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Alijew und die UEFA : Der Diktator sonnt sich

Aserbaidschans Diktator Ilham Alijew Bild: AFP

Aserbaidschans Diktator Ilham Alijew war zuletzt wieder Kriegsherr und ließ armenische Soldaten gefangen nehmen. Es war noch etwas Zeit. Europas Fußballer spielen bei der EM erst in zwei Wochen in Baku.

          1 Min.

          Apropos Uefa: Wir freuen uns auf die 51 Spiele der bevorstehenden Europameisterschaft, schon weil sicher keines schlechter werden wird als das Europa-League-Finale. Hoch und heilig versprochen: Bei keinem der 36 Vorrundenspiele ist denkbar, dass es in die Verlängerung geht. Danke, Uefa.

          Über eine Kleinigkeit ist aber immer noch zu reden. Sorry, das war jetzt nicht ganz korrekt. Ist gar keine Kleinigkeit. Zehn Kilometer sind es über den Heydar-Alijew-Prospekt in Baku vom EM-Stadion zum Kriegstrophäen-Park, den Heydar-Alijew-Erbe Ilham Alijew aus Freude über den gerade geführten Krieg in Bergkarabach ans Ufer des Kaspischen Meers gesetzt hat. Auf dass sich die Bevölkerung an den gedemütigten Armeniern delektiere, solange der Ball noch nicht rollt. Moment, schon wieder ein Fehler? War das Perfekt da eben nicht perfekt?

          In der Nacht zu Donnerstag haben Alijews Truppen Gefangene gemacht: sechs armenische Soldaten, an der Grenze zum Nachbarland, die Armenier sagen: in ihrem Land. Alijew bekommt ein Geschenk von der Uefa, Fußballspieler frei Haus, aus Wales, der Schweiz und der Türkei, dazu zwei Teams im Viertelfinale, vielleicht das deutsche. Sie alle spielen für Alijew, solange sie nicht das Gegenteil erklären. Der Diktator wird sich in ihrem Glanz sonnen. Und wenn die Spiele vorbei sind, wieder auf Kriegsherr umsatteln.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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