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Leon Goretzka : Die Kraft, die aus der Mitte kommt

  • -Aktualisiert am

Leon Goretzka nach der Partie gegen Portugal Bild: Reuters

Leon Goretzka hat auf und neben dem Fußballplatz klare Vorstellungen. Gegen Ungarn muss er womöglich in die Thomas-Müller-Rolle schlüpfen.

          3 Min.

          Die Nachspielzeit war schon fast vorbei gegen Portugal, der Sieg der deutschen Mannschaft stand fest. Aber Thomas Müller wollte auch diesen Pass von Pepe im Mittelfeld nicht mehr passieren lassen, er streckte sein Bein in die Höhe, die Bahn des Balles war blockiert. Es war ein hübsches Symbolbild, eine Szene, die für den besonderen Willen der deutschen Mannschaft im zweiten EM-Spiel stand, aber nun könnte es sein, dass sie unangenehme Folgen hat.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Ob Müller im Vorrundenfinale am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV) in München gegen Ungarn dabei sein kann, ist fraglich. Nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zog sich der Münchner eine Kapselverletzung im rechten Knie zu, es werde nun „von Tag zu Tag entschieden“, sagte Sprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz am Montag in Herzogenaurach. Zugleich wies Grittner die Darstellung mancher Medien, Müller falle definitiv gegen Ungarn und womöglich länger aus, zurück. Er verwies auf die Abschlusspressekonferenz an diesem Dienstagabend in München.

          Fußball-EM

          In jedem Fall passte es, dass Leon Goretzka zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Podium Platz genommen hatte. Müllers Teamkollege beim FC Bayern wäre einer der ersten Anwärter auf dessen Platz im Nationalteam. Auch er ließ sich nicht zu einem finalen Befund locken, zumal er von der Beweglichkeit Müllers am Morgen offenbar noch einen positiven Eindruck erhalten hatte. „So wie er sich im Pool bewegt hat, ist es nicht ausgeschlossen, dass er spielt“, sagte Goretzka.

          Allerdings machte er deutlich, dass er sich in jeder Hinsicht bereit fühle, nun „voll anzugreifen“ bei diesem Turnier, nachdem er gegen Portugal in der 73. Minute für Kai Havertz eingewechselt worden war. Und im Fall der Fälle eben auch an Müllers Stelle. „Ich hoffe für uns alle, dass Thomas fit ist“, sagte Goretzka, er sei ein „sehr wichtiger Spieler für uns“, aber: „Grundsätzlich traue ich mir die Rolle schon zu.“ Eine Rolle, wie er hinzufügte, die „meiner beim DFB grundsätzlich ähnelt“, wenngleich Goretzka eher noch dem Typ des offensiven „Achters“ als dem des frei flottierenden „Zehners“ entspricht.

          Ein schmerzlicher Verlust

          Nach Müllers zweiter EM-Arbeitsprobe gegen Portugal jedenfalls wäre ein Ausfall ohne Frage ein schmerzlicher Verlust für Joachim Löw und sein Team. Wie überhaupt die Riege der erfahrenen Spieler einen maßgeblichen Anteil an der Steigerung gegenüber dem Frankreich-Spiel hatte. Schon in der Schlussphase zeigten sich allerdings auch die Spuren: Mats Hummels musste wegen seiner Patellasehnenreizung vorzeitig vom Feld, ebenso Ilkay Gündogan wegen Wadenproblemen, kurzzeitig herrschte sogar Konfusion auf der deutschen Bank, was die Auswechslungen anging; auch am Montag pausierten beide Spieler.

          Toni Kroos wiederum, der sich kürzlich aufgrund fortgeschrittenen Alters ironisch der „Gruppe Regeneration“ zugerechnet hatte, legte eine individuelle Schicht zur Belastungssteuerung ein. Mit ihm ist zu rechnen gegen Ungarn. Aber ein fitter Goretzka kommt in dieser Lage womöglich wie gerufen für den Bundestrainer – ob in der Müller-Rolle oder anderswo.

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