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Dänemark : Gute Aussichten nach den schlechten Erfahrungen

  • -Aktualisiert am

Dänischer Spieler des Tages in der Auftaktpartie: Simon Kjaer Bild: REUTERS

Die Dänen setzen mal wieder auf das Kollektiv statt auf individuelle Stärke - und der Wolfsburger Simon Kjær ist überraschend ein Eckpfeiler. Auch an diesem Mittwoch (18.00 Uhr) gegen Portugal.

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          Über seine Zukunft mag Simon Kjær in diesen Tagen lieber nicht reden. Es läuft gerade so gut für den dänischen Innenverteidiger, warum sich also vor der Partie an diesem Mittwoch in Lemberg gegen Portugal mit Gedankenballast beschweren? „Über das, was kommt, können wir sprechen, wenn es so weit ist“, sagt Kjær. Er selbst weiß ja genau, was er will. Und was er nicht will. Er will auf keinen Fall zurück zum VfL Wolfsburg. Sehr gern würde er hingegen für AS Rom weiterspielen, jenen Klub, an den ihn die Wolfsburger im Sommer 2011 nach nur einem Jahr im Klub verliehen.

          Beim VfL hat sich der 23 Jahre alte Däne nie wohl gefühlt, das hat er jüngst noch mal gesagt: „Das beste an Wolfsburg war Thomas Kahlenberg.“ Der dänische Nationalmannschafts-Kollege und seine Familie standen Kjær in der Fremde zur Seite. Die beiden waren auch Leidensgenossen - Kahlenberg spielte wegen einer hartnäckigen Leistenverletzung fast nie, das Wolfsburger Vertrauen in Kjærs Fähigkeiten schwand mit jedem seiner Patzer.

          Nun verdient Kahlenberg sein Geld in Frankreich bei Evian, und Kjær hofft, dass die Roma ihn demnächst kauft - wovon auszugehen ist, wenn er so weitermacht wie am Samstag beim 1:0 gegen die Niederlande. Nicht der über Nacht zum Stammtorwart beförderte Stephan Andersen oder Torschütze Michael Krohn-Dehli, sondern Kjær war für die meisten dänischen Zeitungen der Spieler des Tages. Zweikampfstark, umsichtig und bis zum Ende konzentriert, so hätten die Wolfsburger ihn auch gern öfter gesehen. So oder so ähnlich hatte der Blondschopf auch zwischen 2008 und 2010 für US Palermo gespielt - und war dem VfL vor zwei Jahren zwölf Millionen Euro wert. Doch dann folgte ein Jahr im Abstiegskampf, Trainer Felix Magath setzte ihn trotz schwacher Leistungen ein, der VfL blieb drin, doch für Kjær (32 Einsätze) war fortan kein Platz mehr beim VfL.

          Kämpfer Kjaer: Zweikampfstark, umsichtig und bis zum Ende konzentriert

          Eine Situation, die der Stammspieler bei der WM 2010 auch vor dieser Großveranstaltung im dänischen Trikot erlebte: Die meisten dänischen Fachleute hatten Andreas Bjelland vom Meister FC Nordsjælland an der Seite des Kapitäns Daniel Agger erwartet. Doch Nationaltrainer Morten Olsen setzte in beiden Testspielen vor der EM von Beginn auf den erfahreneren Kjær.

          Nach dem Sieg gegen die Niederlande sieht Olsen keinen Grund, etwas zu ändern. „Die beiden haben ihre Sache gegen einen Weltklasse-Sturm gut gemacht“, sagt er. Der 62 Jahre alte Coach setzt auf den Typus Führungsspieler. Daniel Agger vom FC Liverpool gehört für ihn dazu, und auch von Kjaer ist er überzeugt. Die schwache Saison mit Wolfsburg und eine mäßige Hinserie für AS Rom sind ihm nicht entgangen. Aber in Olsens Kosmos zählt es eben doch ein bisschen mehr, sich bei einem italienischen Großklub durchgesetzt zu haben, als mit einem dänischen Provinzverein Meister geworden zu sein. Bei der Roma hat Kjær nämlich eine ordentliche Rückrunde hingelegt.

          Leichter wird es nicht gegen Portugal

          Nun erwartet allerdings niemand bei den Dänen, dass die Aufgabe gegen Portugal leichter wird. Statt Robben und Sneijder (und später Huntelaar und Kuyt) warten nun eben Cristiano Ronaldo und Nani auf eine dänische Abwehrreihe, die ihre Stärken eher in der Mitte als auf den Außenbahnen hat. Dort stehen mit Lars Jacobsen und Simon Poulsen Spieler, die zwar relativ routiniert sind (beide spielten auch schon vor zwei Jahren in Südafrika), aber international bestenfalls zur zweiten Garde zählen. Poulsen spielt bei AZ Alkmaar im Mittelfeld und ist bei den Dänen nur wegen fehlender Alternativen links hinten gesetzt. Jacobsen, auch schon mal beim Hamburger SV am Ball, pflegt seine bekannte Neigung zur Lethargie und lässt sich trotz des fehlenden Tempos in der Rückwärtsbewegung nicht von mutigen Vorstößen abhalten.

          Zum Glück bekamen alle vier Verteidiger der Dänen beim Auftaktsieg so viel Hilfe von den zentralen defensiven Mittelfeldspielern Niki Zimling und William Kvist, dass man gemeinsam stark war - zumindest stark genug, um den Vorsprung vergleichsweise sicher über die Zeit zu bringen. Das Kollektiv muss es richten. Das wird auch der Plan für den Vergleich mit Portugal sein: „Unsere Mannschaft funktioniert nur gemeinsam. Das hat alle guten dänischen Teams immer ausgezeichnet“, sagt William Kvist stellvertretend.

          Und wenn doch mal ein Cristiano Ronaldo oder Helder Postiga oder Nani durchkommt, dann steht ja einer im Tor, der den Sieg gegen die Niederlande festhielt: Stephan Andersen. Nur weil Stammtorwart Thomas Sörensens Rückenprobleme chronisch sind, kam Andersen überhaupt zu seiner Chance. Dass er bei seinem Klub Evian in Frankreich zuletzt nicht mehr gespielt hat, scheint keine Schwächung zu sein.

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