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Deutschland gegen Portugal : Wen lässt Löw wie spielen?

So könnten sie spielen: Deutschland gegen Portugal Bild: F.A.Z.

Bundestrainer Löw kündigt für das Spiel gegen Portugal mehr Offensivgeist an und auch „taktische Veränderungen“. Ob und wie sich das in der Aufstellung bemerkbar macht?

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          Das 0:1 zum Auftakt gegen Frankreich, bei dem die deutsche Mannschaft kaum zu Chancen gekommen war, brachte verschiedene Interpretationen hervor: dass die Franzosen schlicht zu stark waren, „Weltmeister im Verteidigen“, wie Joachim Löw das nannte, aber eben auch, dass die Bemühungen seiner Mannschaft zu schwach ausfielen, so wie einige Spieler das formulierten.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Die Frage, die sich dahinter verbarg und die in dieser Woche diskutiert wurde, ist nun: Hatte die deutsche Chancenarmut strukturelle Ursachen? Und was müsste der Bundestrainer dann jetzt gegen Portugal an diesem Samstag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, in der ARD und bei MagentaTV) ändern? Löw kündigte am Freitagabend mehr Offensivgeist an und auch „taktische Veränderungen“.

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          Ob sich das in der Aufstellung bemerkbar macht, blieb allerdings offen. Auf den ersten Blick spricht tatsächlich manches für eine Rückkehr zur vertrauten 4-2-3-1- oder 4-3-3-Formation. Das deutsche Team hätte im Zentrum einen offensiven Spieler mehr, dazu könnte Joshua Kimmich wieder auf seine geliebte Sechser-Position an die Seite von Toni Kroos rücken.

          Theoretisch könnte Löw das sogar mit denselben Spielern tun, die gegen Frankreich begannen. Allerdings fängt es da an, kompliziert zu werden. Ilkay Gündogan müsste weiter nach vorne geschoben werden, wo er dann schon sehr bald auf Thomas Müller treffen würde. Wie das funktionieren würde, wäre weitgehende Spekulation, und Müller fühlt sich sicher wohler damit, mehr aus der Tiefe zu kommen. Dann müsste Löw unter Umständen Gündogan opfern. Oder gar Müller?

          Hier zeigt sich schon früh, in welch schwierige Lage Löw sich mit der Hoppla-hopp-Rückkehr samt weitreichender Spielgarantie gebracht hat. Das könnte noch spannend werden – sofern Deutschland länger im Turnier bleibt. Auch Leon Goretzka ist ja wieder bereit, wenn auch noch nicht für die Startelf. Für den Augenblick aber scheint es wahrscheinlicher, dass Löw sich der Löw-Interpretation anschließt und erst einmal wenig bis gar nichts ändert. Zumal die Mannschaft in der knappen Vorbereitungszeit viel Energie darauf verwendet hat, die Dreierkette einzustudieren.

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          Somit könnte es auf die Frage nach einzelnen personellen Änderungen hinauslaufen, konkret: Haben Kai Havertz und Serge Gnabry ihren Startplatz sicher? Da kommt es auf Details an, die man von außen nicht sehen kann, Trainingsleistung, körperliche Verfassung (Gnabry), und am Ende auch Löws Bauchgefühl: Wem traut er eher zu, im weiteren EM-Verlauf wichtig zu werden. Leroy Sané und/oder Timo Werner? Klar ist jedenfalls: Dem Champions-League-Sieger Havertz jetzt schon den Wind aus den Segeln zu nehmen, käme ziemlich früh.

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