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Aus im Elfmeterschießen : Schweizer Kraftakt gegen Spanien nicht belohnt

  • Aktualisiert am

Untröstlich: Fabian Schaer verschießt seinen Elfmeter Bild: AFP

Nach Eigentor, Roter Karte und drei Fehlschüssen im Elfmeterschießen scheitert die Schweiz im Viertelfinale der Fußball-EM unglücklich gegen Spanien.

          3 Min.

          Luis Enrique reckte die Fäuste in den Himmel von St. Petersburg, die spanischen Spieler jubelten in einer Traube purer Freude, ehe sie allesamt erstmal tief durchatmen mussten. Niedergeschlagen und erschöpft gingen dagegen die Schweizer Spieler um den am Boden zerstörten Fehlschützen Ruben Vargas in die Kurve zu ihren Fans.

          Diesmal hat ihr Kraftakt nicht gereicht. Der Weltmeister-Bezwinger ist nach Eigentor und Roter Karte im Viertelfinale der Fußball-EM gegen Spanien unglücklich ausgeschieden. Vier Tage nach dem spektakulären Sieg im Elfmeterschießen gegen Frankreich mussten die Eidgenossen am Freitag in St. Petersburg abermals in der Entscheidung vom Punkt, unterlagen diesmal aber nach drei Fehlschüssen in vier Versuchen mit 1:3 (1:1, 1:1, 0:1).

          Fußball-EM

          Mikel Oyarzabal verwandelte den entscheidenden Elfmeter für die Spanier. Sergio Busquets hatte zwar den ersten nur an den Pfosten gesetzt, der spanische Torwart Unai Simón hielt aber gleich zwei Elfmeter gegen Fabian Schär und Manuel Akanji. Zudem schoss Ruben Vargas für die Schweiz drüber. Der Schweizer Torwart Yann Sommer hielt gegen Rodri, doch das half letztlich auch nichts mehr. „Der Fußball war gerecht und wir sind die gerechten Gewinner“, sagte Simón, einer der spanischen Helden, nach dem Sieg im Elfmeterschießen am Freitag. „Es ist ein sehr euphorischer Moment.“

          Borussia Mönchengladbachs Denis Zakaria hatte in der achten Minute per Eigentor die spanische Führung erzielt, der ehemalige Bayern-Profi Xherdan Shaqiri (68.) brachte die Schweizer zunächst zurück ins Spiel. Ab der 77. Minute musste die Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic wegen des Platzverweises von Remo Freuler in Unterzahl spielen. Das Halbfinale bei einem großen Turnier bleibt für die Schweizer unerreicht trotz der wieder starken Paraden von Sommer.

          Was für ein Pech für Zakaria, der für den gelbgesperrten Kapitän Granit Xhaka spielen durfte. Spanien nutzte gleich die erste Ecke. Koke schlug den Ball von der rechten Seite in den Strafraum, Aymeric Laporte kam mit dem Kopf nicht ran. Zum Glück für Jordi Alba: Der wieder zurück in die Startelf gekehrte Routinier zog ab und Zakaria fälschte unhaltbar für seinen Mönchengladbacher Vereinskollegen Sommer im Tor ab.

          Nun war der Weltmeister-Bezwinger erst recht gefordert. Aber dann das: Nach 20 Minuten musste Breel Embolo behandelt werden. Es ging nicht weiter. Der Gladbacher musste raus, Ruben Vargas vom FC Augsburg kam rein. An ihrer Taktik gegen die Passspezialisten aus Spanien hielten die Eidgenossen fest. Nach 25 Minuten hatte die Mannschaft von Luis Enrique fast 75 Prozent Ballbesitz. Und nach einer weitere Ecke noch eine Top-Chance: Diesmal stieg Alvaro Morata hoch, Sommer musste sich strecken, war aber zur Stelle.

          Was den Schweizern fehlte, war vor allem auch Entlastung. Die Überraschungsmomente durch Xhaka wurden schmerzlich vermisst. Die paar hundert Schweizer Fans, die trotz der heiklen Corona-Situation in der nördlichsten EM-Stadt angereist waren, sahen nach dem nervenaufreibenden Weiterkommen gegen Frankreich zunächst kein stürmisch-schweizerisches Spektakel. Ein Kopfball auch nach einer Ecke von Borussia Dortmunds Manuel Akanji ging deutlich übers Tor (34.).

          Zwingendes war aber auch bei den Spaniern nicht dabei. Sie ließen wie gewohnt und auch gewollt den Ball laufen. Der Zug zum gegnerischen Tor fehlte aber noch nach den beiden torreichen Auftritten in der Gruppenphase mit dem 5:0 gegen die Slowakei und dem 5:3 gegen Kroatien im Achtelfinale.

          Dafür sollte nach der Pause RB Leipzigs Dani Olmo sorgen. Und gut eine Minute nach dem Wiederanpfiff versuchte er es von halblinks aus zwölf Metern zum ersten Mal stand aber im Abseits. Luis Enrique legte nach, wechselte für Morata den zweiten Mittelstürmer Gerard Moreno ein. Doch ein Treffer wäre fast auf der Gegenseite gefallen. Zakarias Kopfball strich aber knapp am Tor der Spanier vorbei.

          Die Katze von St. Petersburg: Unai Simon fischt gleich zwei Elfmeter ab
          Die Katze von St. Petersburg: Unai Simon fischt gleich zwei Elfmeter ab : Bild: AP

          Ruhig wirkte Luis Enrique ob der knappen Führung gegen eine Schweizer Mannschaft, die gegen Frankreich schon 1:3 zurückgelegen hatte, ganz und gar nicht. Er sprang von der Bank auf, gestikulierte und zeigte in Richtung seiner Spieler. Aus gutem Grund: In der 64. Minute ließen sie eine hochkarätige Chance durch Top-Vorbereiter Steven Zuber von Eintracht Frankfurt zu, Keeper Unai Simón rettete aber die Führung.

          Machtlos war er beim Ausgleich, den ein Missverständnis zwischen Spaniens Verteidigern Laporte und Pau Torres einleitete und Freuler für die Vorlage auf Shaqiri nutzte. Der Jubelschrei des ehemaligen Bayern-Profis sollte auch belegen: Jetzt geht noch mehr. Kurz danach musste aber Freuler nach einem groben Foulspiel vom Feld, die spannende Schlussphase begann ohne weiteres Tor. Es ging in die Verlängerung und ins hochspannende Elfmeterschießen.

          Fußball-EM

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