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Fußball-EM erst 2021 : Retten, was zu retten ist

Die Fußball-EM findet erst 2021 statt: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin Bild: dpa

Die Fußball-EM wird um ein Jahr verschoben wegen Corona. Das ist eine vernünftige Entscheidung. Der Uefa blieb aber auch nichts anderes übrig, um das Brot-und-Butter-Geschäft im Milliarden-Business Fußball zu retten.

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          Mit der Entscheidung der Europäischen Fußball-Union (Uefa), die in diesen Sommer in zwölf Städten auf dem Kontinent geplante Europameisterschaft zu verschieben, ist erstmals ein sportliches Weltereignis in Friedenszeiten gestoppt worden. Nur die beiden Weltkriege hatten Großereignisse wie Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften bisher verhindern können. Nun hat auch die Corona-Pandemie bewiesen, dass sie genug Kraft hat, das drittgrößte Sportereignis unserer Zeit lahmzulegen und den dichtgedrängten internationalen Fußballkalender aus seinem Rhythmus zu zwingen: Das vierwöchige Fußballturnier ist auf den Sommer 2021 verschoben worden.

          Der Entschluss der Europäischen Fußball-Union, dem Profifußball mit dieser Entscheidung Zeit zu kaufen, ist vernünftig. Dem Verband blieb aber auch nichts anderes mehr übrig. Mit der Verschiebung der Europameisterschaft gewinnt der Profifußball überall in Europa den Spielraum, den er in der Krise dringend braucht, um von seinem Geschäftsmodell zu retten, was noch zu retten ist. Den nationalen Verbänden und ihren Klubs bleibt bei einer nun bis Ende Juni verlängerbaren Saison wenigstens die Hoffnung erhalten, ihre Meisterschaften und Pokalwettbewerbe mit Geisterspielen doch noch zu einem Abschluss zu bringen. Ob die Lage das in den kommenden Wochen zulässt, kann niemand vorhersagen.

          Die nationalen Meisterschaften sind das Brot-und-Butter-Geschäft im Milliarden-Business Fußball. Würden sie komplett abgebrochen, ginge bei vielen Klubs das Licht aus. Die Basisfinanzierung möglichst zu sichern, war für die Uefa auch wichtiger als die Interessen des Welt-Fußballverbandes an seiner für den Sommer 2021 geplanten Klub-Weltmeisterschaft, die nun mit der Europameisterschaft kollidiert.

          Mit der Verschiebung der Europameisterschaft ist auch der Konflikt um die zentrale Frage vertagt, wie der deutsche Profifußball, falls hierzulande die Klubs trotzdem reihenweise in die Knie gehen sollten, seinen Spielbetrieb künftig erhalten und gestalten will. Von einem Rettungsfonds, wie ihn der Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp ins Spiel gebracht hat, will derzeit längst noch nicht jeder Bundesligaverein etwas wissen.

          Michael Horeni
          Fußballkorrespondent Europa in Berlin.

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