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Vor EM-Duell mit Portugal : Löw kündigt „taktische Veränderungen“ an

  • Aktualisiert am

Vor einer schweren Aufgabe gegen Portugal: Bundestrainer Joachim Löw Bild: dpa

Nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich steht Deutschland bei der Fußball-EM bereits im zweiten Spiel gegen Portugal unter Druck. Nun äußert sich Bundestrainer Joachim Löw zur bevorstehenden Partie.

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          „Durchziehen!“ Mit der nächsten unmissverständlichen Ansage an das noch torlose EM-Ensemble hat Joachim Löw gleich nach der Ankunft in München seine Forderungen für den Kampf gegen Cristiano Ronaldo und Co. klar gemacht. Mit Pokerface ließ sich der Bundestrainer zwar keine personellen Überlegungen zu Joshua Kimmich oder Leroy Sané entlocken. Eines ist aber sicher: Der Angriff muss am Samstag (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM sowie in der ARD und bei Magenta TV) gegen Portugal zünden.

          Fußball-EM

          „Taktisch müssen wir schon etwas anderes ins Spiel reinbringen, das heißt mehr Offensivkraft“, postulierte Löw nach der Enttäuschung beim 0:1-Auftakt gegen Frankreich seinen Plan gegen den drohenden EM-K.o. „Taktische Änderungen kann man mit der gleichen Formation durchführen, man kann aber auch einige Wechsel vornehmen“, bemerkte Löw. Defensiv seien keine Veränderungen nötig, die Stabilität habe im ersten Turnierspiel gestimmt.

          „Er hat uns heiß gemacht“

          Vom ersten emotionalen Weckruf des Bundestrainers noch im Teamquartier in Herzogenaurach hatte Kimmich schon zuvor berichtet. Löw nahm dabei besonders seine Führungsspieler nochmal in die Pflicht. Von Selbstzweifeln und Verunsicherung ist vor der Kraftprobe mit Portugals EM-Champions um Cristiano Ronaldo bei der Fußball-Nationalmannschaft jedenfalls nichts zu spüren.

          Der Bundestrainer schwor seine Spieler mit einer leidenschaftlichen Ansprache auf das zweite Gruppenspiel am Samstag in der Münchner Arena ein. „Er hat uns nochmal heiß gemacht. Er hat uns schon gesagt, dass wir jetzt langsam in den Wettkampfmodus kommen müssen“, erzählte Kimmich. Ob der Bayern-Profi wieder rechts statt in der Zentrale spielen wird, verriet Löw nicht. Kimmichs Worte gaben aber den entscheidenden Hinweis: „Die Entscheidung fällt am Ende immer der Trainer. Sonst wäre es vollkommen Harakiri. Der Trainer stellt so auf, dass die Mannschaft möglichst erfolgreich ist.“

          Löw machte deutlich, worauf es jetzt ankommt. „Was ich spüre, ist eine entschlossene Stimmung und Haltung des absoluten Willens. Jeder weiß, dass wir einige Dinge besser machen wollen und müssen und werden“, betonte Löw. Vor allem gehe es um mehr Dynamik und Präzision in der Offensive. Aber: „Das heißt nicht, dass wir das Stadion auf Teufel komm raus erstürmen wollen.“

          Leichter als bei der nicht bestandenen Prüfung gegen den Weltmeister wird es jedenfalls gegen einen „ähnlich starken und eingespielten Gegner“ nicht. „Mit dem Druck können alle umgehen. Den kenne ich seit 15 Jahren. Der Druck wird uns nicht erdrücken“, versprach Löw.

          Sonst droht der deutschen Nationalmannschaft das nächste Turnierdesaster – und Löw ein DFB-Abschied ohne Applaus. Die Spieler haben verstanden. „Wir sind nicht hier, um Urlaub zu machen oder früh abzureisen. Es geht darum, dass wir das Spiel gewinnen und weiterkommen“, sagte Kimmich. Trotz des 0:1 gegen Frankreich sollten alle gegen die Portugiesen um Ronaldo „Überzeugung in die eigene Stärke“ haben, betonte der Münchner.

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