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Bierhoff zur Löw-Nachfolge : „Gute Gespräche“ mit Wunsch-Bundestrainer Flick

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Hansi Flick könnte der nächste Bundestrainer werden – wenn er denn will. Bild: AFP

Der frühere Assistent Hansi Flick soll Nachfolger von Joachim Löw werden. DFB-Direktor Oliver Bierhoff spricht beim Pokalfinale über den Stand der Verhandlungen – und seine Zukunft beim Verband.

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          DFB-Direktor Oliver Bierhoff würde weiterhin gerne innerhalb der nächsten vier Wochen die Verpflichtung von Wunschkandidat Hansi Flick als neuen Bundestrainer perfekt machen. „Mein Wunsch-Zeitplan wäre, es vor der EM klar zu machen, dass man dann bei der EM über das Thema auch nicht mehr sprechen muss“, sagte Bierhoff am Donnerstagabend in der Halbzeit des DFB-Pokalfinals zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig beim TV-Sender Sky.

          „Ich bin positiv. Man ist natürlich nie sicher, aber wir haben gute Gespräche. Er muss natürlich auch noch das ein oder andere mal überdenken, da muss man ihm Zeit lassen. Wir würden uns ihn alle als Bundestrainer wünschen.“ Flick hatte seinen Cheftrainer-Vertrag beim FC Bayern München zum Saisonende vorzeitig aufgelöst und wäre damit für die Nachfolge von Joachim Löw, der nach der EM aufhört, frei.

          „Wir wissen, Hansi ist ein gefragter Mann“, sagte Bierhoff. „Man hat schon gemerkt, dass sein Fokus gegen Saisonende schon auf dem Meisterschaftsgewinn war.“ Bierhoff hatte bereits zuletzt sein gutes, enges und vertrauensvolles Verhältnis zu Flick betont, der von 2006 bis 2014 Assistent von Löw beim Nationalteam war. Die EM beginnt am 11. Juni. Deutschland beginnt vier Tage später mit dem Spiel gegen Frankreich. Danach geht es in der Vorrunde gegen Portugal und Ungarn. Die Spiele finden jeweils in München statt.

          Flick mag keinen Zeitpunkt für seine Entscheidung über ein mögliches Engagement als Bundestrainer nennen. „Ich habe immer gesagt, dass ich keinen Druck verspüre. Natürlich sind die Gespräche gut, aber mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, sagte der 56 Jahre alte Flick am Freitag in Grassau mit Blick auf den Austausch mit DFB-Direktor Bierhoff.

          Flick will offenbar das Saisonende in der Bundesliga am 22. Mai abwarten, bevor etwas verkündet wird. „Ich habe hier noch zwei Spiele. Ich habe hier eine Aufgabe, einen Job zu erledigen. Der ist mir sehr wichtig, weil die Mannschaft mir sehr wichtig ist“, sagte Flick. Sein „absoluter Fokus“ gelte darum zunächst einer erfolgreichen Beendigung der Saison mit dem FC Bayern.

          Bierhoff selbst sieht seine Zukunft innerhalb des Deutschen Fußball-Bunds weiter beim Nationalteam – und strebt nicht die Nachfolge von Fritz Keller als DFB-Präsident an. „Für mich spielt das keine Rolle“, sagte er. „Das ist eine ganz schwierige Aufgabe.“ Dafür bedürfe es einer gewissen Erfahrung. „Ich freue mich, im operativen Geschäft und bei der Nationalmannschaft zu sein“, sagte der DFB-Direktor.

          „Ich bin positiv“: DFB-Direktor Oliver Bierhoff möchte Hansi Flick als Bundestrainer.
          „Ich bin positiv“: DFB-Direktor Oliver Bierhoff möchte Hansi Flick als Bundestrainer. : Bild: dpa

          Keller hatte am Dienstagabend seine Bereitschaft zum Rücktritt erklären lassen. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius wird den Verband verlassen. Interimsmäßig wird der DFB bis zum nächsten Bundestag mit Neuwahlen, der voraussichtlich Anfang 2022 stattfinden soll, von den ersten Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters geführt. Koch wird sich dann nicht mehr in seiner jetzigen Position zur Wiederwahl stellen, wie Curtius gehörte er in dem heftigen Richtungsstreit der vergangenen Monaten zu den Gegenspielern von Keller.

          Allerdings ist eine Zukunft Kochs beim DFB weiter möglich. Er wird nämlich nur seine Funktion „als haftender Vorstand des DFB gemäß Paragraf 26 BGB definitiv“ beenden, wie er es selbst am Abend des großen Knalls formulierte. Doch als einer von derzeit acht nichthaftenden Vizepräsidenten könnte er beim kommenden DFB-Bundestag sehr wohl wieder ins DFB-Präsidium einziehen – und seinen Einfluss damit im Namen des süddeutschen und bayerischen Verbandes auch aus zweiter Reihe weiter geltend machen.

          Diese Variante hat Koch gegenüber der F.A.Z. ausdrücklich nicht ausgeschlossen. „Zuvörderst geht es jetzt darum, den DFB zur Ruhe kommen zu lassen. Alle weiteren Fragen stellen sich, wenn es so weit ist. Schritt für Schritt. In den kommenden Wochen und Monaten muss der DFB wieder völlig geordnet seinen Geschäften nachgehen können, das ist der Job“, sagt Koch.

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