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Vor EM-Spiel gegen Ukraine : Deutsche Hooligans randalieren in Lille

  • Aktualisiert am

Polizisten kontrollieren deutsche Anhänger auf einem zentralen Platz in Lille. Bild: AFP

Nach der Randale englischer und russischer Anhänger in Marseille hat es auch vor dem Spiel der Nationalmannschaft in Lille Ausschreitungen gegeben. Etwa 150 deutsche Hooligans sollen ukrainische Fans angegriffen haben.

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          Nach der gewalttätigen Randale rund um die Partie zwischen England und Russland in Marseille ist es nun auch im Vorfeld des ersten Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen die Ukraine (21 Uhr / Live in der ARD und im EM-Ticker auf FAZ.NET) zu Ausschreitungen gekommen. Dabei sind zwei Menschen leicht verletzt worden. Nach Angaben französischer Sicherheitsbehörden sollen etwa 150 deutsche Hooligans in der Nähe des Bahnhoffs von Lille ukrainische Fans angegriffen haben. Die französische Polizei habe die Auseinandersetzung schnell beendet, sagte der Sprecher der Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), Jens Schabacker, am Sonntag.

          Nach Augenzeugenberichten sollen vor Straßencafés Flaschen und Stühle geworfen worden sein. Die Präfektur des Départements Nord sprach am Abend von „ein paar Auseinandersetzungen“ in der Innenstadt, konnte aber zunächst keine näheren Angaben machen. Auf Twitter werden zudem mehrere Fotos verbreitet, die rechtsradikale Hooligans in Lille mit einer Reichkriegsflagge zeigen sollen.

          Zuvor wurden bei verstärkten Kontrollen in der Grenzregion von Rheinland-Pfalz bereits 21 Hooligans von der Bundespolizei gestoppt. Wie ein Sprecher am Sonntag in Trier sagte, wurde zunächst eine 18-köpfige Gruppe einschlägig bekannter Gewalttäter aus Dresden an der Ausreise gehindert. Die Männer seien in drei Kleinbussen unterwegs gewesen, bei ihnen seien Sturmhauben und Mundschutze gefunden worden.

          Am Nachmittag wurden noch mal drei Hooligans aus Kaiserslautern gestoppt, wie der Sprecher mitteilte. Man gehe davon aus, dass sie beim Spiel der deutschen Nationalelf am Sonntagabend gegen die Ukraine in Lille gewalttätige Auseinandersetzungen geplant hätten. Einer der Männer aus Kaiserslautern habe deutschlandweit Stadionverbot, seine beiden Begleiter hätten sich ihre Tickets unter falschem Namen beschafft.

          Zudem will die französische Regierung während der EM nun Alkohol in „sensiblen Bereichen“ verbieten. Das kündigte Innenminister Bernard Cazeneuve am Sonntag in Paris an. Er habe die Präfekten in den Regionen aufgefordert, an Spieltagen, den jeweiligen Vortagen und Öffnungstagen der Fanmeilen in den zehn EM-Städten den Verkauf, Transport und Konsum von alkoholischen Getränken in solchen Bereichen zu verbieten, sagte Cazeneuve laut der Nachrichtenagentur AFP. Dies könne öffentliche Bereiche genauso umfassen wie naheliegende Geschäfte oder Buden. Zudem könnten als Wurfgeschosse verwendbare Gegenstände auf Terrassen von Bars und Restaurants verboten werden.

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