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Stimmen zum EM-Endspiel : „Es tut gerade einfach nur schweineweh“

  • Aktualisiert am

Svenja Huth (rechts) vertrat die fehlende Kapitänin Alexandra Popp. Bild: dpa

Die deutsche Nationalmannschaft zeigt ein famoses EM-Finale, verliert in der Verlängerung allerdings gegen England. Die Enttäuschung ist immens, nicht nur bei Svenja Huth. Die Stimmen zum Endspiel.

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          Tränen statt Triumph: Ohne ihre Anführerin Alexandra Popp haben die deutschen Fußballerinnen den ersehnten neunten EM-Titel nach einem Kampf auf Biegen und Brechen knapp verpasst. Der Rekordeuropameister verlor das Finale von Wembley 1:2 nach Verlängerung gegen Gastgeber England und kassierte damit seine erste EURO-Endspielniederlage. Die eingewechselten Ella Toone und Chloe Kelly erzielten vor der ohrenbetäubend lauten EM-Final-Rekordkulisse von 87.192 Zuschauern die Treffer für die Engländerinnen, die ihren ersten großen Titel holten. Lina Magull hatte in der regulären Spielzeit zwischenzeitlich ausgeglichen. Die Reaktionen zum Endspiel:

          Svenja Huth (Ersatzkapitänin): „Es tut gerade einfach nur schweineweh, als Verlierer den Platz zu verlassen. Wir haben 120 Minuten alles gegeben und uns auch vom Rückstand nicht schocken lassen. Leider haben wir uns nicht belohnt.“

          Martina Voss-Tecklenburg (Bundestrainerin): „Wir waren nah dran. England hat im eigenen Land aber dem Druck standgehalten. Glückwunsch an die Engländerinnen. Alexandra Popp hätte auch beim Gegner etwas ausgelöst mit ihrer Präsenz. Aber es ging einfach nicht. Wir sind todtraurig, dass wir verloren haben. Wir sind in einem Prozess, es hat nicht ganz gereicht. Also müssen wir noch ein bisschen mehr tun. Wir wachsen an solchen Spielen.“

          Olaf Scholz (Bundeskanzler): „Glückwunsch an die Lionesses zur Europameisterschaft und an die DFB-Frauen für die Weltklasse-Leistung in einem engen Spiel. Das war ein mitreißendes Turnier und ganz Deutschland ist stolz auf dieses Team.“

          Annalena Baerbock (Außenministerin): „Ihr habt uns alle in dieser EM sehr stolz gemacht. Eure Enttäuschung mag im ersten Moment unermesslich sein, aber Ihr seid getragen von Millionen neuer Fans, die Ihr mit Eurer Hingabe und Eurem Teamgeist gewonnen habt.“

          Bernd Neuendorf (DFB-Präsident): „Unsere Mannschaft hat den deutschen Fußball bei der EM herausragend vertreten, daran ändert auch die Finalniederlage gegen die großartigen Gastgeberinnen aus England nichts. Unsere Spielerinnen haben das ganze Land begeistert, sie sind sympathisch, authentisch und nahbar aufgetreten, sie leben echten Teamgeist vor. Besonders herausheben möchte ich unsere Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Die Entwicklung der Mannschaft trägt ihre Handschrift.“

          Heike Ullrich (DFB-Generalsekretärin): „Es ist sehr schade, dass es heute nicht zum neunten EM-Titel gereicht hat. Trotzdem hat die Mannschaft ein herausragendes Turnier gespielt und kann sehr stolz auf sich sein. Unsere Spielerinnen haben mit ihrer couragierten und leidenschaftlichen Art eine riesige Begeisterungswelle in Deutschland ausgelöst. Jetzt gilt es, genau diese Begeisterung in die neue Saison der Frauen-Bundesliga mitzunehmen, denn in der Liga sind die meisten unserer EURO-Heldinnen zu sehen.“

          Nach dem Treffer von Chloe Kelly gab es bei den Engländerinnen kein Halten mehr. Bilderstrecke
          Bilder zum EM-Finale : Das englische Märchen wird wahr

          Hansi Flick (Bundestrainer): „Es tut mir für Martina Voss-Tecklenburg und ihr gesamtes Team sehr leid, dass sie ihre großartigen Auftritte nicht mit dem Titel krönen konnten. Aber nach der ersten Enttäuschung können sie mit Stolz auf dieses Turnier zurückblicken. Mit welcher Leidenschaft und gleichzeitig Leichtigkeit, Spielfreude und Teamgeist die Mannschaft durch dieses Turnier gegangen ist, hat mich begeistert. Das war auf und neben dem Platz überragend, die Spielerinnen waren eine verschworene Einheit und deshalb erst im Finale von den Gastgeberinnen zu besiegen.“

          Englands Siegtorschützin Chloe Kelly: „Oh mein Gott, es ist einmalig. Danke an jede einzelne Person, die uns unterstützt hat, das ist so unreal. Aus sowas sind Träume gemacht. Für ein kleines Mädchen, das früher Frauenfußball geschaut hat, ist das unglaublich.“

          Englands Fußball-Legende Gary Lineker in Abwandlung seines berühmten Spruchs: „Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Frauen jagen für 90 Minuten dem Ball nach und am Ende gewinnt tatsächlich England.“

          Oliver Bierhoff (DFB-Geschäftsführer): „Dieses großartige Turnier unserer Mannschaft hätte den Titelgewinn als würdigen Abschluss verdient gehabt. Im DFB haben wir für unsere Mannschaften das Motto vorgegeben: Zurück an die Weltspitze. Die Auftritte unserer Mannschaft in England waren trotz der Finalniederlage vom ersten Spiel an bis zum Schluss ganz große Klasse, dieses Turnier wird ein Meilenstein für die Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland sein. Diese Leistung unserer Nationalmannschaft gibt dem gesamten DFB nochmal Extra-Motivation mit Blick auf die Ende des Jahres anstehende Weltmeisterschaft der Männer.“

          Donata Hopfen (Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga): „Herzlichen Glückwunsch an Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und das gesamte Team zu einem fantastischen Turnier! Nummer zwei in Europa – das ist das Ergebnis großartiger Leistungen in den vergangenen Wochen. Es war eine riesige Freude, die Spiele zu verfolgen. Die deutschen Frauen haben sehr eindrucksvoll gezeigt, was mit Leidenschaft, Talent und einem herausragenden Teamgeist möglich ist.“

          Queen Elizabeth II. in einem Glückwunschschreiben: „Das ist eine bedeutende Leistung für das gesamte Team, einschließlich Ihres Betreuungsstabs. Die Meisterschaft und Ihre Leistung dabei wurden zu Recht gelobt. Ihr Erfolg geht jedoch weit über die verdiente Trophäe hinaus. Sie alle haben ein Beispiel gegeben, das für Mädchen und Frauen von heute und für zukünftige Generationen eine Inspiration sein wird. Ich hoffe, dass Sie auf den Einfluss, den Sie auf Ihren Sport hatten, genauso stolz sein werden wie auf das heutige Ergebnis.“

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