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Kritik an Scout Siegenthaler : Scholl entschuldigt sich für „Gehirn-Schluckauf“

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„Diesen flapsigen Spruch Richtung Urs Siegenthaler hätte ich mir schenken können“: Mehmet Scholl. Bild: dpa

Nach dem deutschen Sieg über Italien setzte ARD-Experte Mehmet Scholl zu scharfer Kritik an DFB-Chefscout Urs Siegenthaler an. Die Reaktionen waren ebenso deutlich. Nun äußert sich Scholl nochmal.

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          TV-Experte Mehmet Scholl hat sich für seine scharfe Kritik an DFB-Chefscout Urs Siegenthaler entschuldigt. „Diesen flapsigen Spruch Richtung Urs Siegenthaler hätte ich mir schenken können. Der war nicht angebracht“, sagte Scholl vor dem ersten EM-Halbfinale zwischen Wales und Portugal in der ARD und fügte hinzu: „Ich schaue die deutschen Spiele mit viel Emotion. Da passiert es, dass ich mal Gehirn-Schluckauf bekomme.“

          Scholl hatte Siegenthaler nach dem deutschen Viertelfinalerfolg im Elfmeterschießen gegen Italien harsch angegriffen. „Der Herr Siegenthaler möge bitte seinen Job machen, morgens liegen bleiben, die anderen zum Training gehen lassen und nicht mit irgendwelchen Ideen...“, hatte der frühere Nationalspieler mit Blick auf die Systemumstellung von Löw gegen die „Squadra Azzurra“ gesagt und dafür viel Kritik geerntet. Auch Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hatten sich verärgert gezeigt.

          Der Konter des Bundestrainers kam mit Verzögerung, aber gezielt: „Ich finde es äußerst negativ, wenn man wertvolle Mitarbeiter von mir in meinem Stab persönlich angreift. Das finde ich nicht in Ordnung, weil Außenstehende die Abläufe, die es intern gibt, und welche Dinge wir intern wann und wie besprechen, nicht beurteilen können“, sagte der Bundestrainer am Montag in Évian-les Bains.

          Dass man die Taktik auch am Gegner ausrichten müsse, sei doch völlig normal, erklärte Löw mit Blick auf den Erfolg im EM-Viertelfinale gegen Italien. „Man kann ja nicht ins Spiel gehen und sagen, wir spielen wie immer, es geht nur um unsere eigenen Stärken. Der Gegner ist uns eigentlich völlig egal. Das wäre ja fahrlässig, das wäre völlig naiv und unprofessionell“, dozierte Löw. „Das bereiten unsere Leute sehr gut vor - wie der Urs und sein Stab.“

          Siegenthaler reagierte deutlich: „Vor 1000 Jahren haben die Menschen die Erde auch nicht als Kugel gesehen“, sagte Siegenthaler in der „Bild“-Zeitung (Montag). „Ich weiß nicht, was ich Herrn Scholl getan habe. Jeder kann erzählen, was er will - frei und unbefangen. Sich so zu äußern, ist Scholls gutes Recht. Ich kenne ihn allerdings persönlich nicht“, fügte der Schweizer hinzu. Scholl verärgerte als ARD-Experte den DFB schon in der Vergangenheit. So ging er 2012 bei der EM Torjäger Mario Gomez nach einem Spiel an: „Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss.“ Dafür entschuldigte sich der frühere Nationalspieler Scholl später ebenfalls

          „Das Medienrauschen habe ich natürlich mitbekommen und die Diskussion um diese taktische Variante. Klar, da kann man geteilter Meinung sein. Das ist das Recht von jedem, eine andere Meinung zu haben. Für solche Dinge bin ich offen“, erklärte Löw am Montag. „Wenn das persönlich wird, dann finde ich das nicht in Ordnung. Da sollte sich der eine oder andere Gedanken drüber machen. Wenn einer der Meinung ist, die Taktik ist gut oder weniger gut oder falsch, ist das die Sache jedes Einzelnen. Das gehört zum Fußball dazu und diese Diskussionen sind für mich auch völlig normal.“

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