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Kader der DFB-Elf : So knifflig ist Löws Puzzle für den EM-Kader

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Wen wählt Joachim Löw aus für den deutschen EM-Kader? Bild: dpa

Die Blamage der Nationalelf wirkt nach – auch auf den EM-Kader? Joachim Löw möchte sich nicht in die Karten schauen lassen. Doch Tendenzen gibt es schon, wer wohl zum Turnier darf und wer eher nicht.

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          Joachim Löw sieht die Chance, wegen der Corona-Pandemie mehr als die sonst üblichen 23 Spieler für die Fußball-Europameisterschaft nominieren zu können. „Es gibt bei der Uefa zumindest die Diskussion, dass zwei oder drei Spieler mehr nominiert werden können aufgrund der ganzen Situation“, sagte der Bundestrainer nach dem schlimmen 1:2 der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation am Mittwochabend gegen Nordmazedonien. Mit einer Entscheidung durch die Uefa über die erlaubte Kadergröße für die EM rechnet Löw bis Ende April.

          Fußball-Länderspiele

          Im Gegensatz zu früheren großen Turnieren will der Bundestrainer allerdings nicht zunächst mehr Spieler nominieren, als letztlich bei der Endrunde erlaubt sein werden. In der Vergangenheit hatte der Bundestrainer nach dem ersten Testspiel im Trainingslager in der Regel mehrere Akteure noch aussortiert. Vor der WM 2018 traf es zum Beispiel Leroy Sané. Diesmal hat die DFB-Auswahl die erste von zwei Testmöglichkeiten am 2. Juni gegen Dänemark und damit erst einen Tag nach dem Meldeschluss des finalen Kaders bei der Uefa.

          „Der Termin ist für uns bekannt, von daher müssen wir jetzt auch mal abwarten, wie viele Spieler insgesamt nominiert werden können“, sagte Löw. Der letzte EM-Test vor dem Turnierauftakt am 15. Juni in München gegen Weltmeister Frankreich ist für den 7. Juni in Düsseldorf gegen Lettland geplant. Nur im Falle einer durch einen Uefa-Arzt bestätigten Verletzung oder Erkrankung von nominierten Spielern kann der DFB noch bis zum ersten eigenen Gruppenspiel nachträglich für das Turnieraufgebot benennen.

          Wen nominiert Löw im Mai?

          Die DFB-Auswahl startet drei Tage nach dem Bundesliga-Finale am 25. Mai in ihr Trainingslager in Seefeld in Tirol. Akteure, die mit ihrem Klub das Champions-League-Finale am 29. Mai in Istanbul erreichen, werden Löw in der ersten Woche nicht zur Verfügung stehen. Am 6. Juni endet das Trainingslager in Österreich. Danach folgt die Partie gegen Lettland und nochmal eine kleine Verschnaufpause, ehe der deutsche Tross am 10. Juni ins EM-Quartier in Herzogenaurach zieht.

          Wer dann mit dabei ist, bleibt vorerst unklar. Die drei WM-Qualifikationsspiele gegen Island (3:0), Rumänien (1:0) und Nordmazedonien (1:2) waren für Löw die letzte Sichtungsmöglichkeit vor der Nominierung des deutschen Kaders. Der Bundestrainer wird am 18. oder 19. Mai die 20 Feldspieler und drei Torhüter benennen. Am 1. Juni müssen die 24 EM-Teilnehmer der Uefa den finalen EM-Kader melden.

          Durch die Niederlage gegen Nordmazedonien gewinnt die Diskussion über ein mögliches DFB-Comeback von Thomas Müller (31) und/oder Mats Hummels (32) wieder an Fahrt. Jerome Boateng scheint derzeit eher keine Rolle zu spielen in den Diskussionen. Selbst sein Ehrenpräsident beim FC Bayern, Uli Hoeneß, würde Boateng nicht zurückholen zur EM. „Die Frage ist jetzt heute nicht zu beantworten aufgrund des einen Spiels“, sagte Löw ausweichend. Das Trainerteam werde sich „intensiv Gedanken machen und alles überprüfen“.

          Diese Spieler scheinen ihren Platz derzeit sicher zu haben:

          Tor: Manuel Neuer (FC Bayern), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

          Abwehr: Emre Can (Borussia Dortmund), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Marcel Halstenberg (RB Leipzig), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (FC Bayern)

          Mittelfeld: Leon Goretzka (FC Bayern), Ilkay Gündogan (Manchester City), Joshua Kimmich (FC Bayern), Toni Kroos (Real Madrid), Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach)

          Offensive: Serge Gnabry (FC Bayern), Kai Havertz (FC Chelsea), Leroy Sané (FC Bayern), Timo Werner (FC Chelsea)

          Diese Spieler haben eine realistische Chance auf einen Platz im Kader:

          Tor: Bernd Leno (FC Arsenal), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

          Abwehr: Robin Gosens (Atalanta Bergamo), Robin Koch (Leeds United), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)

          Mittelfeld: Julian Draxler (Paris Saint-Germain), Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach), Jamal Musiala (FC Bayern)

          Offensive: Thomas Müller (FC Bayern), Amin Younes (Eintracht Frankfurt)

          Diese Spieler haben derzeit eher nur Außenseiterchancen:

          Ridle Baku (VfL Wolfsburg), Julian Brandt (Borussia Dortmund), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Jérôme Boateng (Bayern München), Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), Philipp Max (PSV Eindhoven), Marco Reus (Borussia Dortmund), Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon), Florian Wirtz (Bayer Leverkusen), Mahmoud Dahoud (Borussia Dortmund), Niklas Stark (Hertha BSC), Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen), Nico Schulz (Borussia Dortmund), Benjamin Henrichs (RB Leipzig), Suat Serdar (Schalke 04).

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