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Elfmeterschießen gegen Spanien : Italien nach Drama im EM-Finale

Torwart Gianluigi Donnarumma hält, Italien zieht ins EM-Finale ein. Bild: Reuters

Italien geht erst in Führung, Spanien gleicht durch einen Joker aus im EM-Halbfinale. In der Verlängerung gibt es im Wembley-Stadion keine Tore. Die Entscheidung fällt schließlich im Elfmeterschießen.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Vor dem Turnier-Höhepunkt der Gipfel: der Südeuropa-Klassiker Italien gegen Spanien im Halbfinale dieser ereignisreichen Fußball-Europameisterschaft in elf Ländern. Der viermalige Weltmeister und Einmal-Europameister gegen den dreimaligen Europameister und Einmal-Weltmeister.

          Fußball-EM

          Bella Italia, der 2018 nicht mal für die WM-Endrunde qualifizierte Herzensbrecher dieses Turniers, gegen die vor rund zehn Jahren stilbildenden Spanier, die nach Jahren im Mittelmaß bei dieser EM immer besser Tritt fassten. Das legendäre Londoner Wembley-Stadion, wo an diesem Mittwochabend (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV) England und Dänemark den zweiten Finalteilnehmer ausspielen, bot den klassischen Resonanzraum für diesen Fußballklassiker vor knapp 60.000 Zuschauern – eine Bühne der Massen, als gäbe es keine Pandemie mehr.

          Auf dem Platz, wo die Entscheidung reifen musste, war im Spiel Elf gegen Elf genug Platz für zwei frisch aufgebaute Teams ohne Superstar, die kollektive Stärke hüben wie drüben zu demonstrieren. Die der Spanier war größer, was sich nach neunzig wie 120 Minuten im Spielstand von 1:1 nach Toren von Chiesa (60. Minute) und Morata (80.) nicht angemessen spiegelte.

          Italien vermisst Spinazzola

          Das Elfmeterschießen musste entscheiden. Nervensache. Und die besseren Nerven hatte Italien, das diesen Shootout 4: 2 gewann. Einem Fehlschuss durch Locatelli folgten vier Treffer, der entscheidende durch Jorginho. Spanien dagegen leistete sich durch Olmo und Morata einen Fehlschuss zu viel. Die Reise der Italiener geht weiter. Am Sonntag steigt am gleichen Ort das große Finale. „Wir haben gegen einen mächtigen Gegner gespielt. Wir haben gelitten aber wir haben es nach Hause gebracht. Wir haben immer an uns geglaubt und lassen uns nicht in die Enge treiben“, sagte Siegtorschütze Jorginho.

          Italien vermisste den nach mit einem Achillessehnenriss beim 2:1-Viertelfinalsieg über Belgien für sechs Monate in den Krankenstand zurückgeworfenen offensiven Linksverteidiger Spinazzola, den der gebürtige Brasilianer Emerson gut ersetzte. Enrique tauschte Innenverteidiger Pau gegen Garcia, den angeschlagenen Linksaußen Sarabia gegen den in der Bundesliga für RB Leipzig angreifenden Olmo und Mittelstürmer Morata gegen Oyarzabal aus.

          Die von Mancini nach Jahrzehnten der alerten Verteidigungsbereitschaft auf das Leitmotiv Attacke umgeschulte Squadra Azzurra setzte, diesmal eher vorsichtig, in einer 4-3-3-Formation auf Konter, die Furia Roja blieb beim vertrauten 4-3-3 mit vielen Elementen, die über Jahre den selbstbewussten, zielstrebigen Kombinationsfluss des FC Barcelona prägten.

          Kein Wunder, wuchs Enrique doch als wagemutiger (National-)Spieler und Kontroversen nicht scheuender Trainer in diesem Verein auf. Nach dem ersten italienischen Schreckschuss, den Barellà aus Abseitsposition gegen den Pfosten setzte, übernahm Spanien mit langen Ballstafetten die Spielkontrolle und überraschte die Italiener mit einer Angriffsformation, in der Olmo als hängende Spitze viele Akzente setzte und Oyarzabal wie Ferran Torres von außen attackierten.

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