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Bastian Schweinsteiger : Das Leiden des Leaders

  • -Aktualisiert am

Die Wade der Nation: Bastian Schweinsteiger hatte vor der EM Verletzungssorgen Bild: dpa

Der Kopf ist stärker als der Körper: Dem angeschlagenen Bastian Schweinsteiger fehlt die Spritzigkeit. Doch gegen Portugal benötigt Bundestrainer Löw die Klasse des Münchners.

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          Im Mannschaftsquartier der deutschen Nationalelf in Danzig gingen am Mittwochabend die Türen zu, weil die Bundeskanzlerin noch mal ganz alleine mit den Spielern sprechen wollte. Was Angela Merkel dort erfuhr, deutete sie im Hinblick auf die EM-Mission sehr optimistisch.

          „Ich habe bei meinem Besuch einen wunderbaren Mannschaftsgeist und viel Zusammenhalt unter den Spielern gespürt. Jetzt wünsche ich dem Team - wie viele Millionen Menschen in Deutschland - einfach Erfolg und das notwendige Quentchen Glück“, sagte sie und machte sich nach zwei Stunden wieder auf den Rückweg.

          Mental top fit? Schweinsteiger wirkte nach einer enttäuschenden Saison emotional angeschlagen
          Mental top fit? Schweinsteiger wirkte nach einer enttäuschenden Saison emotional angeschlagen : Die Nationalmannschaft vor dem EM-Auftakt Bild: dpa

          Seit einiger Zeit verfolgt die Kanzlerin die Nationalelf sehr intensiv, kommt zu wichtigen Partien in die Arenen, wenn ihr Terminkalender das möglich macht, oder lässt sich per SMS aktuell über Zwischenergebnisse informieren, wenn sie mal nicht dabei sein kann. Ein überaus herzliches Verhältnis hat sie dabei zu Bastian Schweinsteiger entwickelt, der ihr beim gemeinsamen Abendessen vorgestern auch am Tisch gegenübersaß.

          Als Frau Merkel vor zwei Jahren bei der WM in Südafrika nach dem grandiosen Viertelfinalsieg gegen Argentinien plötzlich in der Kabine stand, stieß sie mit Schweinsteiger mit einer Bierflasche an und umarmte den Münchner Fußballstar, der nur noch ein Handtuch um die Hüften geschlungen hatte.

          Schweigsam: Schweinsteiger gibt sich in den Tagen vor dem EM-Start zugeschnürter als sonst
          Schweigsam: Schweinsteiger gibt sich in den Tagen vor dem EM-Start zugeschnürter als sonst : Bild: dpa

          Die Partie, die beim 4:0 einen so überragenden Verlauf gegen die völlig konsternierte Maradona-Elf nahm, war eines der besten Spiele Schweinsteigers überhaupt und zeigte beispielhaft, mit welcher strategischen Kraft er das Spiel der deutschen Elf zu prägen vermag. Heute, so kurz vor dem EM-Start am Samstag in Lemberg gegen Portugal, sieht das anders aus: Die Fußballnation fragt sich, ob der Motor des deutschen Mittelfelds noch mal auf Hochtouren laufen wird.

          Löw klingt nicht völlig überzeugend

          Als der Bundestrainer am Donnerstag die aktuelle Lage erläuterte, blieb er eine eindeutige Antwort schuldig, ob Schweinsteiger wirklich stark genug ist für die Begegnung mit den Portugiesen. Es durfte reichlich gedeutelt werden, so wie in den vergangenen Wochen, als die Enttäuschung Schweinsteigers über das verlorene Champions-League-Finale und vor allem seine malade Wadenmuskulatur viel Diskussionsstoff boten. „Er konnte bislang alles tun, ohne dass irgendwelche Probleme aufgetaucht sind. Er ist in körperlich besserem Zustand als letzte Woche, ich denke, dass er einsatzbereit ist“, sagte Löw zu seinen Trainingseindrücken.

          Das klingt zwar nicht schlecht, aber auch nicht völlig überzeugend. Doch allein wie der Bundestrainer betonte, mit welcher Konzentration, Willenskraft und Antizipationsfähigkeit gegen die aus seiner Sicht im Offensivverhalten überragend aufgestellten Portugiesen vorgegangen werden müsste, gab einen Hinweis darauf, wie sehr er mit Schweinsteiger an der Seite von Sami Khedira rechnet.

          Verregnet: Schweinsteigers Vorbereitung auf die Europameisterschaft
          Verregnet: Schweinsteigers Vorbereitung auf die Europameisterschaft : Bild: dpa

          Genau hier liegen seine Stärken im defensiven Mittelfeld, etwas anders als beim offensiver ausgerichteten und manchmal riskanter aufspielenden Schweinsteiger-Vertreter Toni Kroos. „Wir dürfen uns keine Schludrigkeiten leisten“, warnte Löw. Denn wenn die Portugiesen mit Ronaldo erst einmal den Ball erobert hätten, könnten sie mit zwei, drei schnellen Pässen vors Tor kommen. Der Bundestrainer bezeichnet Schweinsteiger auch als seinen „emotionalen Leader“ im Team.

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