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DFB-Team vor Länderspielen : Löw setzt auf Riesenkader und zwei Neulinge

  • Aktualisiert am

Mahmoud Dahoud (links) von Borussia Dortmund trifft den Münchner Joshua Kimmich beim DFB-Team wieder. Bild: dpa

Joachim Löw löst das Personal-Puzzle für die nächsten drei Länderspiele mit einer großen Auswahl von 29 Spielern – und einem Novum. Zurück sind die Münchner und Leipziger, die zuletzt fehlten. Dazu kommen zwei Neulinge.

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          Es wird ein Experiment, das es in der Form noch nie gab. Joachim Löw geht den ungeliebten Länderspiel-Dreierpack gegen die Türkei, in der Ukraine und gegen die Schweiz mit gleich zwei separaten Teams an. Dafür nominierte der Bundestrainer am Freitag gleich 26 Feldspieler, darunter die Neulinge Mahmoud Dahoud von Borussia Dortmund und Jonas Hofmann von Borussia Mönchengladbach, und drei Torhüter. „Wir lassen die Spieler in zwei Etappen anreisen und planen im Grunde mit zwei unterschiedlichen Aufgeboten“, erklärte der Bundestrainer nach der Berufung seines 29-köpfigen Kaders am Freitag.

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          Während der allgemeine Treffpunkt des Nationalteams am Montag ist, werden die Bayern-Spieler um den zurückkehrenden Kapitän Manuel Neuer und die Leipziger sowie Toni Kroos erst am Dienstag in Köln anreisen und Mittwoch trainieren. „Mit ihnen plane ich nicht für das Spiel gegen die Türkei“, sagte Löw mit Blick auf die Partie am Mittwoch. Bei Routinier Kroos muss der Chefcoach ohnehin abwarten, ob ein Einsatz nach dem bei Real Madrid erlittenen Muskelfaserriss im Gesäßbereich überhaupt möglich ist.

          „Das Spiel gegen die Türkei ist für unsere junge Mannschaft eine willkommene Gelegenheit, gewisse Dinge zu testen und einiges auszuprobieren“, erklärte Löw. Das eröffnet Spielern wie Nadiem Amiri (Leverkusen), Benjamin Henrichs (Leipzig) und Niklas Stark (Hertha) nach längeren Nationalmannschafts-Pause plötzlich eine neue Chance. Konzentrieren will sich der Bundestrainer allerdings auf die Nations League, in der Deutschland nach dem 1:1 gegen Spanien und dem 1:1 in der Schweiz im September schon Boden verloren hat. Am Samstag, 10. Oktober, tritt die DFB-Auswahl in der Ukraine an, am folgenden Dienstag geht es gegen die Schweiz.

          „Ganz klar: Wir wollen wieder Erfolgserlebnisse, wir wollen Tore schießen und wieder Siege einfahren, wir wollen Punkte holen“, sagte Löw. Zumal in Köln nach dem jüngsten Beschluss des europäischen Fußball-Verbandes erstmals in der Corona-Krise Zuschauer wieder bei Länderspielen zugelassen sind. Mit je 9200 Fans in den zwei Partien plant der DFB. Das letzte Wort aber hat hier das Kölner Gesundheitsamt. Das rheinische Bundesliga-Derby 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach muss am Samstag wegen der zu hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen als Geisterspiel ausgetragen werden.

          Im Anschluss an den Test gegen die Türkei will Löw entscheiden, wer die Reise ins Corona-Risikogebiet Kiew mit antritt. „Das Reglement sieht für die Uefa-Spiele ja ohnehin maximal 23 Spieler vor“, bemerkte der Bundestrainer auf der DFB-Homepage: „Und was die Pandemie angeht, werden wir wieder penibel sämtliche Maßnahmen ergreifen, um das Risiko, sich zu infizieren, so gering wie möglich zu halten.“ Das Land Nordrhein-Westfalen hat dem Löw-Team bereits zugesichert, dass es nach dem Rückflug aus der Ukraine nach Köln keine Quarantäne-Maßnahmen geben muss.

          Löw will die Belastung für jeden Spieler dosieren. „Es wird im Rahmen dieses intensiven Zeitraums bei der Nationalmannschaft für jeden Phasen der Anspannung, aber auch der Entspannung geben. Deshalb haben wir einen erweiterten Kader berufen, der uns genügend Optionen für die drei Spiele gibt“, betonte er. „Mit Blick auf die individuelle Belastungssteuerung der Spieler ist das eine Herausforderung.“ Nicht dabei sind wegen Verletzungen Torwart Marc-André ter Stegen (Barcelona), Leroy Sané (FC Bayern) und Thilo Kehrer (Paris). Ilkay Gündogan (Manchester City) soll sich nach einer Infektion mit dem Coronavirus bei seinem Klub weiter auskurieren, teilte der Deutsche Fußball-Bund mit. Auf sein Comeback noch warten muss der nach langer Verletzungspause beim BVB zurückgekehrte Marco Reus.

          Dafür darf dessen Vereinskollege Dahoud erstmals bei Löw vorspielen, was wie auch beim Gladbacher Hofmann etwas überrascht. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler wartet in Dortmund noch auf seinen Durchbruch. In der vergangenen Saison machte Dahoud nach der Corona-Zwangspause beim Liga-Restart auf sich aufmerksam, wurde dann aber von einer Verletzung zurückgeworfen. Im Supercup gegen Bayern durfte sich der Deutsch-Syrer jüngst beweisen. Hofmann ist schon 28, war in der vergangenen Saison in Mönchengladbach wichtiger Stammspieler und als Offensiv-Allrounder vor allem im Saison-Endspurt maßgeblich mit am Champions-League-Einzug der Borussen beteiligt.

          Das Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft:

          Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (FC Arsenal), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

          Abwehr: Emre Can (Borussia Dortmund), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Robin Gosens (Atalanta Bergamo), Marcel Halstenberg, Benjamin Henrichs, Lukas Klostermann (alle RB Leipzig), Robin Koch (Leeds United), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Nico Schulz (Borussia Dortmund), Niklas Stark (Hertha BSC), Niklas Süle (Bayern München), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

          Mittelfeld und Angriff: Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen), Julian Brandt, Mahmoud Dahoud (beide Borussia Dortmund), Julian Draxler (Paris St. Germain), Serge Gnabry, Leon Goretzka (beide Bayern München), Kai Havertz (FC Chelsea), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Joshua Kimmich (Bayern München), Toni Kroos (Real Madrid), Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach), Suat Serdar (Schalke 04), Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon), Timo Werner (FC Chelsea)

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