https://www.faz.net/-hfm-8h63u

EM-Kader-Kommentar : Löws Jugendtrend ist ein starkes Signal

Junge Spieler für den vierten EM-Stern? Bundestrainer Joachim Löw. Bild: Reuters

Mit Brandt, Weigl und Kimmich im vorläufigen Kader für die EM 2016 bringt Bundestrainer Löw frischen Wind ins DFB-Team. Zugleich darf man sich von der neuen Jugendwelle nicht täuschen lassen.

          Von dieser Nominierung ging ein starkes Zeichen aus, noch bevor Joachim Löw den ersten Namen genannt hatte. Die französische Botschaft in Berlin war ein Ort mit Symbolkraft, von der Teamleitung bewusst gewählt, um deutsch-französische Verbundenheit zu demonstrieren. Ihrer repräsentativen Rolle jenseits des Rasens, wie vor allem Oliver Bierhoff sie fördert und einfordert, ist die Fußball-Nationalmannschaft also schon einmal gerecht geworden am Dienstag. Und sportlich? Konnte man darüber streiten, was die größere Überraschung des Bundestrainers war: Ein Debütanten-Trio zum Vorspielen einzuladen ins Trainingslager, das am kommenden Dienstag in Ascona beginnt. Oder Lukas Podolski.

          Bilderstrecke

          In jedem Fall meinte man einen frischen Wind zu spüren, als Löw gleich drei neue Männer für sein 27-köpfiges vorläufiges Aufgebot benannte. Julian Brandt, Julian Weigl, Joshua Kimmich – sie alle gehören zu den Aufsteigern dieser Bundesligasaison und haben, mit ganz unterschiedlichen Qualitäten, ihre Aufnahme in den Kreis der deutschen Elite mehr als gerechtfertigt.

          Jedem einzelnen von ihnen ist zuzutrauen, seine Rolle im Nationalteam zu finden. Und Löw sollte es, wenn nicht die Eindrücke beim gemeinsamen Üben überraschend negativ ausfallen, auch wagen, ihnen über den finalen Cut hinaus Vertrauen zu schenken. Für Leroy Sané, der schon ein Mal das Trikot des A-Teams getragen hat, gilt das sowieso. Er ist das derzeit größte Versprechen der Post-WM-Generation, die nun an höhere Aufgaben herangeführt wird.

          Zugleich darf man sich von der neuen Jugendwelle nicht täuschen lassen. Über eine Generation wie diejenige, die 2009 U-21-Europameister wurde und den Stamm der späteren Weltmeistermannschaft bildete, verfügt der deutsche Fußball derzeit nicht. Das ist auch die interne Einschätzung in der sportlichen Führung der Nationalmannschaft. Und vielleicht auch einer der Gründe, warum Löw die EM als Zwischenschritt auf dem Weg zur WM in zwei Jahren in Russland deklariert hat.

          Jetzt in Frankreich wird es noch einmal stark auf diejenigen ankommen, die es auch schon 2014 gerichtet haben. Wobei auch am Dienstag zu spüren war, wie die Substanz in Teilen bröckelt. Ob Bastian Schweinsteiger, der ramponierte Kapitän, dabei sein wird, erscheint nach Löws reservierter Einschätzung fraglicher denn je. Und auch Podolski kann sich seiner Nominierung bei aller Sympathie des Bundestrainers noch längst nicht sicher sein. Im Zweifel für die Jugend? Das wäre gerade in diesem Fall ein starkes Zeichen.

          Weitere Themen

          Arsenal bei Özil-Comeback düpiert

          Premier League : Arsenal bei Özil-Comeback düpiert

          Mesut Özil erlebt eine enttäuschende Rückkehr auf den Platz für den FC Arsenal. Gegen den Tabellenletzten liegen die „Gunners“ eigentlich sicher in Führung. Doch dann gelingt gar nichts mehr.

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakets : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll das Klimapaket beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist vor allem die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Der frühere türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu trat am Freitag mit fünf anderen Politikern aus der AKP aus.

          Austritte aus der AKP : Rebellion gegen Erdogan

          Einige prominente Politiker sind aus der türkischen Regierungspartei AKP ausgetreten, um ihre eigenen Bewegungen zu gründen. Für den türkischen Präsidenten Erdogan könnte es eng werden.
          Schild vor dem Trump Hotel in Washington, 21. Dezember 2016

          Klage von Hoteliers : Hat Donald Trump die Verfassung gebrochen?

          Trump schädige ihr Geschäft, indem er Diplomaten nötige, in seinen Hotels abzusteigen, monieren Gaststättenbetreiber. Damit haben sie vor einem New Yorker Gericht einen Etappensieg errungen. Nun könnte der Surpreme Court den Fall an sich ziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.