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Bundestrainer Löw zum DFB : „Diese Unruhe ist sehr bedauerlich“

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„Ich freue mich, wenn es im Sommer endlich mit der Europameisterschaft losgeht“: Bundestrainer Joachim Löw Bild: Picture-Alliance

Kurz vor der Bekanntgabe des EM-Kaders lässt sich Joachim Löw nicht in die Karten schauen. Zudem beklagt der Bundestrainer das Chaos beim DFB und fordert die Fokussierung auf den Fußball.

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          Bundestrainer Joachim Löw sieht seine „unmittelbare Vorbereitung“ auf die EM durch das Führungsbeben im Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht beeinträchtigt, hat die Geschehnisse aber mit großem Unbehagen verfolgt. „Ich beobachte das, diese Unruhe ist sehr bedauerlich“, sagte der 61-Jährige am Donnerstagabend in der ARD: „Ich freue mich, wenn es im Sommer endlich mit der Europameisterschaft losgeht.“

          Auch im Verband müsse der Fokus künftig wieder auf den Sport gerichtet werden: „Jugend und Amateure warten seit Monaten darauf, wieder spielen zu dürfen. Es muss endlich wieder um den Fußball gehen, das ist die Aufgabe, da ist der DFB gefordert.“ Am Mittwoch machten sich DFB und der Deutsche Olympische Sportbund gemeinsam für eine schnelle Wiederzulassung des organisierten Sportbetriebes im Freien stark. Wie der DFB mitteilte, wird in der Kampagne „Draußen muss drin sein“ zunächst die Zulassung des Trainings und später auch des Wettkampfbetriebes gefordert.

          Löw benennt Kader am 19. Mai

          Verbandspräsident Fritz Keller hatte am Dienstag seinen Abtritt für kommenden Montag im Anschluss an eine Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht angekündigt. Damit zog er die Konsequenz aus dem von ihm verursachten Eklat mit Vizepräsident Rainer Koch, der allerdings nur die Eskalation eines seit langem schwelenden Streits in der DFB-Spitze war. Neben Keller werden kurz- und mittelfristig auch Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge sowie Rainer Koch die Kommandobrücke verlassen, wobei Koch nur seinen Posten als erster Vizepräsident räumen wird.

          Löw selbst, so der Bundestrainer in der ARD schmunzelnd, stehe „keineswegs“ für die Keller-Nachfolge zur Verfügung, die Suche für dieses „schwierige Amt“ verfolge er mit Interesse. In den Gedanken von DFB-Direktor Oliver Bierhoff indes spielt ein Posten in der neuen Führung „keine Rolle“, sagte der 53-Jährige bei Sky: „Es ist eine ganz schwierige Aufgabe zur Zeit. Es gilt, wieder Gräben zuzuschütten und Brücken zu bauen. Ich freue mich, weiter im operativen Geschäft tätig zu sein.“ Verband und Leistungssport könnten künftig „Kontinuität und Ruhe“ gut gebrauchen, so Bierhoff.

          Sechs Tage vor der Bekanntgabe des EM-Kaders ließ sich Löw nicht aus der Reserve locken. Er wird seinen Kader für das EM-Turnier (11. Juni bis 11. Juli) am 19. Mai bekanntgeben. „Alles, was möglich war, haben wir überprüft und nochmals analysiert“, sagte Löw am Donnerstagabend. Trotz Nachfragen wollte der Bundestrainer aber nicht ins Detail gehen: „Das wäre natürlich für Sie eine gute Gelegenheit, aber für mich... Das Allererste, was ich machen muss, ist die Spieler informieren“, sagte Löw zu ARD-Moderator Matthias Opdenhövel.

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