https://www.faz.net/-hfm-70lbh

Die Einzelkritik : Khedira treibt an, Gomez räumt ab

  • Aktualisiert am

Die deutsche Mannschaft: Die „Portugal-Elf“ beginnt auch gegen Holland Bild: dpa

Khedira treibt in Kombination mit Schweinsteiger das Spiel an. Der Münchner gibt die entscheidenden Pässe. Und Gomez überzeugt mit seiner Erfolgsquote. Die deutsche Mannschaft in der Einzelkritik.

          2 Min.

          Die deutschen Spieler bekommen gute Noten für ihre Leistungen beim 2:1-Sieg gegen die Niederlande. Nur Boateng wird beim nächsten Spiel weichen müssen.

          1 Manuel Neuer: Der Sicherheitsbeauftragte der Nationalelf. Unaufgeregt, zupackend. Gleich zur Stelle, als seine Vorderleute im Angesicht des Anfangsschwungs der Holländer in die Bredouille gerieten: Verdarb hochkonzentriert Van Persie zweimal die Show (7. und 58. Minute), doch beim dritten Versuch war er chancenlos (73.).

          20 Jerome Boateng: Hatte mit den Offensivkünstlern der Holländer einen Haufen Arbeit, die er auf der rechten Abwehrseite nach Abstimmungsproblemen solide, aber nicht fehlerlos erledigte. Beste Tat: Warf sich geschickt in einen Schuss von Sneijder (71.). Kassierte wegen Zeitspiels am Ende seine zweite Gelbe Karte – gegen Dänemark gesperrt.

          5 Mats Hummels: Erfüllte als Ordnungshüter seine Defensivpflicht lange vorbildlich. Fand Raum und Zeit, um mit schnellen Schritten vorzustoßen und Überzahlsituationen herzustellen. Vor dem Tor nicht zielstrebig (51.). Von Van Persie vor dem 1:2 düpiert und danach nur noch wenig souverän.

          14 Holger Badstuber: Die Passgenauigkeit ist seine Stärke. Sobald er mit Kopf und Fuß an der Kugel war, machte sich Beruhigung breit im deutschen Abwehrverbund. Unangenehme Zweikampf-Begegnung mit Robben (20.), aus der beide lädiert hervorgingen. Vielleicht lag es daran, dass seinem Kopfball, der das 3:0 hätte bringen müssen (37.), die Genauigkeit fehlte.

          16 Philipp Lahm: Der Kapitän lieferte sich auf seinem linken Außenposten zahlreiche Duelle mit seinem Münchner Klubkollegen Robben, den er dank eines cleveren Stellungsspiels und geschickter Zweikampfführung entnervte. Nach der Pause hatte er mit Van Persie mehr Mühe.

          6 Sami Khedira: Überzeugender Auftritt des Madrilenen. Rackerte viel und stellte die Räume zu. Könnte in der Eroberung des Balls noch zulegen, aber sobald er ihn hatte, stellte er vernünftige Sachen damit an. In Kombination mit Schweinsteiger trieb er als Mittelfeld-Kommandant das Team an.

          7 Bastian Schweinsteiger: Besser in Form, kommt ins Rollen, vorbildliche Laufleistung. Störte früh und behauptete sich als Aufpasser vor der Viererkette. Leitete die Führung mit einem so blitzgescheiten wie exakten Pass ein auf Gomez. Weil‘s so schön war, wiederholte er das Kunststück kurz darauf nocheinmal.

          13 Thomas Müller: Dem Torschützenkönig der WM in Südafrika fehlte zunächst die Bindung, behauptete sich aber mit einer Extraportion Leidenschaft und zog sich so achtbar aus der Affäre. Muss sich dennoch steigern.

          8 Mesut Özil: Hatte die Führung auf dem Fuß: Sein Fernschuss (8.) landete am Pfosten. Hatte Probleme mit der harten Gangart des Gegners. Was noch fehlt: Der entscheidende letzte Kick bei seinen Vorlagen.

          10 Lukas Podolski: Ein Länderspiel braucht er noch, um im „Klub der Hunderter“ Einlass zu finden. Wird bei dieser EM das Ziel erreichen, wenn er so fleißig weitermacht wie in der ersten Hälfte gegen die Niederländer. Tauchte anschließend ab. Auch ein bisschen mehr Gelassenheit und ein Blick für den besser postierten Kollegen würden dem künftigen England-Legionär aber nicht schaden.

          23 Mario Gomez: Warum soll er seine Spielweise verändern? Drei Tore nach zwei Spielen – die Erfolgsquote des Wackelkandidaten ist perfekt. Beim 1:0 raffiniert, beim 2:0 brasilianisch. Der Bayern-Stürmer fand nach der Diskussion um seinen Spielstil eine treffende Antwort – Mehmet Scholl sollte sein Motivationstrainer werden. Der kantige Münchner trat diesmal nicht nur im Strafraum auffällig in Erscheinung, sondern präsentierte sich mit größerem Einsatzradius.

          11 Miroslav Klose: In den letzten 18. Minuten als Ersatz für Gomez dabei. Bemüht, aber ohne Durchschlagskraft.

          18 Toni Kroos: Kam kurz vor Ultimo für den erschöpften Özil.

          15 Lars Bender: Seine Einwechslung brachte nur eins - Zeitgewinn.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Meghan und Harry : „Die Königin war immer wundervoll zu mir“

          Meghan und Harry berichten erstmals über ihr gemeinsames Leben bei Hofe. Im Interview mit Oprah Winfrey geht es um Rassismus und Eifersucht hinter den Palastmauern – und die Suizidgedanken der Herzogin.
          Frauen stellen die Mehrheit des weltweiten Gesundheitspersonals, sind aber in den Covid-Einsatzteams nicht entsprechend repräsentiert: Impfung der ersten Frau in Frankreich Ende Dezember in Servan

          Gastbeitrag : Eine Krise mit dem Gesicht einer Frau

          Während die Welt den Internationalen Frauentag inmitten einer Pandemie begeht, ist klar: Die Corona-Krise trägt das Gesicht einer Frau. Sechs Vorschläge, wie daraus ein neuer, gleichberechtigter Weg für alle werden kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.