finale gewinnen würden. Dafür wurde die Krake sogar „Ehrenbürger “ vom kleinen Ort Carballiño. Im Oktober 2010 aber starb der weltmeisterliche Wahrsager.

          Die Sache war damals schon nicht besonders einfallsreich und lustig, nun allerdings ist die Orakelbranche im Kampf um Pauls Nachfolge völlig verwässert worden. Dutzende Besitzer tauchen inzwischen auf, um das Tier ihrer Wahl an Futtertrögen mit Flaggen knabbern oder riesige Bälle auf ein Tor stupsen zu lassen. Nicht nur die Marketingabteilungen der Tierparks, selbst das öffentlich-rechtliche Fernsehen beteiligt sich daran. Und wie steht es um die Trefferquote?

          Professor Klaus Schönitzer von der Zoologischen Staatssammlung München muss es wissen: „Rein vom Wissenschaftlichen sehe ich keinen Grund, warum ich einem solchen Tier-Orakel glauben sollte.“ Die Inflation der Wahrsager auf vier oder zwei Beinen scheint vielmehr einen anderen simplen Grund zu haben: die Suche nach ein bisschen öffentlicher Aufmerksamkeit – und sei es auf noch so absurde Weise.

          Wem es nicht passt: Es gibt noch einige Dutzend andere hellseherische Tiere Bilderstrecke
          Wem es nicht passt: Es gibt noch einige Dutzend andere hellseherische Tiere :

          Es wird Zeit, dass der Ball rollt. Angestoßen von den besten Fußballspielern des Kontinents – und nicht von Groß-Elefanten-Füßen oder Mini-Bulldoggen-Beinen, deren Herrchen oder Frauchen nichts Besseres einfällt. Die eingangs erwähnten Namen gehören übrigens einer Kuh, einem Eber, einer Ziege, zwei Ottern, einem Seehund, einer Elefantenkuh, einem Alpaka, einem Papagei und zwei Frettchen. Nur falls Sie es nicht schon vorher wussten.

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