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Auftakt für die DFB-Elf : Darum klappt’s auch mit dem EM-Titel

Schießt Mario Götze die DFB-Elf auch zum EM-Titel? In einem Monat werden wir es wissen. Bild: dpa

Los geht’s! Gegen die Ukraine startet das DFB-Team in die EM. Doch der Weg ins Finale ist weit. FAZ.NET nennt fünf Gründe, weshalb auf den WM- auch der EM-Titel folgt.

          Hach, war das nicht schön vor zwei Jahren? Ganz Deutschland bejubelte das goldene Tor von Mario Götze und Millionen Menschen feierten den WM-Titel mit nächtlichen Tanzeinlagen auf den Straßen der Republik. Am 10. Juli soll auf die goldene Nacht von Rio nun ein rauschendes Fest in Paris folgen. Ob das gelingen kann? FAZ.NET hat vor dem ersten Gruppenspiel der deutsche Mannschaft gegen die Ukraine an diesem Sonntag (21.00 Uhr / Live in der ARD und im EM-Ticker auf FAZ.NET) fünf Gründe gesammelt, warum Deutschland auch diesmal den Titel holt – präsentiert aber auch fünf Erkenntnisse, weshalb es bei der EM in Frankreich wohl doch eher nicht klappen wird. Und was denken Sie?

          Bilderstrecke

          (+) Der Rückhalt
          Wäre die Wahl zum „Weltfußballer des Jahres“ nicht eine lediglich auf Tore und Marktwert fokussierte Veranstaltung, Manuel Neuer wäre Anfang des vergangenen Jahres wohl der erste Torwart gewesen, der jemals einen „Ballon d’Or“ überreicht bekommen hätte. Mit seinen zahlreichen Ausflügen im Achtelfinale gegen Algerien, seiner Parade gegen Frankreichs Benzema im Viertelfinale sowie seiner unglaublichen Präsenz im Finale gegen Argentinien hatte der Torhüter vor zwei Jahren maßgeblichen Anteil am WM-Titel. Nun ist Neuer seitdem nicht unbedingt schlechter geworden. Mit ihm im Rücken schöpft selbst die wackligste Abwehr (siehe Defensive) noch einmal Selbstbewusstsein. Nahezu bedeutungs- und für ihn beschäftigungslose Spiele, wie sie es in der Vorrunde wohl geben wird, ist der Schlussmann des FC Bayern bereits gewohnt. Und sollte es im Viertelfinale dann gegen England zum Elfmeterschießen kommen, sind drei gehaltene Neuer-Bälle fast schon zu erwarten.

          (+) Die Mischung
          14 Weltmeister, drei komplette Neulinge (Leno, Kimmich, Weigl), ein Rückkehrer (Gomez) und fünf seit dem Titelgewinn vor zwei Jahren dazu gestoßene Spieler bilden den deutschen EM-Kader. Das Gerüst der DFB-Elf wird somit weiterhin von den Akteuren gestellt, die schon in Brasilien begeistert haben. Doch wie eine altbackene Titeltruppe, wie die Italiener bei der EM 2008 oder die Spanier bei der WM 2014 werden die Deutschen sicher nicht auftreten. Dafür hat der Bundestrainer mit seinen Nominierungen gesorgt. Sollte der in Ehren ergraute Kapitän Schweinsteiger nicht zu alter WM-Form zurückkehren können (siehe Kapitän), stehen mit Weigl und Kimmich zwei junge Wilde bereit. In der Abwehr hat sich Jonas Hector heimlich, still und leise zum Stammspieler und möglichen Shootingstar empor gearbeitet. Und im Sturm hat sich Mario Gomez endlich jene Lockerheit angeeignet, die man bei Miroslav Klose über Jahre geschätzt hat. Ein Titel ist mit dieser Truppe natürlich nicht garantiert – aber er ist auch nicht wirklich unwahrscheinlicher, als es der WM-Gewinn vor zwei Jahren gewesen ist.

          (+) Der Trainer
          Seit zehn Jahren führt Joachim Löw bereits die Geschicke der DFB-Elf und hat sie seitdem in ein EM-Finale, zwei Halbfinals sowie zu einem WM-Titel geführt. Natürlich ist selbst das einigen Fans noch zu wenig, andere monieren, dass der Bundestrainer Spieler aus Dortmund ignoriert und stattdessen auf alte Recken wie Podolski und Schweinsteiger baut. Doch statistisch gesehen ist Löw nach Jupp Derwall (2,15 zu 2,18 Punkten pro Spiel) der erfolgreichste Bundestrainer der Geschichte – und man kann ihm nicht nachsagen, dass er nicht aus Fehlern lernt:

          Vergeigte Deutschland bei der EM 2008 noch mit uninspiriertem Spiel das Finale gegen Spanien, begeisterte es 2010 in Südafrika nach (notgedrungenen) Umbaumaßnahmen. Und nachdem Löw das verlorene EM-Halbfinale 2012 gegen Italien (1:2) wegen taktischer Fehler verantworten musste, agierte er in Brasilien flexibler und stellte ab dem Viertelfinale Philipp Lahm wieder in die Viererkette und den genesenen Schweinsteiger ins Mittelfeld. Nun kann den Bundestrainer nicht einmal ein schwächelnder Kapitän sowie ein kurzfristig schwer verletzter Innenverteidiger nicht aus der Fassung bringen. Generell steht fest: In Sachen Ruhe und Erfahrung kann unter den EM-Trainern höchstens der Spanier Vicente del Bosque mit dem Bundestrainer mithalten.

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