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Nationalmannschaft : Rüdiger fällt für die EM aus

Bild: Reuters

Die deutschen Fußballer absolvieren ihr erstes Training im EM-Quartier in Evian – und dann: Antonio Rüdiger verletzt sich und fällt für das Turnier aus.

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          Eine knappe Stunde lang sah alles nach dem erhofft heiteren und unbeschwerten Auftakt aus. Doch dann ging im ersten Trainingsspielchen der Fußball-Nationalmannschaft in Evian am Dienstagabend Antonio Rüdiger jäh zu Boden. Thomas Müller hatte ihn bei einem Zweikampf erwischt.

          Die Reaktionen der Spieler, die sofort das medizinische Personal herbeiriefen, machten auch den rund 1000 Zuschauern beim öffentlichen Training im Stade Camille Fournier deutlich, dass die Lage Anlass zur Sorge gab. Minutenlang wurde Rüdiger, dessen Knie offenkundig erheblich schmerzte, behandelt, dann ging er äußerst vorsichtigen Schrittes und gestützt auf zwei Betreuer vom Platz.

          Schon in diesem Augenblick sah es um die Abwehrkräfte der Deutschen bei der EM in Frankreich nicht sonderlich gut bestellt aus. Jerome Boateng bedurfte noch der Schonung – er hatte sich nach dem Aufwärmen zurückgezogen (wie auch Sami Khedira). Angesichts des Ausfalls von Mats Hummels, der einen Muskelfaserriss in der Wade auskuriert, sind gesunde Verteidiger ein wertvolles Gut für Bundestrainer Löw.

          Rüdiger hatte zuletzt im Test gegen Ungarn die Rolle als Hummels Stellvertreter ordentlich ausgefüllt. Später am Abend teilte der Deutsche Fußball-Bund dann mit, dass Rüdiger einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie erlitten hatte. Er fällt für die EM aus, über eine Nachnominierung werde noch entschieden. Nachnominierungen sind laut Reglement der Uefa bis zum Beginn des ersten Endrundenspiel möglich.

          Bis zum Schreck über die Rüdiger-Verletzung ging es den Deutschen am Dienstag in Evian um die Sympathien der Gastgeber. Verbandschef Grindel tauschte Höflichkeiten mit dem Bürgermeister aus, Spieler und Trainerteam trugen Shirts mit dem Motto „Fußball verbindet“, und als die Einheit zu Ende war, schossen Löw und Co. reichlich Bälle ins Publikum und schrieben Autogramme. Kapitän Schweinsteiger verabschiedete sich im Namen des Teams zweisprachig – wobei Deutsch nicht dabei war: „Merci beaucoup, au revoir, see you soon.“



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