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Müller kritisiert Löws Taktik : „Mit dieser Strategie sind wir gescheitert“

  • Aktualisiert am

Vergab gegen England eine Großchance kurz vor Schluss: Thomas Müller Bild: Reuters

Nach dem deutschen EM-Aus im Achtelfinale meldet sich nun Thomas Müller zu Wort. Der 31-Jährige äußert sich dabei auch zu den taktischen Vorgaben des mittlerweile ehemaligen Bundestrainers Joachim Löw.

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          Eine gute Woche nach dem Achtelfinal-K.o. bei der Fußball-Europameisterschaft hat Nationalspieler Thomas Müller ein persönliches Fazit gezogen, indem er auch die vorsichtige Turniertaktik von Bundestrainer Joachim Löw kritisiert. „Der Frust und Ärger“ über das vorzeitige Ausscheiden sitzt bei dem 31 Jahre alten Offensivakteur des FC Bayern München „auch mit ein paar Tagen Abstand noch tief“. Für Müller ist die deutsche Mannschaft „verdient ausgeschieden“.

          Nach nur einem Sieg in vier EM-Partien bilanzierte der Rückkehrer ins Nationalteam: „Uns hat die nötige Effektivität an beiden Enden des Platzes gefehlt.“ Zur taktischen Ausrichtung von Löw äußerte Müller am Montag in seinem Internet-Newsletter: „Mit unserer Bestrebung, durch eine eher abwartende, kompakte Defensivstrategie ohne Gegentor zu bleiben, sind wir de facto gescheitert.“

          Eigene Zukunft weiter offen

          An der Einstellung des Teams lag es nach Ansicht des Weltmeisters von 2014 jedenfalls nicht: „Die Truppe, auf die ich gestoßen bin, hatte die Qualität, den Willen und auch die Arbeitsmoral, wieder an alte Erfolge anzuknüpfen.“ Löw hatte Müller zur EM zurückgeholt.

          In seinem Urlaub bis zur nächsten Saison mit dem FC Bayern wolle er  „versuchen, die Haxen und auch die Seele ein bisschen baumeln zu lassen“, schrieb Müller. Er persönlich versuche, Enttäuschungen wie die EM „in positive Arbeitsenergie umzuwandeln“. Seine eigene Zukunft im DFB-Team lässt Müller komplett offen. Er äußerte sich dazu nicht.

          Offen gelassen hatte seine Zukunft zuvor auch Mats Hummels, von Löw ebenfalls eigens für das Turnier zurückgeholt. Der Verteidiger von Borussia Dortmund verspürt keine Eile. „Das werde ich irgendwann in ein paar Wochen mal machen", lautete seine erste Reaktion zur Zukunftsfrage. Wie Müller wird der andere Weltmeister von Rio nach der zweiten Turnierenttäuschung alle Details abwägen. Ein weiteres Mal in unfreiwillige Rente schicken lassen, will sich der BVB-Abwehrchef wohl nicht.

          Toni Kroos zog schon den Schlussstrich

          Anders war es bei Toni Kroos. Drei Tage nach dem Scheitern der deutschen Nationalmannschaft hatte dieser seine Entscheidung bereits verkündet. „106-mal habe ich für Deutschland gespielt, ein weiteres Mal wird es nicht geben“, schrieb er in einem Statement bei Instagram. Er wolle sich künftig „mehr als Ehemann und Papa für meine Frau und meine drei Kinder da sein“.

          Der Schritt hatte sich abgezeichnet. „Eigentlich hätte ich ja 2014 aufhören müssen“, hatte Kroos kürzlich erst gesagt, immerhin habe er seiner Frau versprochen: Wenn er Weltmeister sei, mache er Schluss. Auch 2018 habe er „überlegt“, Bundestrainer Joachim Löw aber stimmte ihn noch einmal um. Die Sehnsucht nach mehr Zeit mit seiner „Jessi“ und den Kindern Leon, Amelie und Fin ist seither noch größer geworden. Nun hat sie gesiegt über den Wunsch, noch einmal einen Titel im DFB-Trikot zu gewinnen.

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