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Nationalmannschaft : Bierhoff sieht keine Comeback-Chance für Müller und Co.

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Es muss gespielt werden, meint Bierhoff: „Es gibt viele vertragliche Verpflichtungen gegenüber Partnern“ Bild: EPA

Für den engen Terminplan des Nationalteams nach dem Corona-Neustart sieht Bierhoff keine Alternative. Urlaub werde es für die Topspieler kaum geben, ein Comeback der aussortierten Weltmeister aber auch nicht.

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          Oliver Bierhoff lächelte wie immer. Doch seine Aussagen zum ersehnten Neustart der Nationalmannschaft Anfang September verrieten, wie sehr sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in der Corona-Krise um den Neubeginn seines Vorzeigeteams sorgte. „Es war häufig die Angst da, dass man keine Länderspiele im Herbst haben wird“, sagte der DFB-Direktor am Sonntag im „Doppelpass“ bei Sport1.

          Rund zehn Millionen Euro allein aus der Fernseh-Vermarktung spült jeder Auftritt der Mannschaft von Joachim Löw in die Verbandskasse - ohne diese Gelder könnte der DFB seine gesamte Arbeit nicht weiterführen. So sieht Bierhoff keine Alternativen für den umstrittenen Auftakt nach der Corona-Pause. „Es gibt viele vertragliche Verpflichtungen gegenüber Partnern“, sagte der Direktor Nationalmannschaften zu den vom europäischen Verband (Uefa) veröffentlichten Terminkalender. Das Löw-Team soll am 3. September gegen Spanien und drei Tage später in der Schweiz in die neue Nations League starten.

          Bayern-Trainer Hansi Flick und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sehen die Ansetzung angesichts des Champions-League-Turniers bis 23. August als höchst problematisch. Die Spieler würden danach unbedingt Urlaub brauchen. „Inhaltlich“ könne er Flick und Rummenigge „voll verstehen“. Dennoch sei er über die Aussagen verwundert, „weil die Entscheidung auf europäischer Ebene mit den Vereinen abgestimmt wurde“, erklärte Bierhoff: „Die Belastung wird sehr hoch sein, da waren wir uns alle bewusst“, sagte er: „Aber auch wir müssen und wollen Spiele haben.“

          Kein Urlaub für die Spieler

          Die junge Nationalmannschaft brauche mit Blick auf die in den Sommer 2021 verschobene EM die Möglichkeit für eine weitere Entwicklung. Dabei seien sich die Spieler bewusst, „dass sie keinen Sommerurlaub haben werden, Winterurlaub wahrscheinlich auch nicht“, sagte Bierhoff. Zudem gibt es eben die wirtschaftlichen Zwänge. Auch für die Dreifach-Termine im Oktober und November sieht der Europameister von 1996 im Moment keine Alternativen.

          Neben je zwei weiteren Partien in der Nations League ist dann auch je ein Freundschaftsspiel vorgesehen. Auch da gebe es keine Wahl: „Theoretisch müssen sie gemacht werden, weil auch die Testspiele an die Uefa verkauft sind. Wir stehen in der Pflicht, an die Uefa zu liefern.“ Die Nationalmannschaft ist die Haupteinnahmequelle des Verbandes.

          Dass es nach den starken Leistungen von Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng in dieser komplizierten Saison in der neuen Spielzeit zu einem Comeback der früheren Weltmeister kommen wird, hält Bierhoff für wenig wahrscheinlich. Bundestrainer Löw habe bewusst ein Zeichen für die jungen Spieler gesetzt, bemerkte Bierhoff: „Ich gehe nicht davon aus, dass Jogi seine Meinung morgen ändert.“

          2018 beim blamablen WM-Auftritt in Russland habe es einen Konflikt gegeben zwischen jungen Spielern, die zuvor erfolgreich den Confed Cup gespielt hatten, und einigen seit langer Zeit fest gesetzten Kräften, bestätigte Bierhoff. „Uns war damals auch bewusst, du musst Platz schaffen. Den schaffst du nicht, wenn du die Räume immer wieder mit solchen Persönlichkeiten füllst.“

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