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Ein Gespräch über Dänemark : „Wir haben so viel Angst“

Wie geht Dänemark mit dem Schreck um Christian Eriksen um? Bild: Picture-Alliance

Seit dem Kollaps von Christian Eriksen in einem EM-Spiel schauen viele auf Dänemark. Die Autorin Katrine Engberg spricht über den tragischen Vorfall, das Glück des Moments und die Zerrissenheit der dänischen Gesellschaft.

  • -Aktualisiert am
          6 Min.

          Frau Engberg, wie haben Sie die Stimmung erlebt, als Christian Eriksen vor gut einer Woche während des Spiels Dänemark gegen Finnland kollabierte?

          Es fing alles gut an. Es war ein schöner Sommerabend. Wir wohnen nur 500 Meter vom Stadion entfernt, und die Fans laufen direkt an unserem Fenster in Østerbro vorbei. Alle waren miteinander befreundet, es geht uns nach diesen anderthalb Corona-Jahren doch allen so. Einfach zusammen sein, ist so schön.

          Fußball-EM

          Und dann?

          Wir hörten, wie es läuft drüben im Stadion, hörten die Rufe, den Applaus – und plötzlich war es totenstill. Wir haben das Spiel nicht gesehen, sondern gehört. Wir dachten: Was ist da los? Dann haben wir die furchtbaren Nachrichten mitbekommen. Ich bin kein fußballinteressierter Mensch. Aber es ging nicht um Fußball. Es ging um etwas anderes. Alle waren gerührt. Nach dem Spiel haben wir die Fans wiedergesehen. Es war sehr ruhig und ernsthaft. Sie liefen immer noch nebeneinander; ein dänischer und ein finnischer Fan Arm in Arm. Das Spiel interessierte nicht mehr – wir waren zusammen da, haben etwas Traumatisches erlebt: Es gab keine Fanfeindschaft mehr. Das war sehr schön.

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