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Löws letztes Turnier : Der Visionär hat’s schwer

Joachim Löw ist ein Trainer, der gern das Bild vermittelt, dass er in großen Linien denkt. Bild: dpa

Mit den großen Linien lag Joachim Löw zuletzt daneben. Jetzt soll es der Turniertrainer in ihm bei der Fußball-EM noch einmal richten. Aber ist er das überhaupt?

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          Mats Hummels und Kai Havertz haben gerade erst verstanden, wohin sie laufen sollen. Vertikales Kombinationsspiel, den Ball prallen lassen, ab in die Tiefe. Es ist die erste Übung beim Training der Nationalmannschaft am vergangenen Donnerstag, Aufwärmprogramm. Aus dem Mittelkreis nähert sich schon der Bundestrainer. „Saubere Pässe, ja!“, ruft Joachim Löw, „Schärfe!“ An Kleinigkeiten soll es diesmal nicht scheitern. Und schon gar nicht an Nachlässigkeiten. Wenn man in diesen Tagen die Berichte über Löw liest, wenn man andere über ihn reden hört, ist das Bild immer dasselbe: Derart fokussiert und zugleich frei, so heißt es, hat man den Bundestrainer lange nicht erlebt.

          Fußball-EM
          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Schon von den Trainingseinheiten in Seefeld wurde berichtet, wie präsent Löw auf dem Platz war, dass er deutlich stärker selbst eingriff als in vergangenen Jahren. In der Freizeit konnte man ihm in den Bergen auf dem Mountainbike beim Entspannen begegnen. Und wenn er für die Öffentlichkeit sprach, in den Pressekonferenzen, zeigte Löw sich von einer strafferen Seite, auskunftsfreudig, aber nicht abschweifend oder verspielt. Der Form-follows-function-Löw, der sportlich noch einmal ein großes Ziel vor Augen hat und in jedem dritten Satz die Sinne schärft. Wo ist eigentlich der Espresso geblieben?

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