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EM-Aus von DFB-Team : Kroos kontert scharfe Kritik von Hoeneß mit Sarkasmus

  • Aktualisiert am

Deutliche Worte nach dem deutschen EM-Aus: Uli Hoeneß Bild: dpa

Knapp zwei Wochen nach dem EM-Aus rechnet Uli Hoeneß ab. Er spricht über die Probleme beim DFB, Bierhoffs Verhalten, Löws falsche Taktik und seinen Ärger über Flick. Auch Kroos nimmt er sich vor.

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          Uli Hoeneß sieht auf den „idealen Bundestrainer“ Hansi Flick bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft großen Druck zukommen. „Jetzt hat er es ja relativ leicht, weil er kaum Widerstand kriegen wird. Er ist halt der Messias“, sagte der Ehrenpräsident des FC Bayern München am Sonntag im Sport1-“Doppelpass“. „Aber wenn man der Messias ist, muss man auch Erfolg haben. Der Druck auf ihn ist ungeheuer groß.“ Flick hatte mit den Bayern als Nachfolger von Niko Kovac sieben Titel gewonnen. Er folgt beim DFB auf Joachim Löw. Flick habe es beim FC Bayern geschafft, die Mannschaft hinter sich zu bringen, „die sind für einander durchs Feuer gegangen“, sagte Hoeneß.

          Fußball-EM

          Der 69-Jährige erinnerte am Sonntag aber auch an den Ärger rund um Flick, der mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic in Personalfragen nicht denselben Kurs verfolgte. Während der größten Erfolge sei es öffentlich viel um internen Ärger gegangen. „Das hat er mitverursacht, da war ich ihm auch ziemlich böse“, grantelte Hoeneß. Flick habe sich als Trainer nur für das Sportliche interessiert, nicht für die wirtschaftliche Seite. „Deswegen ist er eigentlich ein idealer Bundestrainer.“ Denn bei der Nationalmannschaft gehe es nicht um Ablösesumme.

          Hoeneß forderte DFB-Direktor Oliver Bierhoff auf, öffentlich aktiver aufzutreten. „Es kann nur funktionieren, wenn zum Beispiel der Oliver Bierhoff endlich aus dieser Versenkung verschwindet und nicht nur alle drei Monate irgendein Interview gibt, sondern sich aktiv mit einschaltet, damit das ganze Projekt läuft“, sagte Hoeneß. Dass man auf handelnde Personen beim DFB, die alles Amateure seien, nicht bauen könne, „ist so klar wie Fleischbrühe“.

          „Da springt mir meine Frau ins Kreuz“

          Hoeneß schlug im Zusammenhang mit einer neuen Führung beim DFB ein Beratergremium aus Persönlichkeiten des Profifußballs vor. Wenn vernünftige Leute auf ihn, den ehemaligen Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge oder auch Rudi Völler zukämen, „können wir uns dem doch kaum verschließen“, sagte er. Zugleich wiederholte er, nicht als DFB-Präsident zu Verfügung zu stehen. „Da springt mir meine Frau ins Kreuz“, meinte der Weltmeister von 1974.

          Aus seiner Sicht gehe es darum, dass die neue DFB-Führung auch sportliche Kompetenz habe. Er könne sich in diesem Zusammenhang sehr gut vorstellen, dass Philipp Lahm ein Kandidat für das Präsidium sei. „Ein Name, der hoch interessant ist“, sagte Hoeneß. Der frühere Weltmeister Lahm ist Organisationschef der Europameisterschaft 2024 in Deutschland und bereits Mitglied im DFB-Präsidium.

          Hoeneß kritisierte auch das Verhalten englischer Fans vor dem Finale der EM an diesem Sonntag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV) hart. Die Engländer hätten sich „in jeder Hinsicht unmöglich verhalten“, sagte er. Hoeneß ärgert es, dass sich im Rahmen des Achtelfinales England gegen Deutschland Fans gegen ein kleines weinendes deutsches Mädchen gewandt hatten oder dass bei der Hymne Dänemarks gepfiffen worden war. Das habe nichts mit „Sportsmanship“ zu tun, sagte Hoeneß.

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