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Deutsche Einzelkritik : Taktgeber Kroos, Sprinter Schweinsteiger

Das deutsche Team mit Stürmer Götze und Ersatzkapitän Neuer Bild: Reuters

Beim ersten EM-Auftritt der deutschen Elf überzeugen neben Torhüter Neuer vor allem ein beweglicher Innenverteidiger und ein Mann mit Übersicht im Mittelfeld. Die DFB-Elf nach dem Sieg gegen die Ukraine in der Einzelkritik.

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          Manuel Neuer: Auffälligster deutscher Spieler in der ersten Halbzeit, der mehr zu tun bekam als beim FC Bayern in der kompletten Bundesliga-Hinrunde. Schon nach vier Minuten parierte der Kapitän den Schuss von Kovalenko spektakulär und war auch nach 27. Minuten beim Kopfball von Khatscheridi zur Stelle. Mehrte seinen Ruf als weltbester Torhüter und Rückhalt eines Weltmeisters – und wurde kurz vor Schluss von der Kopfballrückgabe von Mustafi um ein Haar überrascht.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Benedikt Höwedes: Bei der WM noch linker Außenverteidiger, diesmal auf rechts unterwegs, aber nicht immer im Bilde. Seine Seite war in der 27. Minute völlig verwaist, als die Ukraine beinahe das 1:1 erzwang.

          Jerome Boateng: Mühte sich, vor der Pause alle Löcher zu stopfen, und davon gab es viele. Verhinderte in der 37. Minute sein Eigentor, als er den Pass von Konopljanka Richtung deutsches Tor verlängerte, dann aber artistisch auf der Torlinie rettete.

          Shkodran Mustafi: Sein Fehlpass nach vier Minuten eröffnete der Ukraine durch Kovalenko die erste große Chance – sein perfekter Kopfball nach 19 Minuten brachte der deutschen Auswahl die Führung und dem Innenverteidiger vom FC Valencia sein erstes Länderspieltor. Danach sicher in den Zweikämpfen.

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          Jonas Hector: Der Kölner war zunächst mit viel Drang nach vorne unterwegs, musste seinen Offensivdrang aber einstellen, als die Ukraine vor der Pause auf den Ausgleich drängte. Bei seiner großen Torchance nach zwölf Minuten half alle Artistik nicht – er traf den Ball nur mit dem Schienbein.

          Sami Khedira: Eigentlich ja zuständig für die Organisation des Defensivverbundes im Mittelfeld, aber da lief nach der 1:0-Führung plötzlich ungewohnt viel schief. Hatte nach 28 Minuten nach einem sehenswerten Pass von Kroos das 2:0 auf dem Fuß, was vermutlich mehr Ruhe ins deutsche Spiel gebracht hätte. Danach geriet die deutsche Mannschaft eine Viertelstunde lang gehörig ins Schwimmen. Gab der ganzen Angelegenheit nach der Pause mehr Struktur, scheiterte nach 61 Minuten mit einem sehenswerten Schuss an Torwart Pyatow.


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          Toni Kroos: Der Mann mit dem Auge für den richtigen Pass – seine Freistossflanke fand mit Mustafi den perfekten Abnehmer. Auch Khedira hätte vom sehenswerten Zuspiel seines Mittelfeldkollegen profitieren können, ebenso wie Özil kurz vor Spielende.

          Thomas Müller: Blieb auf der rechten Angriffsseite in der ersten Halbzeit ungewöhnlich blass. Eine Kopfballvorlage für Hector – viel mehr war vom Münchner vor der Pause nicht zu sehen. In er zweiten Halbzeit häufiger am Ball, allerdings ohne die gewohnte Torgefahr.



          Mesut Özil: Durfte dort spielen, wo er sich selbst am liebsten sieht – als Spielgestalter in der Mitte. Allerdings war in der ersten Halbzeit nach gutem Beginn nicht viel von Angriffsgestaltung zu sehen. Wie immer, wenn es nicht so gut läuft, aber eben keiner, der das Spiel in solchen Momenten bei allen vorhandenen Fähigkeiten an sich reißt. Vergab nach einem – natürlich – Kroos-Zuspiel in der 87. Minuten die Chance zum möglichen 2:0, bereitete dann aber den Treffer von Schweinsteiger vor.

          Julian Draxler: Eröffnete das Spiel mit dem ersten Torschuss, und zwang den ukrainischen Torwart Pyatow auch in der zweiten Halbzeit unmittelbar nach der Pause zur ersten Parade. Dazwischen konnte er sich kaum einmal in Szene setzen. Nach 78 Minuten für seinen Wolfsburger Vereinkollegen André Schürrle ausgewechselt.

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          Mario Götze: Eine undankbare Aufgabe für den Münchner, weil vom deutschen Kombinationsfußball nach der flotten Startphase nicht viel zu sehen war – in der ersten Halbzeit hatte er ganze acht Ballkontakte. Weil die deutsche Mannschaft nach der Pause wieder die Kontrolle über das Spiel gewann, wurde er von seinen Mitspielern auch wieder öfter mit eingebunden. Rannte viel, aber oft vergeblich, machte in der 89. Minute für Bastian Schweinsteiger Platz.

          André Schürrle: Durfte in der Schlussviertelstunde ran, um vielleicht seine Schnelligkeit gegen müde werdende Ukrainer ins Spiel zu bringen. Gute Idee – der Wolfsburger kam prompt zu zwei Torchancen.

          Bastian Schweinsteiger: Auch der eigentliche Kapitän durfte in den Schlussminuten noch helfen, das 1:0 über die Runden zu bringen. Hatte sich aber offenbar mehr vorgenommen, und sorgte mit seinem Treffer zum 2:0 für eine weitere der ungewöhnlichen Geschichten, die ja bekanntlich nur der Fußball schreibt.

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