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EM-Prognose : England ist knapper Favorit auf den Titel

  • Aktualisiert am

Wenn alles gut läuft, sind Phil Foden (links) und Harry Kane am Sonntag Europameister. Bild: dpa

Eine Frage muss noch beantwortet werden: Wer wird Europameister? Die EM-Prognose sieht England durch den Heimvorteil leicht vorne. Es gibt aber auch noch weitere Vorhersagen fürs Endspiel.

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          Eigentlich ist es nur noch diese eine Frage, die bei der Fußball-Europameisterschaft beantwortet werden muss: Wer holt den Titel? Die Antwort ist so leicht wie knifflig zugleich. Viele Optionen gibt es nicht mehr: Italien? Oder England? Und wer jetzt sagt, dass die Chancen im Finale an diesem Sonntag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV) im Wembleystadion in London bei 50 zu 50 stehen, der liegt gar nicht so falsch.

          Denn auch das Rechenmodell von Daniel Memmert und Fabian Wunderlich sagt vorher, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Sieg bei beiden Teams relativ gleich ist. England hat einen leichten Vorteil und ist damit Favorit. 52,8 Prozent sprechen für die „Three Lions“ im heimischen Stadion, demnach 47,2 Prozent für die Squadra Azzurra,.

          Dass sich beide im Endspiel treffen und dass es so knapp ist, überrascht Memmert nicht. „Im Finale stehen sich zwei große Mannschaften gegenüber, die auch vor dem Turnier schon unter den Top-5 der Favoriten zu finden waren“, sagt er, der mit seinem Team für alle Spiele die EM-Prognosen bei FAZ.NET berechnet hat. „Das Turnier hat aber auch gezeigt, wie eng die Mannschaften beieinander liegen. Das zeigt sich unter anderem auch daran, dass es bei der Hälfte der bisherigen 14 K.o.-Spiele mindestens die Verlängerung brauchte, um einen Sieger zu ermitteln.“

          Und warum liegt England vorne? „Das Finale ist völlig ausgeglichen. Der Unterschied ist minimal“, sagt Wunderlich. „In der öffentlichen Wahrnehmung scheint der Fußball der italienischen Mannschaft wesentlich mehr Eindruck hinterlassen zu haben.“ Aber man dürfe nicht vergessen, „dass England vor dem Turnier als drittbestes europäisches Team auf Platz vier der Weltrangliste stand, den Kader mit dem höchsten Marktwert aller Teams besitzt und im bisherigen Turnier erst ein Gegentor bekommen hat. Zudem hilft der Heimvorteil. Würde das Spiel auf neutralem Boden ausgetragen, hätte tatsächlich Italien bei der Gewinnwahrscheinlichkeit knapp die Nase vorne.“

          Es gibt noch weitere Fragen, die vor dem Finale berechnet wurden. Wie viele Tore fallen? „Bei einem so wichtigen und ausgeglichenen Spiel sind generell eher wenig Tore zu erwarten“, sagte Memmert. „Mit über 80 Prozent Wahrscheinlichkeit werden in der regulären Spielzeit maximal drei Tore fallen. Wenige Tore haben aber auch einen Vorteil, denn damit steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Verlängerung, die Chancen auf eine Verlängerung stehen mit fast einem Drittel also gar nicht schlecht.“

          Und wer entscheidet das Finale womöglich mit seinem Tor und wird somit möglicherweise Spieler dieser EM? „Hier sind die Topfavoriten die beiden Engländer Raheem Sterling und Harry Kane“, sagt Wunderlich. „Ebenfalls hoch gehandelt werden die Italiener Jorginho, Giorgio Chiellini und Federico Chiesa. An den Wahrscheinlichkeiten lässt sich aber ablesen, wie schwer dies abzusehen ist. Einerseits kann im Finale viel passieren, andererseits ist eine letztendlich subjektive Bewertung nicht präzise vorherzusagen. Man darf also gespannt sein.“

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          Wer führt die EM-Prognose durch?

          Daniel Memmert, Professor und geschäftsführender Institutsleiter am Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik an der Deutschen Sporthochschule in Köln, kennt insbesondere auch die psychologischen Tücken von Vorhersagen und konnte in eigener Forschung belegen, dass sich Experten dabei regelmäßig überschätzen. Daher empfiehlt er statt auf einzelne Expertenmeinungen lieber auf die Prognosen von datenbasierten Modellen zu vertrauen.

          Der Mathematiker Fabian Wunderlich hat mehrere Jahre im Sportwetten-Bereich gearbeitet, promoviert derzeit im Bereich „Big Data und Vorhersagemodelle im Sport“ und betreibt nebenbei die Website Tipponaldo.de.

          Gemeinsam haben sich beide in einem Übersichtsartikel mit Vorhersagemodellen im Sport befasst und in einer aktuellen Studie den hohen Zufallseinfluss im Fußball nachgewiesen, der letztendlich die Vorhersagen so schwierig macht. Darüber hinaus wissen sie wie wichtig Wettquoten im Vorhersagebereich sind und haben den Nutzen von Wettquoten für die Analyse von Leistungsstärken und in der Vorhersage von Fußballspielen untersucht. Hier wird das Vorhersagemodell in Kürze vorgestellt, das die Wahrscheinlichkeit berechnet, wer die einzelnen Spiele und am Ende die EM gewinnt.

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