https://www.faz.net/-hfm-8i2oj

Vor dem EM-Auftakt : DFB-Team übt sich im Schattenboxen

Viele Kandidaten für elf Positionen: Die deutsche Startelf ist noch ungewiss Bild: dpa

Wer spielt? Das Trainerteam der deutschen Nationalmannschaft legt vor dem ersten EM-Spiel gegen die Ukraine am Sonntag keine neue Spuren. Stattdessen wird vor der Reise nach Lille viel Optimismus verbreitet.

          2 Min.

          Nicht nur um Fußball, sondern auch um Faustkampf ging es am Freitag bei der Pressekonferenz der Nationalmannschaft in Evian. In der ukrainischen Liga hatte es Anfang Mai einen unschönen Zwischenfall gegeben, als ein Disput zwischen Spielern aus Donezk und Kiew in eine handfeste Prügelei ausgeartet war. Im Mittelpunkt dabei: die Nationalspieler Andrej Jarmolenko (Kiew) und Taras Stepanenko (Donezk).

          Der Vermutung aber, das innerbetriebliche Klima beim ersten Gruppengegner könne deshalb gestört sein, wollte man im deutschen Team nicht folgen. „Wer sich mit wem in der ukrainischen Liga gekloppt hat, ist nicht so sehr unser Thema“, sagte Julian Draxler und äußerte die Erwartung, dass auch die Ukrainer am Sonntag (21 Uhr, live in ARD und F.A.Z.-Liveticker) voller Stolz für ihr Land auflaufen würden.

          Keine neuen Spuren

          Was die Lage im Team von Joachim Löw anging, herrschte am Freitag indes der Eindruck vor, beim Schattenboxen zu sein. In den konkreten Fragen, die Ausrichtung und Personalien für den Sonntag betrafen, vermied Ko-Trainer Thomas Schneider nahezu alles, was ihm als Tendenz hätte ausgelegt werden können. Von Festlegung nicht zu reden.

          Es gab also vor allem keine neuen Spuren, wie Löw die Abwehr nach dem Ausfall von Antonio Rüdiger zu formieren gedenkt. Als wahrscheinlich gilt die konservative Lösung mit einem Eins-zu-eins-Ersatz Rüdigers durch Shkodran Mustafi (siehe auch Seite 30). Es wäre zugleich ein minimalinvasiver Eingriff, solange Mats Hummels noch fehlt. Und das dürfte, so wie Schneider sich am Freitag äußerte, nicht mehr allzu lang sein. „Bei Mats schaut es sehr gut aus“, sagte er.

          Der zukünftige Münchner halte nach seinem Muskelfaserriss nun wieder sämtlichen Belastungen stand und könne deshalb ins Mannschaftstraining einsteigen. Ob er die Reise nach Lille am Samstagmorgen antritt oder die Zeit in Evian zur weiteren Kräftigung nutzt, darüber sollte nach einem Gespräch zwischen Hummels und dem Bundestrainer noch entschieden werden.

          Bilderstrecke

          Die in jeder Hinsicht forschere zweite Variante in der Abwehr wäre, Benedikt Höwedes innen und Joshua Kimmich rechts verteidigen zu lassen. Schneider warnte allerdings noch einmal ausdrücklich vor den ebenso schnellen wie gefährlichen ukrainischen Flügelspielern, Jarmolenko und Konopljanka.

          Schweinsteiger auf einem „sehr, sehr guten Weg“

          Insgesamt erwartet das deutsche Trainerteam laut Schneider die Ukraine als „kampfstark“, „sehr kompakt“ und „gut im Umschaltverhalten“. Mit dem eigenen Team habe man in Evian die nötigen „Nachjustierungen“ erledigt, vor allem die defensive Organisation und das Verhalten bei Standardsituationen trainiert.

          Was die Frage nach Bastian Schweinsteiger betraf, berichtete Schneider zwar ebenfalls von einer positiven Entwicklung. „Basti ist auf einem sehr, sehr guten Weg“, sagte er. Die „Substanz, über einen längeren Zeitraum zu gehen“, habe er jedoch noch nicht. Allenfalls ein kürzerer Einsatz bei günstigem Verlauf kommt also am Sonntag in Frage. Wer an Schweinsteigers Stelle die Kapitänsbinde trägt, war Stand Freitagmittag noch nicht entschieden.

          Weitere Themen

          Rhein-Derby vor leeren Rängen Video-Seite öffnen

          Düsseldorf gegen Köln : Rhein-Derby vor leeren Rängen

          Am Wochenende trifft Fortuna Düsseldorf auf den 1. FC Köln. Doch auch das Rhein-Derby muss in dieser Saison ohne die Fans stattfinden. Doch auch als Geisterspiel sei das Aufeinandertreffen der beiden Vereine etwas Besonderes, wie beide Trainer beteuerten.

          Werder-Coach Kohfeldt und eine Warnung

          Bremen im Aufwind : Werder-Coach Kohfeldt und eine Warnung

          Drei Spiele, sieben Punkte und ein großer Wille: Werder hat die schlimme Lage im Abstiegskampf der Bundesliga enorm verbessert. Und der Klub sieht sich in seiner Strategie mit dem Trainer bestätigt.

          Topmeldungen

          Ausschreitungen in Amerika : Die Polizei wird der Lage nicht Herr

          In Atlanta verletzt ein Wurfgeschoss einen Polizisten. In New York fährt ein Polizei-SUV in eine Menschenmenge. In Richmond wird ein Brand gelegt. Präsident Trump setzt auf die Armee, um „Amerika wieder großartig zu machen“.
          Das ungarische Parlament in Budapest

          Sondervollmachten sollen enden : War Ungarns Weg das richtige Modell?

          Die Sondervollmachten für Viktor Orbán haben viel Kritik hervorgerufen. Nun sollen sie enden – aber viele der von der ungarischen Regierung erlassenen Verordnungen werden in Gesetze umgewandelt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.