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Nationalmannschaft : Müller will mehr Ruhe

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Lamento des Top-Stars: Thomas Müller fordert mehr Erholungspausen Bild: AP

WM, EM, Confed-Cup und künftig noch ein Nations Cup. Die Belastung der Top-Fußballer ist am Limit. Weltmeister Thomas Müller mag sich nicht beklagen, benennt aber die Probleme.

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          Weltmeister Thomas Müller hat kurz vor dem Ende der Mammut-EM in Frankreich vor einer weiteren Überforderung der internationalen Top-Fußballer gewarnt. „Es geht ja eher noch in die Richtung, noch mehr Spiele zu machen, als sie zu reduzieren. Das ist schon bedenklich“, sagte der Dauerleister vom FC Bayern München am Dienstag in Évian-les-Bains. Der 26 Jahre alte Nationalspieler sieht das Hauptproblem nicht einmal in der Tatsache, während der Saison in der Regel alle vier Tage ein Fußballspiel bestreiten zu müssen.

          „Jeder Mensch kann, wenn er gut trainiert ist, alle vier Tage viele Kilometer in einer hohen Intensität laufen“, bemerkte Müller. Problematisch seien besonders die kurzen Pausen im Sommer. Die deutschen EM-Spieler erhalten in der Regel nach dem Turnierende in Frankreich drei Wochen Urlaub. Danach steigen sie in die bereits laufende Saisonvorbereitung bei ihren Vereinen ein. „Dann sind wir schon wieder hinterher. Wir müssen was aufholen. Und ein, zwei Wochen später geht die Saison schon wieder los“, beschrieb Müller die aktuelle Situation.

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          „Es geht darum, mental Ruhepausen zu bekommen“, erklärte Müller. „Es ist schon wichtig abzuschalten und drei, vier, fünf Wochen mal nichts mit dem Ganzen zu tun zu haben. Dann freue ich mich auf die Saison.“ Der Ist-Zustand stelle sich dagegen so dar: „Einmal Luft holen - und dann wird man schon wieder unter Wasser gedrückt.“ Mental sei das schon eine Riesenbelastung, die gerade auf den Protagonisten der Fußballszene laste. „Wir wollen uns darüber nicht beklagen“, sagte Müller, „man sollte es aber auch nicht unter den Teppich kehren.“ Ein Klagelied, das weiß Müller, käme angesichts der zugleich immer weiter steigenden Millionen-Gagen für die Profis öffentlich nicht gut an.

          „Brutal“

          Es gebe nicht nur alle vier Tage ein Fußballspiel, sondern tägliche Einflüsse darüber hinaus, betonte Müller: „Man hat, wenn man ganz bekannt ist und in der Topliga mitspielt, auch privat nicht immer die Ruhepausen.“ In England etwa gebe es im Gegensatz zu Deutschland nicht einmal eine Winterpause, sagte Müller: „Das ist das Brutale.“

          Die EM in Frankreich findet erstmals mit 24 Mannschaften statt. Das bedeutet für die Finalisten sieben Spiele. Das Turnier dauert einen kompletten Monat. Alle zwei Jahre finden für die europäischen Nationalspieler im Wechsel WM- und EM-Turniere statt.

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          Als Weltmeister bestreitet die deutsche Nationalelf im kommenden Jahr zudem den Confederations Cup in Russland. Dieser wird vom 17. Juni bis 2. Juli ausgespielt. Erst 2019 gibt es für Müller & Co. wieder einen Sommer ohne größeres Turnier. Die Europäische Fußball-Union Uefa führt zur Saison 2018/19 den Uefa Nations Cup für Nationalteams ein. Er soll weitgehend die Freundschafts-Länderspiele ersetzen.

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