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DFB-Team nach EM-Aus : „Jetzt haben wir ein neues Ziel“

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„Natürlich ist es sehr enttäuschend, dass du ausscheidest, aber ich glaube, der Weg der Mannschaft geht mit Sicherheit weiter“, sagte Schweinsteiger. Er rang sich im Moment der Enttäuschung als Käpitän noch ein positives Fazit ab. „Ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben.“ Im September 2014 übertrug Löw seinem emotionalen Leader „das Kapitänsamt für die nächsten zwei Jahren“. Und nun? Am 31. August beginnt für die Nationalmannschaft mit einem Testspiel gegen Finnland die neue Saison. Dann könnten Schweinsteiger und Lukas Podolski, die einst 2004 als „Schweini und Poldi“ die Spaßfraktion im deutschen Fußball starteten, einen großen Abschied bekommen. Nur Lothar Matthäus (150) und Miroslav Klose (137) haben mehr Länderspiele bestritten als Podolski (129) und Schweinsteiger (120).

Oder wollen die beiden Turnier-Oldies wirklich versuchen, sich noch einmal auf den langen Weg Richtung WM 2018 in Russland aufzumachen? Podolski betonte jedenfalls noch in der Nacht, dass er „auf jeden Fall“ weitermachen wolle. „Ich stehe voll im Saft, auch wenn ich eine Drei vorne habe“, sagte der 31 Jahre alte Podolski mit Blick auf sein fortgeschrittenes Fußballeralter. Er war neben Schweinsteiger (31), Mario Gomez (30) und Manuel Neuer (30) einer von vier Ü30-Spielern im 23-käpfigen deutschen Kader. Er brauche sich vor keinem im Team zu verstecken, sagte Podolski selbstbewusst. „Das habe ich bei dieser EM wieder gesehen.“ Der Bundestrainer könne das bestätigen. Joachim Löw setzte Podolski aber nur im Achtelfinale gegen die Slowakei (3:0) für 19 Minuten ein.

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Sein erstes Turnier bestritt der Angreifer von Galatasaray Istanbul bei der EM 2004 in Portugal. Bei der WM 2018 wäre Podolski 33 Jahre alt. Zuvor findet im kommenden Jahr in Russland noch der Confederations Cup statt. Man habe mit den Spielern noch nicht über die weiteren Karrieren im Nationaltrikot gesprochen, berichtete Teammanager Oliver Bierhoff. „Nach so einer Phase braucht jeder erst einmal Zeit und Abstand. Dann schauen wir weiter“, sagte der Manager. Eins ist klar: Zu früh abschreiben sollte man Schweinsteiger als Stehaufmann des deutschen Fußballs niemals.

Joachim Löw stellte alle Fragen nach seiner persönlichen Zukunft zurück. „Heute Abend kann ich nicht weit vorausgucken, nicht einmal bis morgen früh. Da sitzt der Stachel doch noch tief. Das ist keinen Gedanken wert heute Abend“, erklärte der Bundestrainer auf die Frage, ob das EM-Abschneiden in irgendeiner Form seine Zukunftspläne beeinflusse. Löw hat mit dem DFB noch einen Vertrag bis nach der WM 2018. „Joachim Löw wird das Turnier in Ruhe analysieren. Er ist der Weltmeister-Trainer und wird mit Sicherheit den Titel verteidigen wollen. Ich will den Weg mit ihm gerne weitergehen“, erklärte DFB-Präsident Reinhard Grindel.

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Wie und wann er das EM-Turnier aufarbeiten werde, sei „schwierig zu beantworten“, sagte Löw: „Wir haben im Vorfeld nicht darüber gesprochen, was machen wir, wenn wir verlieren“. Zwei, drei Tage nach der Rückkehr in die Heimat werde er seine Assistenztrainer und vielleicht auch ein paar Spieler kontaktieren, „wie wir das Turnier jetzt aufarbeiten“, bemerkte der Bundestrainer. Ob Löw am 31. August gegen Finnland wieder auf der Bank sitzt, kommentierte der 56-Jährige im ZDF mit der Aussage: „Ich denke mal.“ Es werde „ein bisschen“ dauern, bis er sich vom Schock des EM-Ausscheidens erholt habe.

Am Freitagvormittag verließ die Fußball-Nationalmannschaft nach einer kurzen Nacht den Halbfinal-Spielort Marseille. In drei Maschinen machten sich die Mitglieder des DFB-Trosses auf nach München, Düsseldorf und Frankfurt. In der Nacht zum Freitag hatte DFB-Präsident Grindel versucht, den Blick bereits nach vorn zu richten. „Jetzt haben wir ein neues Ziel. Wir sind Weltmeister – und diesen Titel wollen wir in zwei Jahren in Russland verteidigen“, sagte Grindel. Ähnlich klang auch Mario Gomez. „Wir fahren jetzt heim und versuchen es in zwei Jahren wieder“, bemerkte der zweifache Turnier-Torschütze. Ob mit oder ohne Schweinsteiger ist vorerst ungewiss.

Die nächsten Termine des DFB-Teams im Überblick

55 Tage nach dem EM-Aus startet Weltmeister Deutschland in die neue Länderspielsaison. Am 31. August steht in Mönchengladbach ein Testspiel gegen Finnland auf dem Programm. Schon vier Tage später folgt für Bundestrainer Joachim Löw mit der deutschen Nationalmannschaft das erste Punktspiel in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. In Oslo wird Norwegen der Gegner sein. Weitere Kontrahenten in Staffel C sind Tschechien, Nordirland, Aserbaidschan und San Marino. Auch im kommenden Jahr gibt es ein Turnier. Als Weltmeister ist die deutsche Mannschaft für den Confederations Cup vom 17. Juni bis 2. Juli 2017 in Russland qualifiziert.

Der bisherigen Terminplan der Nationalmannschaft bis Oktober 2017:

31.08.2016: Deutschland - Finnland in Mönchengladbach (Testspiel)
04.09.2016: Norwegen - Deutschland in Oslo (WM-Quali)
08.10.2016: Deutschland - Tschechien in Hamburg (WM-Quali)
11.10.2016: Deutschland - Nordirland in Hannover (WM-Quali)
11.11.2016: San Marino - Deutschland (Ort offen) (WM-Quali)
15.11.2016: Italien - Deutschland (Ort offen) (Testspiel)
26.03.2017: Aserbaidschan - Deutschland (Ort offen) (WM-Quali)
10.06.2017: Deutschland - San Marino (Ort offen) (WM-Quali)
17.6-2.7.2017: Confederations Cup in Russland (Turnier)
01.09.2017: Tschechien - Deutschland (Ort offen) (WM-Quali)
04.09.2017: Deutschland - Norwegen (Ort offen) (WM-Quali)
05.10.2017: Nordirland - Deutschland (Ort offen) (WM-Quali)
08.10.2017: Deutschland - Aserbaidschan (Ort offen) (WM-Quali)

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