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EM-Start in München : Deutschland mit Kimmich auf rechts gegen Frankreich

Joachim Löw geht in sein letztes Turnier als Bundestrainer. Bild: Picture-Alliance

Bundestrainer Joachim Löw setzt zum EM-Start gegen Frankreich auf die gleiche Formation wie zuletzt beim Testspiel gegen Lettland. Kimmich muss ausweichen, im Zentrum spielen Kroos und Gündogan.

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          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft startet an diesem Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV) mit dem Spiel gegen Weltmeister Frankreich in die Europameisterschaft. Bundestrainer Joachim Löw setzt dabei auf die erwartete Aufstellung wie zuletzt beim 7:1-Testspielssieg über Lettland.

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          Tobias Rabe
          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Manuel Neuer steht im Tor. Davor gibt es eine Dreierabwehrkette mit Rückkehrer Mats Hummels in der Zentrale sowie Antonio Rüdiger links und Matthias Ginter rechts. Joshua Kimmich spielt nicht in der Zentrale im Mittelfeld, sondern auf der rechten Seite als Außenspieler. Links füllt Turnierneuling Robin Gosens diesen Part aus. Im Zentrum stellt Löw Toni Kroos und Ilkay Gündogan auf. Im Angriff setzt der Bundestrainer auf Serge Gnabry, den anderen Rückkegere Thomas Müller und Kai Havertz.

          Der genesene Leon Goretzka steht noch nicht im deutschen 23er-Kader für den Auftakt. Auch Kader-Küken Jamal Musiala, der angeschlagene
          in die Vorbereitung gegangen war, wurde nicht berücksichtigt. Jonas Hofmann fehlt nach seiner Knieverletzung. Auch bei Frankreich gibt es keine Überraschungen in der Startelf. Hugo Lloris steht im Tor. Davor verteidigt eine Viererkette mit Lucas Hernandez vom FC Bayern, Presnel Kimpembe, Raphael Varane und Benjamin Pavard, ebenfalls vom FC Bayern. Im Mittelfeld spielen Adrien Rabiot, N'Golo Kanté und Paul Pogba, vorne sind Kylian Mbappé, Antoine Griezmann und Karim Benzema gesetzt.

          „Wir sind den Fans etwas schuldig“

          Beim Kracher-Start muss die deutsche Mannschaft gleich beweisen, dass sie bereit ist, für einen glanzvollen Abschied von Löw zu sorgen. Eine Niederlage würde dem in der Vorbereitung von Löw wie auch Hummels und Müller immer wieder beschworenen guten Team-Spirit sicherlich nicht zuträglich sein. Obwohl diesmal alles viel besser sein soll als beim WM-Debakel 2018 in Russland, schwingt eine Restsorge mit, dass die Löw-Ära mit einer weiteren Enttäuschung enden könnte. Und dann gibt es noch die Hoffnung auf den Turnier-Trainer Löw. Doch ist er das überhaupt? Christian Kamp analysiert die Frage. Und Michael Horeni blickt nochmal auf den missglückten Neuaufbau nach dem WM-Debakel.

          „Wir sind den Fans etwas schuldig“, sagte Kapitän Manuel Neuer, der das Team vor dem Heimspiel mit 14.000 Fans in München motiviert „bis in die Haarspitzen“ sieht. Ein Coup gegen die Equipe Tricolore würde für den weiteren Turnierweg gegen Titelverteidiger Portugal und die unbequemen Ungarn hingegen sicherlich viele Kräfte freisetzen. „Es ist so, dass wir selber eine Waffe sein können“, machte Neuer klar. Christian Kamp beschreibt die besondere Motivation Neuer in seiner Analyse.

          Weltmeister Frankreich ist für viele der logische Turnierfavorit. Trainer Didier Deschamps verfügt auf allen Positionen von Torwart Hugo Lloris bis zum Traumsturm mit Antoine Griezmann, Karim Benzema und Kylian Mbappé über Spieler mit Weltklasse-Potential. Kleinere Reibereien wie zwischen Mbappé und Ersatz-Stürmer Olivier Giroud dürften kaum ins Gewicht fallen.

          Deschamps könnte zum ersten Fußballer werden, der als Spieler und Trainer Welt- und Europameister wurde. Die Final-Niederlage beim Heimturnier 2016 gegen Portugal soll überwunden werden. Christopher Meltzer beschreibt in seinem Text, warum Deschamps Stürmer Benzema nach langer Zeit zurückholte.

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          26 DFB-Spieler im Porträt : Das sind die deutschen Hoffnungen Bild: dpa

          Für Neuer und Löw sind die Fans das große Plus. Erstmals seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie spielt die DFB-Elf im eigenen Land wieder vor mehreren tausend Fans und das in München, wo bisher alle vier Turnierspiele bei Welt- und Europameisterschaften seit 1974 gewonnen wurden.

          Noch im April wäre München von der UEFA wegen der unsicheren Zuschauer-Frage fast die Gastgeber-Rolle aberkannt worden. Doch jetzt kann in der Arena des FC Bayern unterstützt werden. „Wir brauchen jede Unterstützung. Für mich ist es etwas sehr Besonderes, die Spiele in München zu haben“, sagte Neuer. Müllert es dann auch? Michael Horeni kommentiert, warum das nötig ist.

          Das macht Hoffnung: Deutschland ist Europameister-Meister. Keine Nation kann bei dem kontinentalen Turnier auf so viele Erfolgsmomente zurückblicken. Drei Titel schaffte nur Spanien, aber im ewigen Ranking liegt die DFB-Elf mit 28 gewonnenen Spielen klar vorne. Die Partie gegen Frankreich ist die 50. EM-Partie seit 1972, als die Jahrhundert-Elf um Gerd Müller und Günter Netzer gleich bei der ersten Qualifikation in Belgien den Titel holte.

          Es folgten weitere Turniersiege 1980 mit Kopfball-Ungeheuer Horst Hrubesch und 1996 mit dem Golden Goal von Oliver Bierhoff. Bei allem Glanz ist der letzte EM-Turniersieg nun schon 25 Jahre her. Der gelang damals im Londoner Wembley-Stadion – dem Finalort am 11. Juli. Und diesmal? Das sind die 26 Spieler, die es richten sollen.

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