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DFB-Aufstellung gegen Ungarn : Müller auf der Bank – Löw setzt auf Sané

Schmerz lass nach: Thomas Müller im Portugal-Spiel Bild: dpa

Die Knieblessur ist doch zu schwer: Thomas Müller fehlt beim deutschen Spiel gegen Ungarn in der Startelf. Für ihn stellt Bundestrainer Joachim Löw Leroy Sané auf. Sonst gibt es keine Veränderungen.

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          Ohne Thomas Müller geht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in das abschließende Gruppenspiel der Europameisterschaft am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV) in München gegen Ungarn. Der Spieler des FC Bayern laborierte zuletzt an einer Kapselverletzung im rechten Knie, die er sich beim 4:2-Sieg über Portugal am Samstag zuzog. Bis kurz vor der Partie war unklar, ob Müller einsatzfähig ist oder nicht. Er ist es nicht. Für ihn kommt Klubkamerad Leroy Sané in die Startelf. Müller steht allerdings im Kader und könnte theoretisch eingesetzt werden. Nicht im Aufgebot sind Lukas Klostermann, Jonas Hofmann und Christian Günter.

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          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Ansonsten verändert Bundestrainer Joachim Löw nichts an seiner Aufstellung im Vergleich zu den Spielen gegen Frankreich (0:1) und Portugal (4:2). Kapitän Manuel Neuer steht im Tor. Davor verteidigt die Dreierkette mit Mats Hummels, Matthias Ginter und Antonio Rüdiger. Auf den Außen im Mittelfeld spielen wieder Joshua Kimmich und Robin Gosens, in der Zentrale Ilkay Gündogan und Toni Kroos. Vorne sollen neben Sané Serge Gnabry und Kai Havertz für die Tore sorgen. „Leroy brennt“, sagte Löw. Leon Goretzka, der auch als Alternative erwartet worden war, sitzt nach seiner längeren Verletzungspause zunächst auf der Bank.

          Die Debatte um die von der Europäischen Fußball Union nicht genehmigte Regenbogen-Beleuchtung des Stadions überlagerte in den Stunden vor dem Spiel die sportliche Dimension des letzten Spiels fast. Auch Joachim Löw musste sich noch am Vorabend des Duells mit Ungarn zu der Causa äußern. Der Fokus ist aber beim Bundestrainer klar ausgerichtet. Gegen die Magyaren soll der Nationalelf am Mittwoch der letzte Schritt Richtung Achtelfinale gelingen – am besten mit einem eigenen Sieg.

          Die Ausgangslage: Manuel Neuer und seine Kollegen haben es selbst in der Hand. Schon mit einem Unentschieden ist das Achtelfinal-Ticket gebucht. Mit einem Sieg ist auch noch Platz eins möglich, wenn Frankreich im parallelen Spiel (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM und bei MagentaTV) in Budapest nicht gegen Portugal gewinnt. Bei derzeit drei Punkten und einer positiven Tordifferenz (+1) hängt ohnehin einiges vom Ausgang des Duells zwischen Weltmeister Frankreich (4 Punkte/+1) und Europameister Portugal (3/+1) ab.

          Nur ein Fall darf für Joachim Löw nicht eintreten. Verliert die DFB-Elf gegen Ungarn und holt Portugal mindestens einen Punkt ist die EM für Deutschland vorbei und die Ära Löw auf unrühmliche Weise beendet. „Ich habe ein deutlich positiveres Gefühl, als es 2018 der Fall war“, zog Mats Hummels einen Vergleich zum WM-Debakel vor drei Jahren, als nach der Vorrunde Schluss war. Das gilt auch für das zurückkehrende Wir-Gefühl zwischen Mannschaft und Fans, wie Christian Kamp schreibt.

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          Der Gegner: Die Ungarn können ziemlich unbequem sein. „Wir wissen, dass sie ein ganz gefährlicher Gegner sind. Vielleicht ist es besser für uns, dass wir jetzt auf sie treffen, wo wir sie schon zweimal gesehen haben“, warnte Hummels. Gegen Frankreich holten die Magyaren einen Punkt, der würde ihnen in München aber nicht zum Weiterkommen reichen. Gleich vier Bundesliga-Profis stehen im Aufgebot: Roland Sallai vom SC Freiburg, Adam Szalai von Mainz 05, den Pirmin Clossé beschreibt, und die Leipziger Peter Gulasci – porträtiert von Sebastian Stier – und Willi Orban.

          Die Historie: Ungarn. Dieser Gegner löst bei deutschen Fans immer noch besondere Gefühle aus. Dabei gab es seit 67 Jahren gegen die Magyaren kein Pflichtspiel mehr. Das letzte Duell von bislang nur drei Partien unter Turnierbedingungen wird immer in den Geschichtsbüchern stehen – als „Wunder von Bern“. Am 4. Juli 1954 gelang Deutschland als großem Außenseiter durch die Tore von Max Morlock und zweimal Helmut Rahn der erste WM-Triumph.

          Mit insgesamt 34 Partien liegt Ungarn in der Rangliste der häufigsten DFB-Gegner auf Platz sieben. Joachim Löw hat gegen Ungarn als Bundestrainer beide Spiele gewonnen. Vor der WM 2010 gab es ein 3:0, vor der EM 2016 ein 2:0. Die letzte Niederlage gab es vor der EM 2004. Lothar Matthäus führte die Ungarn als Trainer zu einem 2:0.

          Die Perspektive: Angesichts der guten Ausgangslage kann der Blick schon über das Ungarn-Spiel hinausgehen. Mit dem Achtelfinale beginnt für die Nationalmannschaft die Europareise, den Münchner Heimvorteil gäbe es nur noch einmal im Viertelfinale am 2. Juli bei einer von zwei möglichen Konstellationen als Gruppendritter. In der ersten K.o.-Runde ginge es als Gruppensieger in Bukarest am kommenden Montag gegen die Schweiz oder die Ukraine. Als Gruppenzweiter wäre am Dienstag England in London der Gegner. Als einer der vier besten Gruppendritten müsste man sich am Sonntag entweder in Sevilla mit Belgien oder in Budapest mit den Niederlanden messen.

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          26 DFB-Spieler im Porträt : Das sind die deutschen Hoffnungen Bild: dpa

          Der Regenbogen: Manuel Neuer wird wie in den ersten beiden Spielen wieder seine Regenbogen-Kapitänsbinde tragen. Das wurde von der UEFA erlaubt. Eine Absage gab es hingegen für den Antrag der Stadt München, die Arena in der Farbkombination als Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz diverser sexueller Orientierungen zu illuminieren. Löw bedauerte diese Entscheidung, machte aber deutlich, dass über die Gesten hinaus wichtiger sei, dass die „Werte auch gelebt werden“.

          Die bayerischen Politiker wollten die Aktion auch als klare Kritik an den homophoben Gesetzesentscheidungen der ungarischen Regierung von Viktor Orban initiieren. Die Ablehnung der UEFA stieß auf breite Kritik aus vielen Gesellschaftskreisen. Viele Städte von Berlin bis Köln werden nun ihre Stadien mit den Regenbogenfarben beleuchten.

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