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DFB-Gegner Ungarn : Adam Szalai steht immer wieder auf

Applaus vom Kapitän: Adam Szalai ist eines der Gesichter des ungarischen Teams. Bild: Reuters

Adam Szalai hat viel erlebt. Bei Mainz 05 wurde er gar ungewollt zu einem Politikum. Im EM-Spiel Ungarns gegen Deutschland ist er wohl wieder als Antreiber in vorderster Front gefragt.

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          Der Moment, als Adam Szalai zu Boden ging, weckte ungute Erinnerungen. Der Zusammenbruch des Dänen Christian Eriksen hat dieses EM-Turnier verändert. Zumindest hat er verändert, welche Bilder man mit einem auf dem Spielfeld liegenden Spieler assoziiert. In dem Moment, als Adam Szalai im Spiel gegen Frankreich zu Boden ging, war deshalb Vorsicht angebracht. Die Ärzte verwehrten ihm den Wunsch, aufs Spielfeld zurückzukehren. So bitter das für ihn selbst und für das ungarische Nationalteam in diesem Moment auch war.

          Pirmin Clossé
          Sportredakteur.

          Szalais Teamkollegen schafften es allerdings auch ohne ihren Kapitän, dem Weltmeister ein 1:1 abzutrotzen. Und das, obwohl ihr bulliger Mittelstürmer einer der wichtigsten Anführer dieses Kollektivs der Arbeiter ist. Trotz überschaubarer technischer Veranlagung ist Szalai, 73-maliger Nationalspieler und 23-maliger Torschütze, ein „Schlüsselspieler“, wie Nationaltrainer Marco Rossi stets betont. Mit seiner internationalen Erfahrung gibt er auf und neben dem Platz die Richtung vor. „Für die jungen Spieler ist Adam ein wichtiger Ratgeber“, sagt etwa auch Ungarns Rekordnationalspieler Gabor Kiraly.

          Szalai hat viel erlebt. Bei Real Madrid ausgebildet, bei Mainz 05 als Teil der „Bruchweg Boys“ mit Lewis Holtby und André Schürrle hochgejubelt, später bei Schalke oder Hoffenheim oft als hölzerner Stolperer verschmäht. In der vergangenen Saison wurde Szalai, inzwischen wieder in Diensten von Mainz 05, sogar ungewollt zu einem Politikum. Nach einem Streit mit dem damaligen Coach Achim Beierlorzer wurde er suspendiert, auf Druck seiner Mitspieler, die in einen Trainingsstreik traten, schließlich aber wieder begnadigt.

          Im Gruppenfinale am Mittwoch (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-EM, im ZDF und bei MagentaTV) gegen Deutschland in München wird es für die Ungarn auch auf ihren Angreifer ankommen. Mindestens als ausgewiesener Deutschland-Experte vorab, wahrscheinlich aber sogar als Antreiber in vorderster Front. Denn Adam Szalai mag zwar auch mal zu Boden gehen. Danach wieder aufgestanden ist er bislang jedoch immer.

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