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Spielt Müller gegen Ungarn? : Der Kniefall der Nationalmannschaft

Das Knie schmerzt: Wird Thomas Müller rechtzeitig fit? Bild: dpa

Spielt er oder spielt er nicht? Thomas Müller ist die große ungeklärte Frage vor dem deutschen EM-Spiel gegen Ungarn. Das Knie macht Sorgen – und Joachim Löw redet schon über eine Alternative.

  • Aktualisiert am
          3 Min.

          Joachim Löw will sich noch nicht festlegen, wie er einen möglichen Ausfall von Thomas Müller im letzten EM-Gruppenspiel kompensieren würde. „Wir warten bis zum Mittwochnachmittag. Es gibt verschiedene Gedankenspiele und Möglichkeiten in der Personalwahl“, sagte der Bundestrainer einen Tag vor der Partie am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV) in München.

          Fußball-EM

          Der von einer Muskelverletzung genesene Leon Goretzka gilt als erster Nachrücke-Kandidat. „Ich denke schon“, sagte Löw auf die Frage, ob der Bayern-Profi bereit für den ersten Startelf-Einsatz bei der EM sei. Die Mannschaft werde aber zuerst über die Aufstellung informiert.

          „Dass Müller von Anfang an spielt, wird schwierig sein“, hatte Löw kurz vor der Abreise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach München bei der ARD erklärt. Routinier Müller soll am Morgen des Spieltags nochmals einen Belastungstest absolvieren und möglichst an die Grenzen gehen, kündigte der DFB-Chefcoach bei Magenta TV an.

          Der 31 Jahre alte Müller hatte sich beim 4:2 gegen Portugal in der Endphase eine Kapselverletzung am Knie zugezogen und konnte auch am Dienstag nicht am Abschlusstraining teilnehmen. Ganz abschreiben wollte Löw einen Einsatz des Bayern-Antreibers gegen Ungarn aber noch nicht: „Es ist irgendwie ungewiss im Moment. Ein Risiko wird man nicht eingehen. Aber es kann durchaus sein, dass er in der Lage ist, trotzdem dabei zu sein.“

          Bei den nach dem Portugal-Spiel ebenfalls angeschlagenen Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Robin Gosens sieht Löw keine Probleme mehr. Deutschland braucht mindestens noch einen Punkt, um ins EM-Achtelfinale einzuziehen. „Wir haben es selbst in der Hand“, sagte Löw und forderte von seinem Team „punkten, siegen und erfolgreich sein, wenn wir in dem Turnier eine Rolle spielen wollen“.

          Löw sieht Leroy Sané bereit, bei der EM noch eine wichtige Rolle in der deutschen Nationalmannschaft zu übernehmen. „Seine Trainingsleistungen waren absolut gut. Ich bin sicher, wenn er die Chance bekommt, wird Leroy auch da sein“, sagte der Bundestrainer in München. Auch die Energie und die Einstellung stimme beim 25 Jahre alten Sané, betonte Löw. Der Angreifer von Bayern München habe „Weltklasse-Qualitäten“ und sich in einigen Bereichen wie der Rückwärtsbewegung noch weiter verbessert.

          „Logischerweise war er enttäuscht, das geht auch anderen Spielern so“, sagte Löw zur bisherigen Ersatzrolle von Sané. Einstellungsprobleme aber könne er „nicht bestätigen“. Sané gehört wie sein Klubkollege Goretzka zu den Kandidaten, die bei einem möglichen Ausfall des angeschlagenen Müller in die erste Elf rücken könnten.

          Jamal Musiala könnte im letzten Gruppenspiel zu seinem EM-Debüt kommen. Der 18 Jahre alte Offensivspieler vom FC Bayern München wird am Mittwoch erstmals zum 23 Spieler umfassenden Aufgebot gehören. „Morgen wird er auf der Bank sitzen. Jamal muss noch ein bisschen lernen. Im Training sieht man schon seine Klasse. Er wird klarer in seinem Spiel, hat sich ans Tempo gewöhnt. Er hat es verdient, mal auf der Bank zu sitzen“, sagte Löw bei der digitalen Pressekonferenz am Dienstagabend.

          Musiala würde mit seinem vierten Länderspieleinsatz zum jüngsten Turnierspieler in der DFB-Historie werden. Bei den ersten beiden Partien gegen Frankreich (0:1) und Portugal (4:2) gehörte der Teenager zu den jeweils drei Akteuren, die nicht den Sprung in den Spieltagskader geschafft hatten. Wer neben dem verletzten Lukas Klostermann und möglicherweise dem angeschlagenen Müller am Mittwoch der dritte nicht berücksichtigte Akteur sein werde, wollte Löw noch nicht mitteilen.

          Fußball-EM

          Löw bedauert, dass die Münchner Arena beim letzten EM-Gruppenspiel gegen Ungarn nicht mit den Regenbogenfarben illuminiert wird. „Grundsätzlich hätte ich mich persönlich sehr gefreut, wenn man das Stadion in diesen Farben beleuchtet hätte, wenn die Lichter angegangen wären“, sagte der Bundestrainer. Die UEFA hatten einen entsprechenden Antrag der Stadt München am Dienstag abgelehnt.

          Gleichzeitig machte Löw klar, dass es für ihn „bei aller Wichtigkeit von Symbolen“ noch wichtiger sei, dass die durch die Regenbogenflagge dargestellten Werte für Vielfalt, freie sexuelle Orientierung und Menschenwürde „auch gelebt werden“. Dies sei in der Nationalmannschaft der Fall, betonte Löw. Die DFB-Elf werde immer Zeichen setzen. Kapitän Manuel Neuer wird gegen Ungarn wieder eine Kapitänsbinde im Regenbogen-Design tragen. Dies wurde ihm von der UEFA gestattet.

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