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EM-Auftakt gegen Frankreich : Wie spielt die deutsche Mannschaft?

So könnten Sie spielen: Deutschland trifft im ersten EM-Spiel auf Frankreich Bild: F.A.Z.

Die Dreierkette galt lange als B-Lösung für die Nationalmannschaft. Aber gegen Frankreich verspricht sich Joachim Löw von ihr offenbar die richtige Balance. Oder hat er allen etwas vorgemacht?

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          Wer so deutliche Spuren legt, macht sich auch schon wieder verdächtig. Also wurde Marcus Sorg, der Assistent von Joachim Löw, am Wochenende gefragt, ob nicht alles auch ein großer Bluff sein könnte: den Franzosen wie ein X für ein U die Dreier- statt der Viererkette vormachen.

          Fußball-EM
          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Aber abgesehen davon, dass Sorg das Blatt kaum offengelegt hätte, spricht wenig für ein taktisches Manöver. Löw hat die Dreierkette in den vergangenen beiden Testspielen proben lassen, und angesichts des generell etwas verschleppten Findungsprozesses wäre es ungewöhnlich, wenn der Bundestrainer nun schon wieder Tabula rasa auf seiner Taktiktafel machte.

          Die Dreierkette galt lange eher als B-Lösung, weil in der Grundformation ein Platz weniger für einen der vielen offensiven Mittelfeldspieler bleibt. Aber offenbar verspricht Löw sich von ihr die richtige Balance, zumindest gegen Frankreich an diesem Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV). Die drei Innenverteidiger, konkret Ginter, Hummels und Rüdiger, sorgen für ein Plus an Stabilität, die beiden Außenspieler dafür, dass es trotzdem noch vertikal nach vorne geht – wenn sie nicht zu sehr damit beschäftigt sind, den Gegnern hinterherzulaufen.

          Welche Rolle bekommt Kimmich?

          Das zu vermeiden könnte eine zentrale Aufgabe gegen die Franzosen mit ihren Überwältigungskünstlern in der Offensive sein. Das Problem ist nur: Vorher lässt sich schwer sagen, von wo die Gefahr kommt – im Zweifel von überall. Insofern muss Löw nun entscheiden, wo er Prioritäten setzt.

          Dabei dreht sich vieles um die Rolle von Joshua Kimmich. Der Münchner liebt es, das Spiel aus dem Zentrum zu prägen, zuletzt ließ Löw ihn aber auf der rechten Seite ran – so wie Hansi Flick im vergangenen Jahr im Champions-League-Finale der Bayern gegen Paris, in dem Kimmich dann Kylian Mbappé Spaß und Raum nahm (wenn auch in einer Viererkette).

          Allerdings könnte der Gewinn sich als wertlos erweisen, wenn dafür woanders Kimmichs Klasse fehlt. Zum einen ist er ein 360-Grad-Spieler, der ständig den ganzen Raum um sich scannt, zudem sind seine Chip-Bälle aus dem Zentrum Richtung Strafraum immer für die eine oder andere Großchance gut. Noch mehr aber könnte seine Resolutheit in der Zentrale fehlen.

          Dort ist Kroos gesetzt, und auch wenn vieles auf Gündogan an dessen Seite hindeutet: Ob dieses Bündnis der Fels sein kann, der die Wellen der Franzosen bricht? Nur wenn sie reichlich Unterstützung von allen Seiten bekommen. Es wird so oder so eine ungeheure kollektive Anstrengung brauchen, um die individuelle Klasse der Franzosen zu neutralisieren. Vorne dürften Müller und Gnabry ihre Plätze sicher haben – und Havertz die besseren Karten gegenüber Sané.

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